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Real-Satire bei der FDP: Friedhelm Ernst spricht zur Landtagswahl

In meinungen on 17/03/2011 at 15:10

Vergesst Guido Westerwelle! Dirk Niebel – wer soll das sein? Philipp Rös-was bitte? Schluss damit, die FDP hat einen neuen aufstrebenden Leitwolf, einen charismatischen Anführer und einen aufgeweckten Mann der Tat. Sein Name ist Friedhelm Ernst und er kandidiert in Bruchsal für den badenwürtembergerischen Landtag.

Um unmittelbar nach dem Klick auf gleich folgendes Video nicht in einen hundertjährigen Schlaf zu fallen, wird die Einnahme hoher Koffeindosen im Vorfeld ausdrücklich empfohlen:

8 fesselnde Minuten und 38 aufgepeitschte Sekunden später die Gewissheit: Die FDP hat einen neuen viralen Megahit gelandet. Steht das Video noch bei ca. 18.000 Besuchern, wird es schon bald in siebenstellige Höhen schnellen und der Tagesschau eine Sondersendung wert sein. Die feurige Ansprache von Friedhelm Ernst macht die FDP endlich zu dem, was sie früher immer werden wollte: Zum Liebling der aufgeklärten Netzgemeinde.

Nach dem mittlerweile legendären NPD-Kochstudio kommt der nächste virale Hit also aus dem liberalen Lager. Dass die Partei auf die Kraft und Dynamik der virtuellen Weiterempfehlung setzt, ist angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse absolut nachvollziehbar. Und die Produktion scheint durchaus professionell zu sein. Man merkt das an den scheinbar kleinen Details: Einen alten Mann mit Namen „Ernst“ diesen brüllend komischen Text vom Teleprompter ablesen zu lassen, ist schließlich so passend wie ein Bestatter mit Namen „Lustig“. Oder ein Zahnarzt „Dr. Karies“. Das Prinzip ist altbewährt: Die Kombination ist so absurd, dass man schnell ein Foto schießt und alle seine Freunde darauf verlinkt, die dann hoffentlich zu Scharen an die Urnen stürmen und Herrn ihr Vertrauen schenken.

Glückwunsch, liebe FDP, für dieses Lehrstück in Sachen moderner Kommunikationspolitik.

P.S. Richtig Kraft entfaltet die aufrüttelnde Didaktik übrigens, wenn man im Hintergrund den Enya-Soundtrack zu „Herr der Ringe“ abspielt, hier der Link.

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nachhilfe in abendländischer kunst

In meinungen on 01/03/2010 at 14:37

…geben uns heute die pariser von hold your horses. sie haben für ihren song 70 million ein bravourables (kein anderes wort würde es genauer treffen) video kreiert, produziert von l’ogre. und als kleines quiz zum mitspielen: wer erkennt die meisten meister abendländischer kunst?

klick hier, um das video in ganzer pracht zu sehen.

what the fuck does sap?

In meinungen, miscellaneous on 24/02/2010 at 19:22

sap ist ein deutsches unternehmen, das mit rund 48.000 mitarbeitern weltweit einen umsatz von über 11mrd euro erwirtschaftet. aber womit eigentlich? einfach zu beantworten, dachte ich. du hast ja nicht umsonst einen berg von wirtschaftsinformatik-vorlesungen absitzen besuchen dürfen… etwas genauer als „betriebliche standardsoftware“ wollte ich es aber schon gerne wissen und so war ich froh, dass man im internet eine menge anschaulicher konferenzbeiträge findet, in denen experten dem unmündigen endanwender „ihr produkt“ erklären:

„wir bieten im bereich sophisticated small and medium businesses my-s.a.p. dot com basierte vertikale lösungen und eine reihe von kontextsensitiven operationen, um jetzt die ganzen olap-funktionen auszulösen, drill-down…“

oje, und was heißt das konkret?

„das läuft bei uns unter dem stichwort close-the-loop.“

ah, klar. sorry, war ne dumme frage! aber wie kann man sich das vorstellen – konkret. was brauchen sie denn dafür?

„wir brauchen eine einfach easy-to-use…äh… really very sim… äh… also sehr simple lösung und es wird zeit, dass wir einen bold-move machen. muss man ehrlich sagen, ist jetzt auch kein rocket-science!“

und dafür haben sie dann… äh…

„wir haben field-op, wir haben fit-for-growth, post-merger-integration, employee-survey, wir haben performance feedback, aber weniger connectivity.“

verdammt! warum musste es soweit kommen, ausgerechnet die connectivity! mir bleibt da nur, meine tränen der enttäuschung zurückzuhalten. ja – auch darüber, dass sap anscheinend immer weniger connectivity hat (auch wenn es immerhin nicht am field-op und der post-merger-integration mangelt). aber noch viel mehr darüber, dass ich auch nach dutzenden schweißtreibenden vorlesungen, seminaren, projektarbeiten und klausuren anscheinend immer noch völlig an der oberfläche kratze und wohl mein leben lang vor der black-box informatik sitzen und frustriert versuchen werde, mit dem kopf ein loch hinein zu schlagen… zum video? klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

die hose voll im web-zwo-null

In marketing on 20/02/2010 at 20:30

im goldglänzenden lichte der olympischen spiele strahlen auch die werbetreibenden rund um vancouver. mal eher klassisch wie die sponsoren chevrolet oder coca cola, mal mit einem modernen viralen ansatz: samsung zieht mit zwei stark konzeptionierten videos derzeit zuhauf die youtube-junkies auf ihre clips. zu bestaunen gibt’s eine breakdance-beatbox-nummer auf schlittschuhen und die perfekte symbiose aus basketball und snowboarding mit jeweils mehreren hunderttausend clicks in den ersten tagen.

