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Viel hilft viel: Mit Big Data zum perfekten Maßhemd

In marketing on 14/07/2014 at 16:06
Für Online-Maßschneider sind es immer noch schwere Zeiten: Die Shitstorms um schlecht passende Hemden, lange Lieferzeiten und miserablen Kundenservice (wir berichteten) haben bei vielen Kunden verbrannte Erde und die feste Überzeugung „Einmal und nie wieder!“ hinterlassen. Doch in der Zwischenzeit hat sich einiges getan und die große Idee vom Online-Maßschneider wiederbelebt: Neue Anbieter sind in den Markt gestoßen, der ehemalige Branchenprimus hat sich (wieder einmal) neu erfunden und neue Vermessungstools sollen das Problem der unpräzisen Selbstvermessung in den Griff bekommen.

 

Messen mit Datenmassen

Der Hamburger Maßschneider Tailorjack setzt hierbei auf riesige Bestände von Maßprofilen. Die Idee: Je mehr Daten das System kennt, umso genauer kann es die optimale Passform für einen Kunden berechnen, der dann nur noch einige wenige und leicht zu messende Werte eingeben muss. Das sog. easyfit-System (Tailorjack verspricht „Messen ohne Maßband“) verfügt mittlerweile über mehrere Hunderttausend Maßdaten und basiert auf der Idee, dass anatomische Verhältnismäßigkeiten bei nahezu allen Kunden identisch und damit treffsicher vorhersagbar sind – mit zwei Ausnahmen: Die Kragenweite und Ärmellänge variieren zu stark, als dass sie zuverlässig prognostiziert werden könnten. Für alle anderen Maße genügen Körpergröße, Gewicht und ein paar qualitative Profilangaben. Tailorjack verspricht eine Trefferquote von „nahezu 100%“.

Easyfit im Test

Herausforderung angenommen… Um zu bewerten, ob die von easyfit berechneten Maße auch mit meinen echten Messwerten übereinstimmen, lasse ich mir also auf Basis von Kragenweite, Körpergröße und Gewicht meine Maßdaten ermitteln und vergleiche mit meinen tatsächlichen Werten. Wer seine Daten nicht kennt, kann natürlich auch ein perfekt passendes Hemd zu Hause ausmessen. Hält easyfit, was es verspricht? Hier mein persönliches Ergebnis:

Mein Maßprofil:

Hals 38.00   |   Brust 101.00   |   Taille 88.00   |   Gesäß 105.00   |   Hemdlänge 77.00   |   Schulter 44.00   |   Ärmellänge 65.50   |   Umfang Handgelenk 19.00   |   Umfang Bizeps 33.00

Mein Maßprofil laut easyfit:

Hals 38.00    |   Brust 101.00   |   Taille 87.00   |   Gesäß 101.00   |   Hemdlänge 78.00   |   Schulter     47.00   |   Ärmellänge  66.00   |   Umfang Handgelenk 19.00   |   Umfang Bizeps 32.00

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Geburtstagsgrüße von der Bahn: Ein ICE zum Selberbasteln

In marketing on 25/05/2014 at 09:47
Dank Bahncard, BahnBonus, Newsletter-Abo und Reise-App bin ich ein offenes Buch für die Bahn: Sie weiß, wie ich heiße, wohin ich fahre, wann ich Geburtstag habe. So war die Überraschung neulich nicht allzugroß, als eine Mail mit dem Betreff „Herzlichen Glückwunsch“ pünktlich in meinem Postfach landete. Darin abgebildet: Ein explodierendes Geschenk, aus dem Lichtblitze und bunte Luftballons herausquollen. Daneben ein Link („zur Überraschung“) und ein neugierig machender Text: „Unsere Geburtstagsplanung haben wir dank Ihrer Mithilfe erfolgreich abgeschlossen und Ihr ganz persönliches Geschenk wartet schon auf Sie.“

 

