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Ein Zimmer voller iPads und ein Netz voller Realitätsnihilisten

In meinungen on 19/02/2013 at 14:57
Wenn es um Gewinnspiele auf Facebook geht, geben manche Leute ihren Verstand offenbar an der Log-In-Maske ab. Völlig egal, wie absurd der in Aussicht gestellte Gewinn auch sein mag, sämtliche rationalen Denkmuster haben dann erst einmal Pause. Stattdessen übernehmen Hoffnung, Träumerei und Naivität das Heft des Handelns. So spamen liken, spamen teilen und spamen kommentieren die Realitätsnihilisten, was die Tastatur hergibt und sie ihren Facebook-Freunden noch zutrauen zu können glauben (bitte nicht persönlich nehmen, Homies!).

 

Neu ist das nicht, ganz im Gegenteil. Aber auch, wenn noch nie jemand von jemandem gehört hat, der jemanden kennt, der seine funkelnigelnagelneue Hardwareausstattung aus Cupertino bei einem Facebookgewinnspiel gewonnen hat – solche Irrungen sind partout nicht tot zu kriegen. Heutiges Beispiel: „Lukas Ungerland“ und „Felix Stetter“ verlosen 1000 iPads und 1000 MacBooks bei Facebook, weil die noch in ihrem WG-Zimmer (lt. Profil irgendwo in Köln) herumstehen und dort überraschend viel Platz in Anspruch nehmen. Nett sehen sie aus, die beiden grinsenden Jungs mit ihren Hipsterbrillen…

Wahre Wohltäter: Lukas Ungerland und Fabian Stetter verschenken 1000 iPads und 1000 MacBooks

Wahre Wohltäter: Lukas Ungerland und Felix Stetter verschenken 1000 iPads und 1000 MacBooks

So gern ich auch an den vollkommenen Altruismus („Weil wir so NETT sind!“) der beiden Studenten glauben würde und selbst, wenn ich den zehntausenden (sic!) hoffnungsvollen Teilnehmern den Gewinn von Herzen gönne: Herr Ungerland, Herr Stetter – ich hätte da noch einige Fragen:

  • Wie hat es Ihr Fotograf geschafft, dass sein eigener Schatten zwar auf Ihren Knien, nicht aber auf den Produktverpackungen im Hintergrund zu sehen ist? Ist das eine neue Technologie aus Übersee? Mögen Sie interessierten Amateuren einen Tipp geben?
  • Seit Monaten suche ich nach einem Dreieckigen Karton für mein diagonal durchgebrochenes MacBook. Wie ich auch dem Foto in der oberen linken Ecke sehen konnte, haben Sie so eine Kiste aufgetrieben. Verraten Sie, wo?
  • Wieso genau haben Sie nicht z.B. 1 MacBook oder 2 iPads verkauft und von dem Geld einen Photoshop-Basics-Kurs gebucht? read on… Den Rest des Beitrags lesen »
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Dein digitales „Ich“ in Zahlen – WolframAlpha analysiert Facebook-Accounts

In miscellaneous on 04/09/2012 at 10:24
Welche Informationen stecken eigentlich in meinem Facebook-Konto? Was wissen gewiefte Vermarkter über mich? Und welchen Nutzungsmustern folge ich eigentlich? Antworten auf diese Fragen können wir uns jetzt selbst geben: Mit der semantischen Suchmaschine WolframAlpha. Völlig kostenlos. Stenographique zeigt, wie es geht…

 

Jahrelang rankten die Legenden wie wild um den potenten Suchalgorithmus von WolframAlpha, der vollständig formulierte Fragen verstehen und verabeiten kann – der Durchbruch ließ jedoch lange auf sich warten. Seit Apple die semantische Suchmaschine für die Spracherkennung „Siri“ verwendet, trauen ihr mehr und mehr Nutzer den großen Coup zu. Jetzt hat WolframAlpha ein neues Feature zu seinem Such- und Analyseservice hinzugefügt, das äußerst aufschlussreiche Informationen über unser digitales „Ich“ zu Tage fördert. Um seine Facebook-Profil-Daten auswerten zu lassen, reicht eine Suche nach „Facebook Report“ bei WolframAlpha. Darüber hinaus müssen logischerweise die Profildaten (nur Leserechte!) von Facebook freigegeben werden und ein kostenloses WolframAlpha-Konto eingerichtet werden – Zeitaufwand 10 Sekunden, fast alle Daten wurden bereits von Facebook übernommen.

