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Dein digitales „Ich“ in Zahlen – WolframAlpha analysiert Facebook-Accounts

In miscellaneous on 04/09/2012 at 10:24
Welche Informationen stecken eigentlich in meinem Facebook-Konto? Was wissen gewiefte Vermarkter über mich? Und welchen Nutzungsmustern folge ich eigentlich? Antworten auf diese Fragen können wir uns jetzt selbst geben: Mit der semantischen Suchmaschine WolframAlpha. Völlig kostenlos. Stenographique zeigt, wie es geht…

 

Jahrelang rankten die Legenden wie wild um den potenten Suchalgorithmus von WolframAlpha, der vollständig formulierte Fragen verstehen und verabeiten kann – der Durchbruch ließ jedoch lange auf sich warten. Seit Apple die semantische Suchmaschine für die Spracherkennung „Siri“ verwendet, trauen ihr mehr und mehr Nutzer den großen Coup zu. Jetzt hat WolframAlpha ein neues Feature zu seinem Such- und Analyseservice hinzugefügt, das äußerst aufschlussreiche Informationen über unser digitales „Ich“ zu Tage fördert. Um seine Facebook-Profil-Daten auswerten zu lassen, reicht eine Suche nach „Facebook Report“ bei WolframAlpha. Darüber hinaus müssen logischerweise die Profildaten (nur Leserechte!) von Facebook freigegeben werden und ein kostenloses WolframAlpha-Konto eingerichtet werden – Zeitaufwand 10 Sekunden, fast alle Daten wurden bereits von Facebook übernommen.

Einen Wimpernschlag später spuckt die Suchmaschine ansehnliche Balken-, Kreis- und Punktediagramme aus, analysiert das Post-Verhalten und die Reaktionen von Freunden sowie die Struktur des eigenen Netzwerks. Konkret lassen sich folgende Auswertungen durchführen (Auswahl):

  • Persönliche Informationen (inkl. der Antwort auf die Frage, wie oft man noch bis zum nächsten Geburtstag schlafen muss)
  • gepostete Links, Statusmeldungen und Fotos im Zeitverlauf und direkten Vergleich
  • Reaktionen (Likes, Kommentare) auf eigene Statusmeldungen und deren Struktur (Länge, Keywords)
  • Top-Posts und Top-Kommentatoren (bzw. Sharer der eigenen Mitteilungen)
  • weltweite Übersicht eigener Check-Ins
  • Nutzung von Facebook-Apps im Zeitverlauf
  • Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus der eigenen Freunde sowie die kartographische Darstellung ihrer Heimatorte
  • gängigste Vor- und Nachnamen im eigenen Netzwerk
  • soziale Netzwerkanalyse („Wer-kennt-wen-über-wen“)

Und das schönste daran: WolframAlpha will auf die Mannigfaltigkeit des eigenen Datenschatzes hinweisen und dessen Wert visualisieren – es will diesen Schatz nicht behalten, alle importierten Facebook-Daten werden daher nach eigenen Angaben nach einer Stunde gelöscht. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Friedhof der Gruscheltiere: Die letzten Wochen der VZ-Netzwerke?

In medien on 22/01/2012 at 17:11

Wer die ersten Anzeichen einer akuten Social-Media-Sucht aufweist (Sätze sind nur noch 140 Zeichen lang / allen Substantiven wird ein # vorangestellt / skypen mit dem Mitbewohner quer durchs Wohnzimmer), sollte sich einmal wieder mit seinem StudiVZ-Account einloggen: Dort ist nämlich Entspannung pur angesagt. Garantiert keine Neuigkeiten, die zu langen Surf-Eskapaden verführen. Überhaupt keine Notwendigkeit, ständig die Timeline zu aktualisieren, um nichts zu verpassen. Keinerlei störende Impulse, die kommunikativen Aufwand provozieren. Einfach nur Stille…

Der Verfall der Nutzerzahlen ist dabei ungefähr so linear, wie die Zahl der verbleibenden Wochenenden in diesem Jahr. Anlass genug für Martin Vogel, das unglaubliche Geschehen mit Zahlen des IVW graphisch aufzubereiten und in den Berliner Headquarters der Holtzbrinck-Tochter neuerliche Schweißausbrüche hervorzurufen:

Nach aktuellen Zahlen (Dezember 2011) kamen die VZ-Netzwerke Ende letzten Jahres nur noch auf 77,35 Millionen Visits (bei 1,24 Milliarden Page Impressions). Das ist eine ganze Menge. Zumindest für eine örtliche Schlachterei oder eine Kleingärtnervereinigung! Für ein soziales Netzwerk dagegen, das sich in der Selbstbeschreibung immer noch stolz als „Marktführer“ mit „weiterhin großem Erfolg“ beschreibt und lange Zeit sogar als Facebook-Killer betrachtet hat, könnte die Ohrfeige nicht schallender sein.