Voller Erwartung – schließlich meinte ich mich erinnern zu können, in den letzten Jahren häufiger Freifahrten, Mitfahrerguscheine oder irgendwelche Rabatte bekommen zu haben – den Klick gesetzt, dann die angekündigte Überraschung: Ein Bild mit einem ICE, der aus einer Farbbeutelattacke von Castor-Gegnern zu kommen scheint (später erkennt man, dass er eigentlich bunt geschmückt ist) und meinen Namen trägt, davor eine Bahnschaffnerin mit einer Schwarzwälderkirschtorte in der Hand, von beiden Seiten fliegen bunte Luftballons in die Szenerie und auf den Gleisen wachsen Margeriten – an Skurilität kaum zu überbieten. Denkt man zumindet. Bis man das Scrollrädchen der Maus einmal dreht und das Geschenk die echte Überraschung auf dem Bildschirm erscheint. Anschnallen bitte, zum Geburtstag gibt’s von der Bahn das Schnittmuster eines ICEs zum Selberbasteln!

Reich beschenkt von der Bahn: Wir basteln uns einen ICE

Reich beschenkt von der Bahn: Wir basteln uns einen ICE

Nach Jahren treuer Gefolgschaft und Unmengen von Daten, die ich bei der Bahn hinterlassen habe, weiß mein liebstes Schienentransportunternehmen offenbar erstaunlich genau, was ich mir von Herzen wünsche.

Ein echtes Meisterstück in Sachen Kundenbindung! Denn steckt nicht in allen von uns ein verkappter Eisenbahn-Evangelist? Ernsthaft: Gut für die Bahn, dass man Monopolist ist – in einem Markt mit vorhandenen Alternativen wären definitiv ein paar ernsthaftere Gedanken zur Begeisterung der lieben Kundschaft notwendig. Hätte, wäre, könnte. Noch ist es für die Bahn im öffentlichen Personentransport recht muggelig, allen Tourenbussen und Mitfahrgelegenheiten zum Trotz. Und so können wir uns in den nächsten Jahren vielleicht auf eine Schaffnerkelle zum Ausmalen, den heiteren Liedtext von „Eine SeeBahnfahrt, die ist lustig!“ oder ein avangardistisches Film-Epos aus nichts als Verspätungsmeldungen freuen…

Die Multi-Channel-Maßschneider: 10 Fragen an tailorjack

In marketing on 29/06/2013 at 16:28
Nachdem wir im Blog uns schon intensiv mit Youtailor auseinandergesetzt haben, stellt sich nun der nächste Geschäftsführer eines Online-Maßschneiders den Fragen von stenographique: tailorjack-Chef Heiko Krajewski über die Erfolgsfaktoren der Mass-Customization, verunsicherte Kunden und Strategien in einem Wettbewerb, der mit harten Bandagen kämpft.

 

stenographique (S): Herr Krajewski, gehen wir gleich in die Vollen: Ist es nicht der blanke Wahnsinn, ein Start-Up in einem Markt hochzuziehen, der durch den Branchen-Primus so massiv durchgeschüttelt wurde?

Heiko Krajewski (HK):  Ja, das Stimmt. Wir betrachten dies jedoch auch als Chance. Der Markt für Mass-Customization bietet große Potenziale, wenn die Umsetzung stimmt. Wir haben daher von Anfang an viel Wert auf die Qualität unserer Ware und unserer internen Prozesse gelegt und können unsere Kunden so überzeugen.

S: Die Verunsicherung der Kunden dürften Sie bei Ihren Akquisebemühungen aber in jedem Fall merken. Konkret: Wie wollen Sie verloren gegangenes Vertrauen aufbauen?

HK: Für unsere Kunden ist die Stoff- und Verarbeitungsqualität unserer Ware entscheidend und dass bei der Produktion korrekte Körpermaße verwendet werden. Hier setzt unser Konzept an. Viele Interessenten treffen uns auf unseren kostenlosen Vermessungsevents.  Jeder Besucher hat dort die Möglichkeit, sich vor Ort von der Stoff- und Verarbeitungsqualität zu überzeugen, sich von unserem Team vermessen und beraten zu lassen und uns persönlich kennenzulernen. Unsere Kunden können sich außerdem bei unseren bundesweiten Vermessungspartnern vermessen lassen, ein gut sitzendes Hemd als Vorlage einsenden oder sich anhand unserer Maßanleitung selbst vermessen.