Einen Wimpernschlag später spuckt die Suchmaschine ansehnliche Balken-, Kreis- und Punktediagramme aus, analysiert das Post-Verhalten und die Reaktionen von Freunden sowie die Struktur des eigenen Netzwerks. Konkret lassen sich folgende Auswertungen durchführen (Auswahl):

  • Persönliche Informationen (inkl. der Antwort auf die Frage, wie oft man noch bis zum nächsten Geburtstag schlafen muss)
  • gepostete Links, Statusmeldungen und Fotos im Zeitverlauf und direkten Vergleich
  • Reaktionen (Likes, Kommentare) auf eigene Statusmeldungen und deren Struktur (Länge, Keywords)
  • Top-Posts und Top-Kommentatoren (bzw. Sharer der eigenen Mitteilungen)
  • weltweite Übersicht eigener Check-Ins
  • Nutzung von Facebook-Apps im Zeitverlauf
  • Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus der eigenen Freunde sowie die kartographische Darstellung ihrer Heimatorte
  • gängigste Vor- und Nachnamen im eigenen Netzwerk
  • soziale Netzwerkanalyse („Wer-kennt-wen-über-wen“)

Und das schönste daran: WolframAlpha will auf die Mannigfaltigkeit des eigenen Datenschatzes hinweisen und dessen Wert visualisieren – es will diesen Schatz nicht behalten, alle importierten Facebook-Daten werden daher nach eigenen Angaben nach einer Stunde gelöscht. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

iPad Fake Ad – Kreative Werbung auf mobilen Endgeräten

In marketing on 17/08/2012 at 15:05

Facebook tut sich schwer in diesen Tagen: Nicht nur, dass der Aktienkurs nach der Schwemme frisch handelbarer Anteile den Klickzahlen von StudiVZ nacheifert, auch die jüngsten Quartalszahlen waren alles andere als rosig. Neben Steuernachzahlungen und die Mitarbeiterentlohnung mit Aktien gibt es dafür vor allem einen Grund: Die Nutzung von Facebook über mobile Endgeräte nimmt rasant zu – und damit der Anteil der Sessions, die von Anzeigen kaum erreicht werden können.

Genau diese kontextsensitiven Anzeigen in den Profilen der Nutzer steuern jedoch den Löwenanteil zum Umsatz des weltgrößten sozialen Netzwerks bei. Lösungen für die Integration von Werbung in die mobilen Dienste sind daher für Facebook absolut erfolgskritisch und überlebensnotwendig. Bislang wird mobile Werbung in Facebook überwiegend als Abbinder bzw. Banderole eingesteuert – und hat damit ungefähr den Charme früher Display-Ads im Internet der 90er Jahre.

In Brasilien hat man etwas dagegen! Konkret: Der BBDO-Ableger aus São Paulo. Für die KFZ-Versicherung Bradesco Seguros wurde eine Werbeform für mobile Endgeräte entwickelt, die der Nutzer nicht umgehen kann und die er dennoch lieben wird:

Während der Nutzer durch die iPad-Ausgabe einer Autozeitschrift blättert, wird zwischendurch eine Anzeige eingeblendet, die er – wie gewohnt – mit einem Fingerwisch überblättern will. Was dann passiert trifft ihn völlig unvorbereitet: Nicht die Seite schlägt um, sondern das Auto im Mittelpunkt der Anzeige nimmt Fahrt auf. Und fährt direkt in eine Mauer! Totalschaden. Aus dem Nichts.

Damit deckt sich die Darstellung zu 100% mit der Botschaft der Werbung: Unerwartete Dinge passieren ohne Vorwarnung („Unexpected events happen without warning“). Es wird also dringend Zeit für eine Autoversicherung („Make a Bradesco car insurance plan“). Die Idee und die Umsetzung sind so gut, dass wir sicherlich nicht lange auf Nachahmer warten müssen – bleibt zu hoffen, dass dieser charmante Ansatz nicht mit billigen Hau-Ruck-Kopien der werbetreibenden Industrie entzaubert wird.

