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Posts Tagged ‘lebensmittel’

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Netto und die irreführende Werbung

In marketing on 04/06/2011 at 10:29

Auch bei schönstem Wetter und angehender Tiefenentspannung lässt der Werbeterror einschlägiger Lebensmitteldiscounter die mündigen Verbraucher nicht in Ruhe: Bei Kaffee und Croissant waberte eben ein Radio-Spot von „Netto“, unserem geliebten Markendiscount, auf NDR2 durch den Äther. Folgende Story:

(Zwiegespräch eines Pärchens) Sie: Wo gehst du denn hin? Er: Zu Netto, deutsche Äpfel kaufen. Sie: Und wofür brauchst du dann die Leiter? Er: Die deutschen Äpfel bei Netto sind so frisch, dass sie bestimmt noch am Baum hängen! Sprecher aus dem Off: Produkt, Preis, Laden, aus.

Über den Unterhaltungswert von Lebensmittelwerbung kann man bekanntlich streiten. Real und Edeka haben hier zwar vor einiger Zeit angezogen, die Discounter tanzen dagegen weiter Niveau-Limbo. Netto geht allerdings über eine bescheidene Idee und eine stümperliche Umsetzung weit hinaus und traut sich in die Sphäre der Verbrauchertäuschung.

So steht im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in §5, dass ein Händler korrekte Angaben hinsichtlich der Herkunft und Beschaffenheit seiner Produkte machen muss. Bei Netto bedeutet das gemäß des Gesprächs der beiden Protagonisten im Radiospot: Herkunft = Deutschland, Beschaffenheit = frisch. Auszugehen sei bei der Bewertung einer möglichen Irreführung von Verbrauchern von einem mittelmäßig informierten und mittelmäßig aufmerksamen Zuhörer. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine lebensmittelrechtliche Definition von „frisch“ im Zusammehang mit Äpfeln gibt, für mich ist aber klar, dass der beschriebene Verbraucher darunter „frisch geernet“ verstehen muss.

Fruitaner, Biologen und Obstbauern wissen längst, worauf ich hinaus will: Die Angaben „frisch“ und „deutsch“ schließen sich bei einem Radiospot zur Apfelernte zu diesem Zeitpunkt (Anfang Juni) definitiv gegenseitig aus. Entweder ist ein Apfel frisch geerntet, dann kommt er aus Israel, Nordafrika oder sonstwoher. Oder ein Apfel ist deutscher Herkunft, dann hat er selbst bei den frühesten Sorten (siehe: Sommeräpfel) derzeit die Größe einer Rosine – der Mann aus dem Netto-Spot wäre sicherlich enttäuscht, wenn er mit seiner Leiter in den rot-gelben-Discounter spaziert und dort nur völlig ungenießbare Mikro-Äpfelchen vorfindet. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

Abgespeist: Foodwatch schafft sich selbst ab

In marketing on 17/05/2011 at 08:52

Noch knapp einen Monat können aufgeklärte Verbraucher bei Foodwatch über ihren Favoriten bei der Wahl zur Werbelüge des Jahres 2011 abstimmen. Mit dabei: 2 Süßigkeiten, 1 Yoghurt, Gurken und Mini-Würstchen. Das Spektrum der Kandidaten wirkt auf den ersten Blick reichlich ausgewogen, allerdings rekrutiert Foodwatch die Kandidaten nur aus den selbst vorgestellten Blogbeiträgen – eigene Vorschläge können die zum Mitmachen animierten Konsumenten nicht einreichen. Anlass genug, sich die fünf Finalisten einmal genauer anzusehen, die uns Foodwatch als die größten Werbelügen anbietet. Aus den Augen des Marketing…