Nach der Akquise überzeugen wir unsere Kunden durch exzellente Performance. Wichtig ist auch, dass wir immer wieder neue Stoffe und Accessoires  in unser Sortiment aufnehmen. Vor wenigen Wochen haben wir z.B. Casual-Stoffe eingeführt für legere Hemden und Blusen.

S: Und, wie läuft’s?

HK: Sehr gut. Wir haben in den letzten 2 Jahren sehr viele Kunden gewonnen. Die sind zu großen Teilen Stammkunden geworden und haben Spaß daran, sich immer wieder neue Hemden und Anzüge zusammenzustellen. Wir sind außerdem sehr glücklich über unsere eigene Entwicklung. Das schließt ein tolles Team ein und die permanente Weiterentwicklung unseres Angebotes. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Newsletter-Programm außer Kontrolle: Youtailor feuert aus allen Rohren

In marketing on 03/06/2013 at 18:06
Selbstbewusstsein, Wachstumslust oder das letzte Aufbäumen? Youtailor ließ vergangene Woche nach langer Abstinenz mal wieder von sich hören. Allerdings nicht wie erhofft mit guten Nachrichten von der Fulfillment-Front, sondern einer Newsletter-Welle, die selbst dem dreistesten Marktschreier ein gefälliges Nicken abverlangen würde.

 

Wenn Praktiker 20% auf alles (selbstverständlich außer Tiernahrung, Pflanzen und alles, was einen Stecker hat) gibt, lockt der Discount-Baumarkt damit niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Die Kunden sind schlechtweg an selbstmörderische Rabatte jenseits der 30% gewohnt, was die blau-gelben Heimwerker an den Rand der Insolvenz gebracht hat. Bei den Kollegen von Youtailor wiederholt sich gerade die Geschichte: Anfangs mit Pauken, Trompeten und Riesenrabatten in den Markt („Hemd geschenkt“, „2-für-1“, „alles 29 EUR“) gestartet, schafft es der Online-Maßschneider nun nicht mehr, eine realistische Zahlungsbereitschaft bei seinen Kunden durchzusetzen. Auch hier führte das zum Absturz, diverse Insolvenzen inklusive. Dabei wurden laufende Bestellungen erst verschleppt, dann nicht auf den neuen Eigentümer übertragen und schließlich wiederwillig und nur sporadisch abgewickelt. Wer nach einem Jahr Wartezeit endlich das (nicht selten völlig verschnittene) Hemd geliefert bekam, gehörte schon zu den Gewinnern – Dutzende Kunden, die nicht so viel Glück hatten, haben sich allein hier im Blog beschwert.

Mittlerweile schien so etwas wie geordnetes Chaos bei Youtailor eingekehrt zu sein. Der Chef kümmerte sich persönlich um Kundenanliegen, der Kundenfrust ebbte langsam ab und es wurden zarte Optimierungen am Shop vorgenommen. Aber das leise schimmernde Licht am Ende des Tunnels hat anscheinend zu Übermut bei den Maßschneidern geführt, mit dem sie es (zum 3. Mal!) in den Blog geschafft haben: Innerhalb einer Woche knallte YT seinen Kunden stolze 4 Newsletter um die Ohren. Bei der Auswahl der Anlässe („Relevanzkriterien“) war man besonders kreativ:

  • 21. Mai: 20% Treuerabatt mit Gutscheincode „Treue20“
  • 24. Mai: 20% Treuerabatt mit Gutscheincode „Gold20“
  • 29. Mai: Verlängerung des 20% Rabatts und Gratis-Krawatte mit Gutscheincode „Sorry20“
  • 31. Mai: 22% Pokalrabatt und Gratis-Krawatte mit Gutscheincode „DFB22“

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Gastbeitrag: Von Pumpen, Pellets und Planeten – Oder wie vermarktet man eine Öko-Heizung?