Gastbeitrag: Die Macht eines einzelnen Tweets

In meinungen on 19/06/2012 at 17:12

stenographique freut sich, euch nach langer Zeit endlich wieder einen Gastbeitrag präsentieren zu können! Dieses Mal in den Startlöchern: Christian Faller, seines Zeichens Digital Strategist, Online Marketer und Blogger-Kollegen beim Gefahrgut Blog. Gefahrgut setzt sich kritisch und humorvoll mit digitalen Trends und Social Media Marketing auseinander, z.B. mit den größten Shitstorms oder der Frage warum tumblr super ist. Aber genug des Vorworts – viel Spaß mit dem Artikel von Christian!

Eigentlich hatte ich ja geplant, diesen Artikel „Die Facebook Fan Farce“ zu nennen und mich darüber zu amüsieren, wie sich große Unternehmen sinnlos über ihre Facebook Fan Zahlen freuen, ohne zu verstehen was sie davon haben und wie sie diese Fans benutzen. Aber ich habe mich mit viel Überwindung dazu bringen können einen konstruktiven Post daraus zu machen und statt dem Negativbeispiel auch einige Positivbeispiele anzuführen.

Die Facebook Fan Farce ist für mich Sinnbild dessen, dass Social Media nicht immer ganz verstanden wird… Ich korrigiere: Selten überhaupt verstanden wird. Denn, was will man denn über Social Media Marketing erreichen? Was sind die Ziele von Social Media?

  • Neue Kunden gewinnen?
  • Bestehende Kunden zufriedenstellen?
  • Unzufriedene Kunden beraten?

Welches Ziel man auch immer wählt, es geht im Grunde immer um das Wohl des Kunden. Oder das sollte es zumindest. Dass sich Social Media dafür hervorragend eignet, ist heute klar. Das liegt hauptsächlich daran, dass der wirklich wichtige Unterschied der sozialen Medien zu den klassischen der ist, dass wir nicht mehr One-to-Many kommunizieren sondern One-to-One oder immerhin Many-to-Many. Kurzum: Wir schleudern nicht mehr Nachrichten an tausende von Leuten heraus, ohne uns um die zu scheren.

Social Media falsch genutzt

Erstaunlicherweise haben es aber sehr viele Marken geschafft, immer noch genau dies zu tun. Meistens läuft das dann so: Durch ein Gewinnspiel oder ein Loyalty Programm oder ganz simples „Einkaufen“ irgendwo in China, werden Fans auf die Seite gebracht. Und an die gehen dann die Botschaften raus, egal ob da echte Menschen sitzen und egal ob jemand zuhört oder nicht. Immerhin macht aber nicht jede Markte macht dann plumpe Werbung. Manche schreiben durchaus relevante Dinge, die vielleicht auch lustig zu lesen sind. Aber es ist eben immer noch One-to-Many.

Social Media hat aber genau dort seine große Qualität, wo es persönlich wird. In seinem Buch „The Thank You Economy“ predigte Gary Vaynerchuck das schon vor vielen Monaten. Und seine Position vertrete ich heute mehr als je zuvor. Wer wirklich Social Media versteht, der nutzt es wie ein Telefon. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Geburtstagskalender-App bei Facebook – die Kinder der Datenkrake

In medien on 07/02/2012 at 10:19

Dass Facebook in großem Stil unsere Benutzerdaten sammelt, Profile erstellt und auswertet, um mit minimalem Streuverlust Werbung im persönlichen Umfeld zu platzieren, ist nichts Neues. Facebook ist jedoch bei weitem nicht der einzige Jäger und Sammler im Geschäft mit den Daten. Dem geringen Entwicklungsaufwand sei Dank, tummeln sich mittlerweile Tausende windige „Dienstleister“ im überquellenden Nutzer-Pool des weltgrößten sozialen Netzwerks. Ein paar Worte zu den Risiken für Nutzer und dem Charme von Facebook-Apps für Datensammler:

Die Suche für ein prominentes Beispiel für diesen Text war zugegebenermaßen eine Sache von Sekunden: Fast täglich trudeln neue Anfragen für die App „Geburtstagskalender“ ein. Genausogut hätte man aber auch einen der überragenden Zeitvernichter auswählen können, bei dem man sinnvolle Dinge wie Diamanten suchen, Kreuworträtsel lösen oder Freunden auf die Schulter klopfen tun kann – Links spare ich mir, um den Quatsch nicht noch viraler zu machen.