Richtig deutlich wird der Verfall erst beim direkten Vergleich mit den Vorjahreszahlen, anschnallen bitte: Im Dezember 2010 könnten die Berliner Gruschelanten noch satte 347,49 Millionen Visits (bei 8,57 Milliarden Page Impressions) verzeichnen. Auch ohne Adam Ries erkennt jeder, dass der Sand in der Lebensuhr der VZ-Netzwerke fast vollständig durchgerieselt ist. A propos Lebensuhr: unter wannstirbtstudivz.com wird das ganze wunderbar anschaulich zusammengefasst. Danach bleiben Holtzbrinck noch ca. 7 Wochen, 4 Tage, 0 Stunden und 16 Minuten für den finalen Turnaround, am 15. März wäre dann Schluss. Für das digitale Ei des Kolumbus. Für die soziale Erleuchtung. Bislang sieht es danach aus, als würde das „VZ“ vor dem „Netzwerke“ auch langfristig für „Verlustzone“ stehen. Das klingt immer noch freundlicher als „100-Millionen-Euro-Grab“! read on Den Rest des Beitrags lesen »

enthüllungen über zuckerberg – kurz vor kinostart von „the social network“

In medien on 20/09/2010 at 15:43

17 tage wird es noch dauern: 17 tage, bis wir wissen, worüber bisher strengstes stillschweigen bewahrt wird. 17 tage, bis „the social network“ in die kinos kommt… das klingt wie die leidliche vorankündigung eines mit rasierwasser bestochenen moderators aus dem nachmittagsprogramm. allerdings stellt sich bei mir momentan tatsächlich eine gewisse freudige anspannung ein, wenn ich an den kinostart des gerüchteumwobenen facebook-films denke. der grund: neue fakten zur handlung.

der stoff böte reichlich pathetischen stoff für einen patriotischen doku-thriller vor der wehenden stars-and-stripes-flagge. schüchterner student fliegt von der uni, aus der not und einsamkeit heraus bastelt er eine internetseite, die sich in windeseile zu einem milliardenschweren unternehmen aufschwingt. amerika zeigt sich einmal mehr von seiner schokoladenseite, das land der unbegrenzten möglichkeiten, yes we can!

doch spätestens jetzt ist klar, dass „the social network“ nicht die verfilmung eines modernen amerikanischen märchens ist. anscheinend spart der trailer – obwohl schon mit reichlich negativen andeutungen gespickt – einige der ganz pikanten szenen aus. so hat sich bereits vor einigen wochen die sunday times über das von höchster stelle verordnete schweigegelübde hinweggesetzt und die handlung der eingangsszene detailliert beschrieben, die in einer bar auf dem harvard-campus spielt, in der sich mark zuckerberg mit seiner freundin erica unterhält und von ihr folgendes gesagt bekommt (übersetzung von mir):

„du läufst durchs leben und glaubst, die mädchen mögen dich nicht, weil du ein technik-geek bist. aber ich will dir aus tiefstem herzen sagen, dass das nicht wahr ist. sie werden dich nicht mögen, weil du ein arschloch bist.“

soweit so schlecht. für zuckerberg – damals wie heute, und für seine fans. für alle, die sich endlich aufklärung über die verworrenen ersten monate von facebook versprochen hatten, wird jedoch klar:  in diesem film wird keine zeit verloren. es geht zu sache. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

zurück zum glück: facebook mit internationalem glücksindex

In marketing, miscellaneous on 13/05/2010 at 17:51

mit über 450 millionen nutzern hat sich facebook längst zum datenmekka für meinungsforscher entwickelt. auch hierzulande hat bereits jeder zehnte bundesbürger eine virtuelle identität in der social community. daher überrascht es – trotz aller kritik an der kommerzialisierung des netzwerks – nicht, dass markt- und meinungsforscher zunehmend versuchen, aus den user-daten automatisch generierte indizes zu entwickeln. ein spannender und klatschkolumnen-tauglicher ansatz ist der „gross national happiness index“ (gnh), quasi das bundesbruttonationalglück – schönes wort. dieser index basiert auf den statusmeldungen, die nutzer zur beschreibung ihrer aktuellen emotionalen stimmung verwenden. einfach gesagt: postet ein land von liebe, glück und zufriedenheit, erhält es einen hohen gnh-wert. meckern die bürger dagegen über das wetter, den job und die allgemeine stimmung, wird dies in einem niedrigeren/negativen wert ausgedrückt. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