In marketing on 25/04/2013 at 16:01
Nach langer Zeit haben wir endlich wieder einen weitgereisten Marketing-Experten für einen Gastbeitrag an Land gezogen: Energie-Experte Robert Doelling reitet im Schweinsgalopp durch die Phasen des Kaufprozesses und beschreibt, wie der Marketeer zum besten Freund des Häuslebauers wird. Robert ist einer der führenden Energie-Blogger und hinterlässt seine Spuren nun auch hier im Blog – getrieben von der Vision von einem grüneren Planeten.

Wege zur Kaufentscheidung richtig managen

Wer sich auf Wärmepumpen, Solaranlagen oder Holzpelletheizungen spezialisiert hat, der weiß, dass er sich in einem aus Marketingsicht schwierigen Umfeld bewegt. Auf den Punkt gebracht: Jeder Hausbesitzer interessiert sich natürlich für eine umweltfreundliche und kostengünstige eigene Strom- und Wärmeversorgung. Doch die Techniken und die Vielfalt an Meinungen lässt viele Interessenten auf dem Weg zur Kaufentscheidung verzweifeln. Viele Anbieter führen daher im Branchenvergleich mit herkömmlichen Heizungen viel zu viele Beratungsgespräche mit einer zu niedrigen Abschlussquote. Da macht sich schnell Verdruss breit. Doch das ist gar nicht nötig, wenn man den Kaufentscheidungsprozess des potenziellen Kunden besser verstehen und managen würde.

„Waaaas, das ist so teuer!!“

Potenzielle Kunden trifft man auf Messen, andere Kunden empfehlen einen weiter, klassische Anzeigen wecken das Interesse oder man wird heute gegoogelt. Was dann folgt ist vielfach exemplarisch für den ersten Fauxpas auf dem langen Weg zum Verkaufsabschluss: Auf die Frage „Wieviel kostet denn das?“ wird häufig ausweichend reagiert oder es werden platt Summen in den Raum geworfen. Da regenerative Wärme- und Stromsysteme eigentlich immer teurer sind als klassische Geräte, kann man mit unbedachten Aussagen den Interessenten schnell abschrecken. Daher sollte man als erstes Mitarbeiter so schulen, dass sie gezielt und fachmännisch auf alle gängigen Eingangsfragen eine überzeugende Antwort wissen. Das erste Etappenziel muss dabei sein, das Interesse des Kunden aufrecht zu erhalten und wennmöglich einen weitergehenden Informationsaustausch zu vereinbaren. Im Marketingjargon würde man diese Phase der Kaufentscheidung als die der Bedarfserkennung bzw. Bedarfsmanifestierung bezeichnen, die man aktiv forcieren muss. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Noch mehr Neues von Youtailor: Der Chef ruft an

In marketing on 23/02/2013 at 19:12
Ende letzten Jahres hat stenographique die Youtailor-Mannschaft aufgefordert, die Ärmel hochzukrempeln und sämtliche Altlasten der Ex-Inhaber abzuarbeiten. Dafür gabe es viel Zuspruch von anderen enttäuschten Kunden. In den letzten Tagen hat sich nun erstaunliches getan: Zunächst traf nach gut 10 Monaten (sic!) Wartezeit mein bestelltes Hemd ein, gestern klingelte dann das Handy: Der neue Geschäftsführer Sebastian Schilling war dran.

 

Klappe, die Dritte: Nach zwei Insolvenzen ging Schilling im Dezember 2012 bei Youtailor als neuer GF an Bord – also zu einem Zeitpunkt, an dem wohl nur noch hartgesottene Optimisten zaghaft an eine Rettung des Unternehmens und die Auslieferung der Altlasten Altbestellungen glaubten. Schilling, der laut Gründerszene ein internationales Erwerberkonsortium vertritt, scheint sich nicht viel Zeit gelassen zu haben: Gut zwei Monate nach seinem Antritt gibt es erste Anzeichen, dass Youtailor wieder in Bewegung kommt.