Was tut also diese Geburtstagskalender-App so schlimmes? Zunächst einmal: Sie erfüllt keinerlei nützlichen Zweck! Facebook hat seit Menschengedenken eine Geburtstagserinnerungsfunktion eingebaut und synchronisiert alle eingetragenen Ehrentage bei Bedarf mit dem Smartphone oder Outlook. Wofür 2.200.000 Menschen monatlich (!) noch diese Facebook-App brauchen, bleibt schleierhaft!

Geburtstagskalender- App bei Facebook Genehmigungsanfrage nicht zulassenDafür ist sie ein Paradebeispiel für vollkommen zweckentbundenes und im funktionalen Sinne überflüssiges Datensammeln: Um seine Funktion zu erfüllen, bräuchte ein Geburtstagskalender bei Facebook genau zwei Profil-Freigaben: den Namen und das Geburtsdatum. Statt dessen grabbt diese App alle (!) verfügbaren Infos ab: Name, Profilbild, Geschlecht, Netzwerke, Nutzer-ID, Freundesliste, Wohnort, Heimatstadt, Familienmitglieder, Beziehungsstatus – und natürlich das Geburtsdatum. Darüber hinaus erlaubt man der Anwendung, die Nutzer direkt an ihre bei Facebook hinterlegte eMail-Adresse anzuschreiben, im eigenen Namen zu posten („Statusmeldungen, Notizen, Fotos und Videos“) und sogar auf die Daten zuzugreifen, wenn man die Anwendung nicht nutzt.

Immerhin bietet die App ausführliche Infos über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Link) und die Datenschutzbedingungen (Link). Toller Service, denkt man – bis man auf die Links klickt: read on Den Rest des Beitrags lesen »

Friedhof der Gruscheltiere: Die letzten Wochen der VZ-Netzwerke?

In medien on 22/01/2012 at 17:11

Wer die ersten Anzeichen einer akuten Social-Media-Sucht aufweist (Sätze sind nur noch 140 Zeichen lang / allen Substantiven wird ein # vorangestellt / skypen mit dem Mitbewohner quer durchs Wohnzimmer), sollte sich einmal wieder mit seinem StudiVZ-Account einloggen: Dort ist nämlich Entspannung pur angesagt. Garantiert keine Neuigkeiten, die zu langen Surf-Eskapaden verführen. Überhaupt keine Notwendigkeit, ständig die Timeline zu aktualisieren, um nichts zu verpassen. Keinerlei störende Impulse, die kommunikativen Aufwand provozieren. Einfach nur Stille…

Der Verfall der Nutzerzahlen ist dabei ungefähr so linear, wie die Zahl der verbleibenden Wochenenden in diesem Jahr. Anlass genug für Martin Vogel, das unglaubliche Geschehen mit Zahlen des IVW graphisch aufzubereiten und in den Berliner Headquarters der Holtzbrinck-Tochter neuerliche Schweißausbrüche hervorzurufen:

Nach aktuellen Zahlen (Dezember 2011) kamen die VZ-Netzwerke Ende letzten Jahres nur noch auf 77,35 Millionen Visits (bei 1,24 Milliarden Page Impressions). Das ist eine ganze Menge. Zumindest für eine örtliche Schlachterei oder eine Kleingärtnervereinigung! Für ein soziales Netzwerk dagegen, das sich in der Selbstbeschreibung immer noch stolz als „Marktführer“ mit „weiterhin großem Erfolg“ beschreibt und lange Zeit sogar als Facebook-Killer betrachtet hat, könnte die Ohrfeige nicht schallender sein.