netzwerkanalyse mit dem touchgraph

In marketing, miscellaneous on 29/01/2010 at 21:28

da wir uns im moment intensiv mit der sozialen netzwerkanalyse und ihre anwendbarkeit auf neue felder der marketingforschung untersuchen, ist meine kleine gruppe der unerschütterlichen fähnlein fieselschweif auf ein spannendes tool zur darstellung von verwandschaftsbeziehungen gestoßen. vorname: touch, nachname: graph. eine spannende anwendung, die verbindungen zwischen „related websites“, produkten bei amazon oder den eigenen facebook-kontakten zeigt. das ganze ist organisiert als ego-netzwerk: entweder zentriert auf einen suchbegriff (im beispiel „göttingen“) oder eine person, die sich bei facebook einloggt (ich zum beispiel). konzentrisch angeordnet um den ego-punkt herum finden sich in abhängigkeit von der nähe der items bzw. der verbindungsstärke die verwandten personen/produkte/links. sicherlich gibt es anwendungen mit noch größerem mehrwert, aber der touchgraph bietet einen einfache und eindrucksvollen einstieg in die darstellung von netzwerken. keine installation, keine einarbeitung. einfach bei facebook als plug-in zulassen, oder nach dem wunschwort suchen. toll.

die facebook-kontakte werden automatisch und neckisch animiert als cluster dargestellt. das hilft z.b. dabei, wieder eine struktur in den hunderten von kontakten zu sehen und herauszufinden, wer wen über wen kennt. das göttingen-netzwerk unten strukturiert alle websites zum stichwort. anscheinend steht göttingen für die uni, die sub-bibliothek, ne menge wikipedia-artikel und verschieden hochschulservices. hier die beiden beispiele: klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

das problem des bildungsstreiks

In meinungen on 14/01/2010 at 19:37

der sommer an deutschen unis war gelb – nicht wie die sonne, sondern wie der streik. und davon gab’s reichlich. audimax-besetzung in potsdam, rektorats-blockade in rostock, gesperrte hörsäle quer über die rubrik verteilt. worum es eigentlich ging, ist dabei nicht immer ganz klar geworden. mit dabei waren

  • master für alle,
  • mehr zeit im bachelor,
  • weniger pflichtmodule,
  • abschaffung der studiengebühren.

da ist man sich noch relativ sicher. aber wie steht’s mit

  • gegen nazis,
  • rückkehr ins diplom-system,
  • geschlechter-gleichstellung,
  • kostenlose bücher?

schon nicht mehr so klar. und das liegt daran, dass dutzende verschiedener interessengruppen auf diesen zug aufspringen. gerade jetzt, wenn wieder die hochschulwahlen näher rücken, labeln sich die parteien (angeblich ganz verschiedener couleur) einheitlich im streik-gelb. zu groß war anscheinend die versuchung, an die präsenz und kraft dieser sommerlichen mega-kampagne anzuknüpfen. gefunden habe ich auf dem campus in göttingen schon einige beispiele, aber erst jetzt ist der echte treffer dabei. fundort? dort wo die besten ideen entstehen und die kacheln am vergilbtesten sind. klickstu

youtube-netzwerk-zauber

In miscellaneous on 19/11/2009 at 08:46

ohne schokolade, dafür mit überraschung und spaß: youtube videos kann man sich auch in völlig anderer form anzeigen lassen. das ist, soweit ich weiß, eine absolut nicht neue funktion, aber nett auf alle fälle. dabei geht’s allerdings mehr um die darstellung, als den sinn und zweck des features.

worum geht’s: tauscht man bei der url eines youtube-videos das wörtchen „watch“ gegen „warp.swf“ aus, erhält man zugang zu einem interface, das verwandte videos in bubbles anzeigt und man sich mit sehr wenigen klicks sehr schnell sehr von seinem ursprungsvideo entfernen kann. gerade aus dem grund auch eher eine spielerei – aber eine, die freude bereitet. ein beispiel: dieses schöne lied http://www.youtube.com/watch?v=6mEfDSP4g_U lässt sich auch so ansehen: http://www.youtube.com/warp.swf?v=6mEfDSP4g_U!! wenn das nix ist?! und wer nach einer auto-werbung sucht, ist nach einem klick bei tuning-freaks und nach spätestens zwei klicks bei stripperinnen, dosenbier und micky krause…

btw: alles was schön ist, hat auch seine schattenseiten – und so wird die funktion von zeit zu zeit von bugs gequält, also im zweifelsfrei ein paar mal nacheinander versuchen…

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