Youtailor-Geschäftsführer-sebastian-schilling

Greift persönlich zum Telefon: Youtailor-GF Sebastian Schilling

Ganz oben auf der Agenda des promovierten Juristen und Ex-Allyouneed-Managers scheint das „Reputation Management“ zu stehen. Verständlich, denn bei dem Stichwort „Youtailor“ klingeln bei einem großen Teil der potenziellen Kundschaft nach wie vor die Alarmglocken. Um die verbrannte Erde wieder fruchtbar zu machen und den arg beschädigten Markennamen aufzupolieren, werden nun anscheinend besonders kritische Kunden (zu denen ich offenbar zähle) persönlich um ihre Meinung gebeten. Das macht Sinn für Kunden, die ihrem Unmut Luft machen können; Das macht Sinn für das Unternehmen, das dringend eine positive Berichterstattung im Netz benötigt.

Herr Schilling hat mir dabei versichert, dass meine Bestellung, die letzte Woche eintraf, nicht wegen des Blogposts priorisiert behandelt wurde – wer noch auf seine Lieferung aus vergangenen Zeiten wartet: Es gibt also berechtigte Hoffnung. Persönlich freue ich mich über diese ungewöhnliche Maßnahme und das persönliche Engagement des Geschäftsführers – wir bleiben am Ball.

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siehe auch:

Neues von Youtailor: Der Insolvenzverwalter schreibt, stenographique antwortet

Newsletter-Programm außer Kontrolle: Youtailor feuert aus allen Rohren

Foto: Xing

Absurditäten des Supermarkts: Fundstücke einer verrückten Konsumwelt

In marketing, meinungen on 02/11/2012 at 15:43
Erst letzte Woche gingen die Bilder der geschälten und vakuumierten Bananen des Österreichischen „Billa“-Supermarkts wieder um die Welt. Supersturm „Sandy“, die Eurokrise und das Alkoholproblem von Jenny Elvers-Elbertzhagen waren schlagartig vergessen angesichts dieses zum Himmel schreienden Konsumwahnsinns. Zwar gab es auch durchaus positives Feedback auf die Produktinnovation aus der Kühltheke (z.B. „Toller Service, jetzt müssen Blondinen endlich die Schale nicht mehr mitessen!“), die überwiegende Mehrheit der Kunden zeigte sich aber bestürzt, so dass sich Billa zu einem Statement auf der eigenen Facebookseite gezwungen sah.

 

Aller Aufregung zum Trotz: Billa ist bei Weitem nicht der einzige Händler mit dummen Ideen. Im Laufe des Jahres sind uns eine ganze Menge Absurditäten des Supermarkts untergekommen, hier nun nach langer Wartezeit das Best-Of. Geplant ist dieser Artikel als Fortsetzungsroman und soll stetig erweitert werden – wer von euch frischen Input hat (und wenn es nur ein verwackeltes Handybild ist), wird mit natürlich einer lobenden Erwähnung und einem dreifachen HipHipHurra im Blog erwähnt!


Platz 10: Party-Suppen von BUSS

Wer sagt denn, dass es immer nur Champignon-Creme, Tomate oder Linsengulasch sein muss – Suppe kann doch viel mehr. Hersteller BUSS versucht sich daher an vielversprechenden Varianten mit Pizza und Lasagne. Da kommt Freude beim Feinschmecker auf! Und Feierlaune gleich mit: Nachdem genussvollen Verzehr steht Disco-Dancing nichts mehr im Weg, wie uns das charmant gewählte Hintergrundbild suggeriert.