Richtig deutlich wird der Verfall erst beim direkten Vergleich mit den Vorjahreszahlen, anschnallen bitte: Im Dezember 2010 könnten die Berliner Gruschelanten noch satte 347,49 Millionen Visits (bei 8,57 Milliarden Page Impressions) verzeichnen. Auch ohne Adam Ries erkennt jeder, dass der Sand in der Lebensuhr der VZ-Netzwerke fast vollständig durchgerieselt ist. A propos Lebensuhr: unter wannstirbtstudivz.com wird das ganze wunderbar anschaulich zusammengefasst. Danach bleiben Holtzbrinck noch ca. 7 Wochen, 4 Tage, 0 Stunden und 16 Minuten für den finalen Turnaround, am 15. März wäre dann Schluss. Für das digitale Ei des Kolumbus. Für die soziale Erleuchtung. Bislang sieht es danach aus, als würde das „VZ“ vor dem „Netzwerke“ auch langfristig für „Verlustzone“ stehen. Das klingt immer noch freundlicher als „100-Millionen-Euro-Grab“! read on Den Rest des Beitrags lesen »

Vodafone und die 500 iPhones – Tausend verwirrte Liebeserklärungen

In meinungen on 13/01/2012 at 12:36

Dieser Blogpost geht an alle Realitätsnihilisten. An alle, die ihre Wunschzettel an den Weihnachtsmann adressieren und sich Abends das Märchen vom Sterntaler vorlesen lassen. An alle chronischen Strohhalmklammerer und Stoßgebetesender. Lest dies und merkt euch: VODAFONE VERSCHENKT KEINE 500 IPHONES 4S! Nicht heute, nicht morgen, und vermutlich auch nicht in den nächsten 3-4 Erdzeitaltern!

Seit Tagen wird bei vielen Social Media Nutzern die eigene Timeline bei Twitter, Facebook und Co. mit selbsterniedrigenden „Danke, Vodafone“-Postings und Likes von billigst-gemachsten Phishingseiten zugespamt – und dieses Strohfeuer scheint, anders als andere, überhaupt kein Ende zu nehmen! Zeit für einen Faktencheck:

  • Dass Mobilfunkprovider wie Vodafone Gewinnspiele durchführen und hin und wieder das eine oder andere Gadget verlosen, ist in der Tat kein außergewöhnlicher Vorgang. Man darf jedoch unterstellen, dass dies wegen einer gewissen multiplikativen Außenwirkung und der damit einhergehenden viralen Effekte getan wird. Ist es da nicht merkwürdig, dass weder ein Impressum, noch ein Link zur Unternehmensseite, noch ein paar rechtliche Hinweise zur Abwicklung des 500-iphones-Gewinnspiels auf der verseuchten Landing-Page untergebracht werden konnten?
  • A propos Landingpage: Der großzügige Technik-Mäzen heißt immer noch Vodafone und nicht „voda2011“, „voda500“, „voda-special“ oder „vdfn“, oder? Klingelt’s langsam?
  • Immer noch nicht? Kann die Tatsache daran etwas ändern, dass das iPhone-Kontingent sich auf wundersame und füllhorneske Weise immer wieder erneuert, wenn man die Seite neu lädt?
  • Vielleicht kann das eine Meldung der offiziellen Vodafone-Deutschland-Facebookseite helfen, die folgenden Wortlaut beinhaltet: „ACHTUNG! Aus gegebenem Anlass noch einmal ein Hinweis in eigener Sache: Vodafone verschenkt keine iPhones oder Guthaben. Angebote in diese Richtung sind gefaked und dahinter verbirgt sich ein Abo-Falle und womöglich sogar Schadsoftware.“ (siehe Screenshot unten)

Aber Trost ist nicht fern: Allein über die Seite „https://s3.amazonaws.com/vdfn/voda.html“ haben bisher über 1.500 Apple-Jünger demütig und in freudiger Erwartung einer baldigen Paketsendung aus Düsseldorf das Haupt gesenkt und „Danke Vodafone“ ist die Tasten gehämmert – an anderen Stellen sogar über 6.000! read on Den Rest des Beitrags lesen »