obwohl viele sagen würden, dass solche virals mittlerweile längst zu den „klassikern 2.0“ eines modernen werbe-portfolios gehören, sind deutsche großkonzerne mit dem einsatz innovativer marketing-formen zurückhaltend, ja fast schon angstvoll. erstmalig belegt hat das eine studie der fh mainz, die unter der leitung von prof. rolke den umgang von dax30-unternehmen mit social media explorativ untersuchte. heraus kam, dass nur rund jedes dritte top-unternehmen sich bislang in das blogosphären-haifischbecken vorgewagt hat und auch facebook noch von der mehrheit gemieden wird. höher im kurs stehen dagegen profile bei youtube oder twitter. das kann mit dem arbeitsaufwand zusammenhängen, der sich an facebooks rockzipfel hängt und an die inhaltliche anforderung an einen respektierten blogeintrag – verglichen mit einem tweed oder einem clip. und das, obwohl unstrittig ist, dass social-media aktivitäten einen entscheidenden einfluss auf markenbindung haben können, wie diese studie zeigt.

wenn unternehmen aber neue wege gehen, führt das nicht selten zu erstaunten blicken bei den konsumenten (hier zum verzweifeln oder als positivbeispiel hier). auch nicht neu ist der trend, kleine oder große internet-wunder zu kopieren. beliebter ansatzpunkt: chartshows. klar, die mobilisieren die massen! logo, da schwappen die emotionen förmlich über! manchesmal werden auf diese weise auch echte werbeklassiker geschaffen, wie t-mobile es mit paul potts fertigbrachte. die schmerzhafte erfahrung, dass diese strategie kein allheilmittel ist, macht dagegen gerade die bäckerei lieken urkorn. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

frohes neues, guck mal hier…

In miscellaneous on 08/01/2010 at 11:23

die winterpause war länger als geplant, aber sehr entspannend. jetzt wird wieder durchgestartet… aber da aller anfang schwer ist und sich kreativität nicht erzwingen lässt, beginnt das neue jahr auf stenographique gediegen mit einem kleinen trick, mit dem sich die rechte-beschränkungen auf youtube-videos umgehen lassen.

hintergrund ist, dass gerade große musiklabels ein durchaus angespanntes verhältnis zur video-plattform haben. zwar werden immer wieder kurzfristige lizenzverträge ausgehandelt, die es den nutzern ermöglichen, weiterhin auf geschützten content der anbieter zuzugreifen, zuletzt haben jedoch beispielsweise warner und universal angekündigt, selbst produzierte videos nicht länger bei youtube zu tolerieren. auch sony enthält uns immer mehr inhalte vor. ob berechtigterweise oder nicht, darüber kann man jetzt trefflich streiten (wird ja auch gemacht). woll’n wir aber nicht.

der weg zum song ist nämlich so simpel wie gut. ein beispiel: patrice hat eine punk-live-version („punk“ ist dabei ein zitat des künstlers höchstselbst) von „no excuse“, die sehr gefällt und die ich mir oft unter folgendem link angesehen habe: http://www.youtube.com/watch?v=ORbLZ9F0Ktk. wer darufklickt kriegt eine meldung über von sony geschützten content. ärgerlich. und so sieht man das video trotzdem: klickstu

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youtube-netzwerk-zauber

In miscellaneous on 19/11/2009 at 08:46

ohne schokolade, dafür mit überraschung und spaß: youtube videos kann man sich auch in völlig anderer form anzeigen lassen. das ist, soweit ich weiß, eine absolut nicht neue funktion, aber nett auf alle fälle. dabei geht’s allerdings mehr um die darstellung, als den sinn und zweck des features.

worum geht’s: tauscht man bei der url eines youtube-videos das wörtchen „watch“ gegen „warp.swf“ aus, erhält man zugang zu einem interface, das verwandte videos in bubbles anzeigt und man sich mit sehr wenigen klicks sehr schnell sehr von seinem ursprungsvideo entfernen kann. gerade aus dem grund auch eher eine spielerei – aber eine, die freude bereitet. ein beispiel: dieses schöne lied http://www.youtube.com/watch?v=6mEfDSP4g_U lässt sich auch so ansehen: http://www.youtube.com/warp.swf?v=6mEfDSP4g_U!! wenn das nix ist?! und wer nach einer auto-werbung sucht, ist nach einem klick bei tuning-freaks und nach spätestens zwei klicks bei stripperinnen, dosenbier und micky krause…

btw: alles was schön ist, hat auch seine schattenseiten – und so wird die funktion von zeit zu zeit von bugs gequält, also im zweifelsfrei ein paar mal nacheinander versuchen…

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