Nimm2 (Storck): Eins vorweg – die Texter bei Storck haben sich wirklich einiges einfallen lassen, um ihrem Produkt eine eindeutige Positionierung zu geben. Die Geschmackssorten Zitrone und Orange stehen seit jeher (wie alle Zitrusfrüchte) für Vitaminliferanten. Storck springt auf diesen Zug auf und fügt den klebrigen Drops Vitamine bei, um diesen Erwartungen gerecht zu werden und das Alleinstellungsmerkmal (USP, Unique Selling Proposition) zu manifestieren. Auch hier weiß man: Nur, wenn’s drin ist, darf ich’s auch drauf schreiben! Foodwatch bemängelt nun, dass diese Vitamine bei Kindern gar nicht in mangelnder Konzentration vorlägen – einen Beleg für diese These bleiben die Lebensmittelwächter aber genauso schuldig, wie Storck für positive Auswirkungen auf den Vitaminhaushalt. Weiterhin kritisiert Foodwatch, dass das Fruchtbonbon mit glücklichen Kindern auf der Verpackung wirbt. Freunde, was habt ihr denn erwartet? Traurige Diabetis-Greise in einem verregneten Hinterhof? Man kann sich doch nicht ernsthaft über eine zielgruppengerechte Positionierung und Kommunikation eines gewinnorientierten Unternehmens wundern… Und noch ein Hinweis am Rande für Storck: Warum spielt das Thema „Tradition“ bei euch überhaupt keine Rolle? Immerhin wird es im deutschen Markt nur wenige Konkurrenten geben, die seit den 60er Jahren ein fast unverändertes Produkt erfolgreich anbieten. Einen Best-Practise-Case für generationenübergreifende Verankerung gibt es gerade bei MonChéri zu bestaunen.

Schlemmertöpfchen feine Gürkchen (Kühne): Perfekte Überleitung: Genau dieses Thema greift nämlich Kühne auf und berichtet, dass das Unternehmen bereits seit 1722 produziert. Was man hier als Beleg für jahrhundertelanges erfolgreiches Bestehen am Markt (=Produktkompetenz) als Kommunikationsinstrument einsetzt, treibt bei Foodwatch wieder den Puls herauf: Dort assoziiert man mit dem „1722“-Siegel ausschließlich traditionelle Fertigungsmethoden. Wer das Etikett nicht richtig liest, mag davon ausgehen. Doch Kühne behauptet das gar nicht: Man arbeite „mit erlesenen Kräutern“ (d.h. nicht ausschließlich) mit „besonderer Hingabe für höchsten Genuss. Seit 1722“. Letzteres bedeutet weder, dass „feine Gürkchen“ seit 1722 in den Supermarktregalen stehen, noch dass Fertigungsmethoden aus dem späten Mittelalter eingesetzt werden. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

Pizza backen nach chinesischem Horoskop

In marketing on 25/01/2011 at 00:52

Das frisch begonnene Jahr 2011 ist im chinesischen Kalender bekanntermaßen das Jahr des Hasen. Menschen, die in diesem Jahr geboren sind, gelten gemeinhin als talentiert und ehrgeizig. Nach chinesischer Auffassung stehen sie gerne im Mittelpunkt, sind gesellschaftlich akzeptiert und beliebt.

Davon hat auch der Pizza-Lieferservice „Blizzeria“ gehört und sich munter daran gemacht, die italienische Nationalspeise mit Spezialbelag als „Pizza Shanghai“ anzubieten. Kalendergerecht schwimmen im Jahr des Hasen zwischen Tomatensauce und Käse… richtig: Hasenrückenfilets.

Das Ganze garniert mit Sojasprossen und einem aus einer Schulmädchenphantasie entsprungenen Manga-Girl. Ein echter Kracher im Sortiment der Pizzeria, ein Alleinstellungsmerkmal vom Feinsten – zu Schade, dass mein Heim nicht im Liefergebiet des Lieferdienstes liegt.