Volltreffer: Schmutziges Live-Gaming mit dem „Ariel Fashion Shoot“

In marketing on 13/09/2011 at 13:24

Ende August tat sich erstaunliches auf dem Stockholmer Hauptbahnhof. Nach tagelangen Bauarbeiten enthüllte man einen seltsamen Glaskasten – darin: Ein schmutz-spritzender Industrieroboter aus der PKW-Fertigung, eine umlaufendes Seil im Stile einer Berggondel und jede Menge vorbeifliegende weiße Wäsche. Initiator der Aktion war der Homecare-Riese Procter&Gamble, der seine Marke Ariel mit einem Schlag ins 21. Jahrhundert hievte. Klementines Tage scheinen gezählt…

Die Ausgangssituation: Das Homecare- oder auch WPR-Segment (Waschen, Putzen, Reinigen) kämpft traditionell mit einem Konsumenten-Involvement knapp oberhalb des Gefrierpunkts. Wäsche waschen ist für viele Erdenbürger kaum aufregender als Nase-bohren oder Eisangeln. Gleichzeitig sind die Positionierungen und Standpunkte der etablierten Hersteller nur schwer auseinanderzuhalten. Weiße Dame, Klementine und Meister Propper lassen sich zwar noch ihren Muttermarken zuordnen, verkörpern aber mehr und mehr dasselbe simple Produktverbrechen: Blütenweiße Reinheit. Ausdruck dessen sind die Ariel Fashion Shootimmergleichen TV-Spots der Hersteller in den letzten 10 Jahren. Neben der eroierenden USP („unique selling proposition“) tun sich die Traditionshersteller mitunter schwer, ihre Zielgruppe zu verstehen und angemessen anzusprechen. Das Social Web wurde dementsprechend auch solange argwöhnisch beäugt, bis man sich gar nicht mehr dagegen wehren konnte und beschloss, selbst in die unaufhaltsame Diskussion einzusteigen.

Die Idee: Die Kreativ-Champions von Saatchi&Saatchi Schweden haben das erkannt und es sich zum Ziel gesetzt, der Marke eine Kampagne auf den Leib zum schneidern, die Ariel mit Eigenschaften verbindet, die sonst bestenfalls in den feuchten Träumen eines Ariel-Produktmanagers vorkamen: interaktiv! aufregend! modern! innovativ! Das Ergebnis der Anstrengungen ist ein Live-Video-Game, das ein virtuelles Erlebnis im echten Leben erlebbar macht und umgekehrt: Der Ariel Fashion Shoot! Die Dynamik ist dabei so neu wie genial: read on Den Rest des Beitrags lesen »

Guttenbergs Facebook-Fake und der Tipping Point

In medien, meinungen on 08/03/2011 at 08:54

Noch einmal KTG: Nachdem in den vergangenen Tagen nur wenige Hundert Fans ihre guttiphile Meinung auf den Unterstützer-Demos in Berlin und Hamburg geäußert hatten, steigt die Verwunderung über knapp 600.000 Anhänger, die die beiden großen Pro-Guttenberg Gruppen („Wir wollen Guttenberg zurück“ und „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg„) vereinen. Im Stundentakt werden neue Mutmaßungen und Interpretationen aus den Kommentarspalten der Blogs und Newsportale gezaubert: Sind die Facebook-Fans am Ende gar nichts wert? Ist die Hoffnung auf eine politischere Jugend völlig unbegründet? Ist die Fanpage gar ein Machwerk gewiefter PR- und Social-Web-Agenturen?