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Platz 9: Italo-Döner-Pizza von HASA

Wir bleiben kulinarisch: Pizza-Produzent HASA hat sich eine Teig-Kreation einfallen lassen, die bei großstädtischen Lieferservices gar nicht mehr unbedingt exotisch ist. In der Kombination mit dem wohlklingenden Markennamen „Italissimo“ (zu deutsch: der Italienischste) wirkt der urtürkische Döner als Pizzabelag allerdings nicht unbedingt optimal gewählt. Weitere Vorschläge für die nächste Innovationswelle: „Baklava di Venezia“, „Crema di Ayran“ oder „Pasta al Falafel“… read on Den Rest des Beitrags lesen »

Mister Spex goes Multi-Channel: 9 Fragen an Mitbegründer Björn Sykora

In marketing on 13/09/2012 at 16:36
Im Laufe dieses Jahres hat Mister Spex den deutschen Brillen-Markt mit einem Multi-Channel-Vertriebssystem aufgemischt, das bisher seinesgleichen sucht:  über 200 stationäre Optiker haben sich bereits dem Partnerschaftsmodell von Mister Spex angeschlossen und für den Online Pure-Player Serviceleistungen wie Sehtests oder Brillenanpassungen an. Ein Modell, das Schule machen kann? stenographique hat den Mitbegründer und Leiter des Business Developments Björn Sykora dazu befragt.*

 

Stenographique (S): Etwas ketzerisch gefragt: Was bringt Kunden in Zeiten von Augmented Reality und Virtual-Try-On eigentlich noch dazu, im stationären Handel nach Brillen zu suchen?

Björn Sykora (BS): Eine sehr interessante Frage! Eigentlich ist die Antwort relativ einfach: Die Brille ist und bleibt ein sehr beratungsintensives Produkt. Sehtests und Anpassungen können wir im Online-Handel zum heutigen Stand der Technik leider nicht anbieten. Durch das Partnerprogramm soll so unsere Marktreichweite erhöht werden. Zurzeit werden etwa 10% des Optik-Markts durch Online-Verkäufe abgedeckt. Mit Hilfe unseres Konzepts können wir eine noch größere Zielgruppe ansprechen.

S: Wie können wir uns den Aufbau des Partnernetzwerks vorstellen? Wenn Sie bei einem stationären Optiker anrufen und fragen, ob dieser für einen Online-Wettbewerber Serviceleistungen anbieten möchte: Fühlt sich der Schulterschluss mit einem aufstrebenden Online-Händler aus Sicht eines traditionellen Händlers nicht im ersten Moment wie ein „Pakt mit dem Teufel“ an? Welche Resonanzen haben Sie bekommen?

Björn Sykora, Leiter Business Development und Mitbegründer von Mister Spex

Björn Sykora, Leiter Business Development und Mitbegründer von Mister Spex

BS: Natürlich gibt es immer unterschiedliche Resonanzen zu solch einem Konzept. Wir haben allerdings hauptsächlich sehr gute Erfahrungen machen können. Viele Optiker haben sich aktiv beworben, vor allem weil sie hinter dem Konzept stehen und auch an den Erfolg glauben.

S: Was waren also die schlagkräftigsten Argumente, mit denen Ihr Team die Optiker zu einer Partnerschaft bewegen konnte? read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Online Reputation – Norton verschenkt individuelle Google Ads

In marketing on 22/08/2012 at 14:31

Ein Foto vom Blankziehen beim letzten Absturz, ein zweideutiger Post auf der Seite der Ex-Freundin, ein frustrierter Blogeintrag über den Chef – die Liste potenzieller Rufmörder im Internet ist lang. Umso wichtiger, dass man ein Auge auf seinen guten Ruf im Internet hat, die sogenannte Online-Reputation. Dementsprechend schießen Anbieter, die unsere „weiße Weste“ im Netz schützen wollen, gerade wie Bubble-Tea-Filialen aus dem Boden und schüren die Angst vor unerwünschten Suchergebnissen, die beim googlen des eigenen Namens erscheinen könnten.