Übrigens: Verfolgt man diese originelle und authentische Produkteinführungsstrategie mal logisch weiter, können wir uns schon auf das kommende Jahr freuen, dass steht dann im Zeichen des Drachen und könnte für Nachschubprobleme bei „Blizzard“ führen. Feinschmecker können sich außerdem schon auf das Jahr 2018 freuen, wenn der Teigfladen mit Hundehüfte belegt wird. Der erste Gourmet-Stern dürfte den Pizzabäckern dann spätestens 2020 sicher sein, im Jahr der Ratte

twallfahrer, ergo plagiat, glücks-eis, sky-GEZ

In marketing, medien on 30/08/2010 at 07:55

was bisher geschah… nun ja: in der letzten woche zumindest – findet ihr als short-stories hier:

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die kirche setzt auf’s social web und bietet gefallenen engeln und suchenden schäfchen eine neue, interaktive möglichkeit, am gottesdienst teilzunehmen: als twallfahrer. ein mix aus twitter und wallfahrer. vorreiter des neuen klerikalen coups: martin werlen, bei twitter @abtmartin. hier ein video von der sf-tagesschau:

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weiter gehts mit dem vielgelobten und heiß diskutierten neuen auftritt der ergo versicherungen, die sich nach jahrelanger zuschauerqual endlich dazu durchgerungen haben, die verspießten versicherungskaufleute in den presenterspots der sportschau („der sport wird ihnen präsentiert… von ihren experten der ergo-versicherungsgruppe“) gegen einen etwas zeitgemäßeren werbeauftritt zu tauschen. deren agentur aimaq-stolle hat ganze arbeit geleistet – dachte man, bis folgendes video auftauchte und die damit verbundenen plagiatsvorwürfe: via

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amazon mit lebensmitteln im onlineshop – und einigen startproblemen…

In marketing on 02/07/2010 at 11:02

paukenschlag im e-commerce… amazon bietet seit dem 1.7. (gestern) nun auch frische lebensmittel in deutschland an. damit erhält branchen-primus doit24 gehörig konkurrenz. auch delikatessenspezialisten wie gourmondo werden den neuen player spüren. nachdem sich die lebensmittelzeitung (lz) in ihrem artikel zum thema vor euphorie förmlich überschlagen hat und von einem „weitreichenden angebot mit über 30.000 artikeln“ gesprochen hat, bin ich neugierig geworden:

um das angebot zu testen, versuche ich, alle zutaten für ein leckeres abendessen bei amazon zu bestellen. um es dem lebensmittel-onlineshop-neuling nicht zu schwer zu machen, öffne ich die seite ohne konkreten einkaufszettel und lasse mich inspirieren. der erste blick überzeugt: bereits auf der startseite springt mich auf der linken seite ein linker link an: „neu bei amazon – lebensmittel und getränke“. ganz richtig ist das zwar nicht, weil der onlineshop auch vor dem 1.7. bereits wein und spirituosen geführt hat, aber ich klicke brav auf die verlinkte ananas.

es öffnet sich die übersichts-seite, auf der u.a. die anbieter „froodies“, „gourmondo“, „amorebio“ oder „genusshandwerker“ ihre ware feil bieten. da froodies aggressiv im header mit versandkostenfreier lieferung wirbt, wandert der mousezeiger auf die hübsche frau mit der braunen gemüse-tüte. auf den ersten blick ein in der tat umfangreiches angebot: knapp 2.300 artikel, darunter fleisch, obst, gemüse.

etwas skeptisch machen mich noch die ungeklärten fragen zur kühlkette und produktfrische, sodass ich beschließe, meinen einkauf mit ein paar äpfeln zu beginnen. nach dem klick auf „früchte“ die erste überraschung: das angebot ist auf einmal sehr überschaubar! umso froher bin ich, dass immerhin in der kategorie „äpfel“ drei verschiedene sorten gelistet sind. dann die zweite überraschung: klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

die hose voll im web-zwo-null

In marketing on 20/02/2010 at 20:30

im goldglänzenden lichte der olympischen spiele strahlen auch die werbetreibenden rund um vancouver. mal eher klassisch wie die sponsoren chevrolet oder coca cola, mal mit einem modernen viralen ansatz: samsung zieht mit zwei stark konzeptionierten videos derzeit zuhauf die youtube-junkies auf ihre clips. zu bestaunen gibt’s eine breakdance-beatbox-nummer auf schlittschuhen und die perfekte symbiose aus basketball und snowboarding mit jeweils mehreren hunderttausend clicks in den ersten tagen.