Um sich nicht im Geflecht aus Gerüchten und Meinungen zu verlieren, konzentrieren wir uns auf den letzten Aspekt. Eine kurze Chronik: Zunächst meldete sich Medienstratege Peter Berger zu Wort, wühlte in seinem Erfahrungsschatz und bekundete, dass Guttenberg im unpolitischen Deutschland in drei Tagen niemals mehr Fans rekrutieren könne als DSDS in 9 Jahren. Die vage, aber plakative Vermutung untermauert er mit ausgewählten Indizien, die darauf hindeuten könnten, dass ein Teil der Unterstützung aus dem Netz elektronisch erzeugt worden sein könnte (Fans ohne Freunde und Interessen / kopierte Kommentare, sog. Sockenpuppen / unbekannter Betreiber der Fanpage / etc.). Auf den konstanten Zuwachs von Fans – auch zu nächtlicher Stunde – fokussiert weiterhin der (mir gänzlich unbekannte) Derivatehändler Kristjan Schmidt, der hierin einen klaren Hinweis auf einen künstlich erzeugten Unterstützerstrom sieht. Wenig später hat sich auch Netzaktivist Sascha Lobo in die Diskussion eingeschaltet und die „Facebook Fake Finding Force“ gegründet, die durch die Beteiligung der Netzcommunity weitere Indizien für eine gezielte Manipulation liefern soll. Die Diskussion endete relativ abrupt mit dem exklusiven Einblick von Rhein-Zeitungs-Blogger Marcus Schwarze in die internen Statistiken der Facebook-Fanpage. Klares Ergebnis: Es gibt keine Indizien für gezielte Manipulation. Das muss nicht heißen, dass es keine gegeben hat bzw. gibt – Schwarze bezeichnet sich selbst als „kein Experte“ auf dem Gebiet – aber es hat erheblich zur Beruhigung der Debatte beigetragen. Womit wir zum eigentlichen Thema kommen…

Denn was hier vermutet wurde, ist gelebter Alltag in der Auftragsakquise von Social-Media-Agenturen: Fans werden den werbetreibenden Kunden als schlichtes „Klickvieh“ angeboten und im Zehntausenderpaket meistbietend verschachert. Im Zuge einer performanceabhängigen Entlohnung der Agenturen greifen sie nicht selten zu Prinzipien und Technologien, um ein Thema aktiv zu befeuern – sei es mit Fans, mit Seitenaufrufen oder mit Kommentaren. Der Experte spricht dann von Astroturfing, einem Ansatz, der eine basisdemokratische und spontane Graswurzelbewegung vortäuschen soll. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

Guttenberg und die Klingonenkrieger

In medien on 06/03/2011 at 21:07

Die Wirren um Minister und Doktor a.D. zu Guttenberg haben in den vergangenen Tagen einiges an Kuriositäten mit Schmunzelpotential hervorgebracht. Eine der letzten: Das Gerücht ging um, KT habe die auf seiner überstürzt angekündigten Pressekonferenz verlesene Erklärung bei „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ abgeschrieben – und die entsprechende Stelle verständlicherweise nicht als Zitat gekennzeichnet.

In den aktuellen Facebook-Meldungen dominierten danach wutschnaubende Meldungen entzürnter„Trekkies“, die dem Plagiator blasphemisches Verhalten und mangelnden Respekt vor dem filmischen Erbe von „Star Trek“ Erfinder Gene Roddenberry vorwarfen.

Insbesondere über Twitter und Facebook verbreitete sich die unglaubliche Nachricht daraufhin rasend schnell und schaffte es bis in die Newsticker renommierter Zeitungen, wie Daniel Bröckerhoff in seinem Blog dokumentiert. Doch wenn eine Meldung zu spektakulär klingt, um wahr zu sein, dann ist sie es meistens nicht…

Denn Guttenbergs Worte „Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht“ sind nie über die Lippen eines Klingonenkriegers aus „Star Trek“ gekommen – auch nicht über die des „Khan“, dem der Ausspruch irrtümlicherweise in den Mund gelegt wurden und der eigentlich gar kein Klingone ist… [Danke für den Hinweis, M.]

Und damit noch nicht genug: Die Causa Guttenberg hat uns gezeigt, dass es bei jedem medialen GAU immer noch jemanden gibt, der im sprichwörtlichen Fettnäpfchen eine Extrarunde dreht. In diesem Fall geht der Preis an David Siems, der beim Hamburger Abendblatt die Kolumne „Moin Moin“ schreibt und dort so tat, als hätte er den Ausspruch den Klingonen selbst vernommen und die Verbindung zu KTG als erster hergestellt. Zitat: „Gute Laune bekam ich aber gestern Abend wieder, als ich Star Trek II sah: ‚Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht‘, sagt der Klingone Khan. Häh? Karl-Theodor konnte es einfach nicht lassen…“

Verwirrend, dass manche Journalisten annehmen, sie könnten den Gebrandmarkten überführen, indem sie ihre eigenen Plagiate vertuschen und damit noch einen Lacher bei den blöden Offline-Lesern der eigenen Zeitung wollen!

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