Die PC-Sicherheitsexperten von Norton haben das auch erkannt und darin ihre Kernkompetenz – die digitale Sicherheit – wiedergefunden. Kurzum hat man die Online-Reputation zum Gegenstand einer neuen Kampagne im Kampf gegen fallende Marktanteile und rückläufiges Kundeninteresse im B2C-Geschäft gemacht. Die Idee: Man ersinnt „Norton Top Search“ und verschenkt individualisierbare Google Adwords-Anzeigen – passend zum Claim „Protecting the stuff that matters“. Dazu kann sich der geneigte Internetnutzer unter der Kampagnen-Website http://nortontopsearch.com/ in 3 Schritten seine eigene Google-Anzeige erstellen, mit seinem Facebook-Konto verifizieren und sich wenig später ganz wunschgemäß und in perfekter-Schwiegersohn-Manier in der Google-Ergebnisseite präsentieren. Kosten für die Adwords-Anzeige fallen nicht an, den Marketing-Jungs von Norton sei Dank.

Leider dauert es nach der Erstellung der Anzeige „a couple of days“, bis man das Ergebnis auf Google bewundern kann. Ob es hierbei tatsächlich bei einer Marketing-Kampagne zur Unterstüptzung der Kernprodukte rund um die PC-Sicherheit bleibt, oder Norton mit „Top Search“ vielleicht den ersten Schritt in einen neuen Markt wagt, ist bislang offen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung spricht allerdings für letzteres: Auch Google hat mitllerweile ein eigenes Reputation-Management-Tool im reichhaltigen Programm.

Dank an die Kollegen vom Gefahrgut-Blog für den Hinweis! Siehe auch: Hype5JohnVantine

iPad Fake Ad – Kreative Werbung auf mobilen Endgeräten

In marketing on 17/08/2012 at 15:05

Facebook tut sich schwer in diesen Tagen: Nicht nur, dass der Aktienkurs nach der Schwemme frisch handelbarer Anteile den Klickzahlen von StudiVZ nacheifert, auch die jüngsten Quartalszahlen waren alles andere als rosig. Neben Steuernachzahlungen und die Mitarbeiterentlohnung mit Aktien gibt es dafür vor allem einen Grund: Die Nutzung von Facebook über mobile Endgeräte nimmt rasant zu – und damit der Anteil der Sessions, die von Anzeigen kaum erreicht werden können.

Genau diese kontextsensitiven Anzeigen in den Profilen der Nutzer steuern jedoch den Löwenanteil zum Umsatz des weltgrößten sozialen Netzwerks bei. Lösungen für die Integration von Werbung in die mobilen Dienste sind daher für Facebook absolut erfolgskritisch und überlebensnotwendig. Bislang wird mobile Werbung in Facebook überwiegend als Abbinder bzw. Banderole eingesteuert – und hat damit ungefähr den Charme früher Display-Ads im Internet der 90er Jahre.

In Brasilien hat man etwas dagegen! Konkret: Der BBDO-Ableger aus São Paulo. Für die KFZ-Versicherung Bradesco Seguros wurde eine Werbeform für mobile Endgeräte entwickelt, die der Nutzer nicht umgehen kann und die er dennoch lieben wird:

Während der Nutzer durch die iPad-Ausgabe einer Autozeitschrift blättert, wird zwischendurch eine Anzeige eingeblendet, die er – wie gewohnt – mit einem Fingerwisch überblättern will. Was dann passiert trifft ihn völlig unvorbereitet: Nicht die Seite schlägt um, sondern das Auto im Mittelpunkt der Anzeige nimmt Fahrt auf. Und fährt direkt in eine Mauer! Totalschaden. Aus dem Nichts.

Damit deckt sich die Darstellung zu 100% mit der Botschaft der Werbung: Unerwartete Dinge passieren ohne Vorwarnung („Unexpected events happen without warning“). Es wird also dringend Zeit für eine Autoversicherung („Make a Bradesco car insurance plan“). Die Idee und die Umsetzung sind so gut, dass wir sicherlich nicht lange auf Nachahmer warten müssen – bleibt zu hoffen, dass dieser charmante Ansatz nicht mit billigen Hau-Ruck-Kopien der werbetreibenden Industrie entzaubert wird.

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