obwohl viele sagen würden, dass solche virals mittlerweile längst zu den „klassikern 2.0“ eines modernen werbe-portfolios gehören, sind deutsche großkonzerne mit dem einsatz innovativer marketing-formen zurückhaltend, ja fast schon angstvoll. erstmalig belegt hat das eine studie der fh mainz, die unter der leitung von prof. rolke den umgang von dax30-unternehmen mit social media explorativ untersuchte. heraus kam, dass nur rund jedes dritte top-unternehmen sich bislang in das blogosphären-haifischbecken vorgewagt hat und auch facebook noch von der mehrheit gemieden wird. höher im kurs stehen dagegen profile bei youtube oder twitter. das kann mit dem arbeitsaufwand zusammenhängen, der sich an facebooks rockzipfel hängt und an die inhaltliche anforderung an einen respektierten blogeintrag – verglichen mit einem tweed oder einem clip. und das, obwohl unstrittig ist, dass social-media aktivitäten einen entscheidenden einfluss auf markenbindung haben können, wie diese studie zeigt.

wenn unternehmen aber neue wege gehen, führt das nicht selten zu erstaunten blicken bei den konsumenten (hier zum verzweifeln oder als positivbeispiel hier). auch nicht neu ist der trend, kleine oder große internet-wunder zu kopieren. beliebter ansatzpunkt: chartshows. klar, die mobilisieren die massen! logo, da schwappen die emotionen förmlich über! manchesmal werden auf diese weise auch echte werbeklassiker geschaffen, wie t-mobile es mit paul potts fertigbrachte. die schmerzhafte erfahrung, dass diese strategie kein allheilmittel ist, macht dagegen gerade die bäckerei lieken urkorn. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

kampf der zucker-ziegen

In marketing on 01/02/2010 at 09:21

dass sich haribo und katjes des öfteren juristisch in die wolle kriegen, ist mittlerweile nichts neues… letztes prominentes beispiel war der quer durch alle instanzen ausgetragene streit um den begrifff „yoghurt gums“, den haribo gerne verwenden und katjes gerne schützen wollte.

neu ist allerdings, dass die beiden kontrahenten diesen streit jetzt in ihrer werbung fortführen. katjes wagt den ersten schritt in diese richtung und greift hans riegel & co offen mit einem plakatmotiv an. der vorwurf: produktpiraterie. diesmal geht es allerdings nicht um die yoghurt-nascherei, die genauso schön und schlank macht, wie topmodel lena gehrke, sondern um die neue sorte „sour mango“ (pressemitteilung von haribo).

das motiv zeigt eine schlechte foto-kopie der katjes sorte mango melody. text der (leider etwas schwer zu lesenden) anzeige (trotzdem großes dankeschön an w&v): „wir gratulieren haribo zur neuen sorte „sour mango“. subline: „hier ein beispiel, wie man uns noch billiger kopiert.“

nicht subtil, aber knackig. auch, wenn katjes dabei ein bisschen wie ein schlechter verlierer aussieht, hatten die bonner konkurrenten doch den letzten juristischen streit für sich entscheiden können. diese reagieren übrigens unerwartet gelassen: es sei nicht geplant, ein gegenmotiv zu entwerfen. man freue sich aber über die gratis-werbung, so der leiter unternehmenskommunikation marco alfter.

kinder in not helfen haribo

In marketing, meinungen on 24/01/2010 at 21:35

haribo macht kinder froh – das wissen wir, schließlich verfolgt uns der jinglende ohrwurm seit 1935 und ist der bekannteste werbeslogan deutschlands. damit das so bleibt, setzt der bonner süßwarenhersteller derzeit auf eine kooperation mit der bild-aktion „ein herz für kinder“. die kennen wir auch.

diese kooperation sieht wie folgt aus (pressemitteilung): für jede zwischen dem 14.2.2009 und dem 30.3.2010 verkaufte einheit goldbären spendet haribo einen cent. und legt am ende auf jeden cent noch einen drauf. macht in der summe 2 cent pro packung (also auch für die 450g-eimer). die aktion, die vom neuen wetten-dass-traumpaar hunziker&gottschalk gnädig lächelnd beworben wird, soll in diesem zeitraum eine spendensummer von 1.000.000 eur zusammenzutragen.

ich bin des kleinen einmaleins mächtig und rechne einmal nach: wenn eine million euro durch einzelbeträge à 2ct herangekleckert werden soll, macht das insgesamt 50.000.000 verkaufte einheiten (in worten: fünfzig millionen). bei einem durchschnittlichen preis von 1,20 pro packung spült das 60.000.000,00 euro in die handelskassen. gehen wir jetzt von einer goldbären-marge von 30% aus, die für die süßwarenbranche eher hanseatisch kalkuliert ist, dann bringt diese aktion haribo die immer noch massive summe von 18 millionen euro. zur erinnerung: eine wird gespendet. und obendrin gibts von axel spinger noch eine spendenquittung, alles steuerlich gewinnmindernd absetzbar also. klickstu
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penny’s feine kost

In marketing on 13/12/2009 at 20:33

nachdem der deutsche LEH gerade im discount-sektor vor kurzem noch auf eine steigerung des markenartikels-anteils setzte, werden nun mehr und mehr eigenmarken lanciert, die direkt gegen die markenartikel antreten sollen. aus der handelsmarke in weißer pappkiste ist mittlerweile eine produktlinie geworden, die es qualitativ und optisch mit industriemarken aufnehmen kann. dieser prozess findet teilweise auf basis der billig-hausmarke à la „ja!“ und „gut&günstig“ statt, teilweise werden neue marken zusätzlich eingeführt. beispiele sind „real quality“ oder „rewe feine welt„.

nun wagt sich mit penny auch ein discounter auf dieses terrain und führt mit „feine kost“ eine edel-dachmarke ein. zukünftig sollen delikatessen und regionale spezialitäten unter diesem namen firmieren und den markenartiklern (mit erheblich geringeren handelsmargen) umsatzanteile abjagen. unterstützt wird die einführung insbesondere durch handzettel in den geschäften und printanzeigen in zeitungen und freizeit-/frauen-zeitschriften. parallel dazu hat die rewe-group als mutter von penny vor kurzem ein eigenes magazin gelauncht. laviva verspricht den kunden nochmals rabatte auf billig-champagner und billig-kaviar. das rund 100 seiten starke blatt für 80ct läuft auch erstaunlich erfolgreich im zeitschriftenmarkt an und kann bereits eine auflage von 400.000 stück vorweisen.

die nächsten schritte der sortiments-diversifikation stehen schon am start: bald wird man bei penny zugtickets, opernkarten und ökostrom kaufen können. fotos, handyverträge und kreuzfahrten gibts ja schließlich auch schon…

der butter-beweis

In marketing on 28/11/2009 at 19:33

cornflakes für wachstum, butter gegen bluthochdruck, fischöl gegen herzinfarkt…

functional food hat sich mittlerweile zu einem echten renner entwickelt. jeder findet’s toll: die ernährungsbewussten healthy-living-fanatiker ebenso wie junkfood-freunde, die sich einreden mit ein paar extravitaminen den triplewhopper vom morgen wieder ausgleichen zu können. nach den marketing-experten und produkmanagern der großen lebensmittelkonzerne hat jetzt auch die europäische behörde für lebensmittelsicherheit (efsa) das potential gezielt chemisch veränderter lebensmittel erkannt und sich für den verbraucherschutz eingeschaltet. die efsa fodert von den lebensmittelherstellern, ihre behauptungen über gesundsheitsfördernde wirkung ihrer produkte mit wissenschaftlichen studien zu untermauern (nachzulesen zum beispiel in dieser broschüre). die behörde sieht beispielsweise nicht ausreichend beweise gegeben, dass diet coke wirklich beim abnehmen hilft und fordert wissenschaftliche belege. was völlig logisch und sinnvoll erscheint, hat jetzt aber zu einem empörten aufschrei in der branche geführt. angeblich würden die auflagen für die verwendung einschlägiger slogans viel zu eng geschnürt. vorbild für die geforderten studien sollen z.b. untersuchungen sein, die eindeutig und wissenschaftlich korrekt belegen konnten, dass margarine mit phytosterol-estern bei regelmäßigen verzehr den cholesterinspiegel senken kann. klickstu

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