stenographique

Posts Tagged ‘web 2.0’

Gastbeitrag: Die Macht eines einzelnen Tweets

In meinungen on 19/06/2012 at 17:12

stenographique freut sich, euch nach langer Zeit endlich wieder einen Gastbeitrag präsentieren zu können! Dieses Mal in den Startlöchern: Christian Faller, seines Zeichens Digital Strategist, Online Marketer und Blogger-Kollegen beim Gefahrgut Blog. Gefahrgut setzt sich kritisch und humorvoll mit digitalen Trends und Social Media Marketing auseinander, z.B. mit den größten Shitstorms oder der Frage warum tumblr super ist. Aber genug des Vorworts – viel Spaß mit dem Artikel von Christian!

Eigentlich hatte ich ja geplant, diesen Artikel „Die Facebook Fan Farce“ zu nennen und mich darüber zu amüsieren, wie sich große Unternehmen sinnlos über ihre Facebook Fan Zahlen freuen, ohne zu verstehen was sie davon haben und wie sie diese Fans benutzen. Aber ich habe mich mit viel Überwindung dazu bringen können einen konstruktiven Post daraus zu machen und statt dem Negativbeispiel auch einige Positivbeispiele anzuführen.

Die Facebook Fan Farce ist für mich Sinnbild dessen, dass Social Media nicht immer ganz verstanden wird… Ich korrigiere: Selten überhaupt verstanden wird. Denn, was will man denn über Social Media Marketing erreichen? Was sind die Ziele von Social Media?

  • Neue Kunden gewinnen?
  • Bestehende Kunden zufriedenstellen?
  • Unzufriedene Kunden beraten?

Welches Ziel man auch immer wählt, es geht im Grunde immer um das Wohl des Kunden. Oder das sollte es zumindest. Dass sich Social Media dafür hervorragend eignet, ist heute klar. Das liegt hauptsächlich daran, dass der wirklich wichtige Unterschied der sozialen Medien zu den klassischen der ist, dass wir nicht mehr One-to-Many kommunizieren sondern One-to-One oder immerhin Many-to-Many. Kurzum: Wir schleudern nicht mehr Nachrichten an tausende von Leuten heraus, ohne uns um die zu scheren.

Social Media falsch genutzt

Erstaunlicherweise haben es aber sehr viele Marken geschafft, immer noch genau dies zu tun. Meistens läuft das dann so: Durch ein Gewinnspiel oder ein Loyalty Programm oder ganz simples „Einkaufen“ irgendwo in China, werden Fans auf die Seite gebracht. Und an die gehen dann die Botschaften raus, egal ob da echte Menschen sitzen und egal ob jemand zuhört oder nicht. Immerhin macht aber nicht jede Markte macht dann plumpe Werbung. Manche schreiben durchaus relevante Dinge, die vielleicht auch lustig zu lesen sind. Aber es ist eben immer noch One-to-Many.

Social Media hat aber genau dort seine große Qualität, wo es persönlich wird. In seinem Buch „The Thank You Economy“ predigte Gary Vaynerchuck das schon vor vielen Monaten. Und seine Position vertrete ich heute mehr als je zuvor. Wer wirklich Social Media versteht, der nutzt es wie ein Telefon. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

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Weltpremiere: Ungarischer Präsident setzt Blindenschrift auf seiner Website ein

In miscellaneous on 08/06/2012 at 12:57

Social Media und zwonullige Webservices sind neuerdings auch unter Politikern der letzte Schrei: Selbst analoge Schwergewichte wie Sigmar Gabriel machen es mittlerweile dem frischgebackenen Umweltminister und digitalen Parlamentsklassensprecher Peter Altmaier nach und bemühen sich, in 140 Zeichen rhetorisch zu brillieren – grundsätzlich sicher eine sehr sinnvolle Übung für viele Politiker. Einen Schritt weiter geht Ungarns erster Mann im Staate und neuer Präsident János Áder: Er setzt sich für die barrierefreie Nutzung seiner Internetangebote für Wähler mit reduzierter Sehstärke ein. Da Bildschirmlupe und automatischer Vorleseservice eines Digital Political Natives kaum mehr würdig zu sein scheinen, führt Áder nun die Blindenschrift Braille auf seiner Website ein.

Für die meisten Menschen ist Braille eine völlig unverständliche Anordnung erhabener Punkte, die für Blinde aber eine unschätzbare schriftliche Orientierungsform bietet: Sie ertasten die Reihenfolge und Platzierung der Buchstabensubstitute und lesen den Text. Richtig: Sie tasten. Auf einer Website. Am Bildschirm. Hier ein Original-Screenshot (Klick zum Vergrößern, Hervorhebung von stenographique):

Damit hat Áder entweder

  1. furchtbar schlechte Berater, die körperlich Benachteiligte Bürger als potenzielle Wählergruppe umgarnen wollen,
  2. heimlich eine strukturverändernde Innovation in der digitalen Visualisierungstechnologie im ungarischen Bergland zur Marktreife gebracht,
  3. Webdesigner, die zu viel Zeit in nerdigen Foren verbracht und sich ohne sein Wissen einen ganz speziellen Humor angeeignet haben oder
  4. sich gedacht, die Blinden können’s ja sowieso nicht lesen und zwischen zwei Pils einen Blinden-Witz in Braille verfasst.

Es darf mitgeraten und abgestimmt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, ein Telefonjoker ebenfalls. Zu gewinnen gibt es Ruhm und Ehre und einen Braille-Kurs mit János Áder – Interesse des ungarischen Präsidenten vorausgesetzt. Für weitere Erklärungen und Lösungsvorschläge steht das Kommentarfeld wie gewohnt zur Verfügung.

Die gute Nachricht: Wer verzweifelt versucht hat, mit geschlossenen Augen das aktuelle politische Pamphlet auf der Homepage von János Áder zu lesen und trotz profunder Ungarisch-Kenntnisse gescheitert ist, dem sei gesagt: Es liegt nicht an dir. Áder ist offensichtlich ein Mann mit Visionen – einen haptischen 3D-Bildschirm kann er aus deinem alten Röhrenmonitor aber auch nicht zaubern.

via 10minutesaperdre / spiegeloffline

Geburtstagskalender-App bei Facebook – die Kinder der Datenkrake

In medien on 07/02/2012 at 10:19

Dass Facebook in großem Stil unsere Benutzerdaten sammelt, Profile erstellt und auswertet, um mit minimalem Streuverlust Werbung im persönlichen Umfeld zu platzieren, ist nichts Neues. Facebook ist jedoch bei weitem nicht der einzige Jäger und Sammler im Geschäft mit den Daten. Dem geringen Entwicklungsaufwand sei Dank, tummeln sich mittlerweile Tausende windige „Dienstleister“ im überquellenden Nutzer-Pool des weltgrößten sozialen Netzwerks. Ein paar Worte zu den Risiken für Nutzer und dem Charme von Facebook-Apps für Datensammler:

Die Suche für ein prominentes Beispiel für diesen Text war zugegebenermaßen eine Sache von Sekunden: Fast täglich trudeln neue Anfragen für die App „Geburtstagskalender“ ein. Genausogut hätte man aber auch einen der überragenden Zeitvernichter auswählen können, bei dem man sinnvolle Dinge wie Diamanten suchen, Kreuworträtsel lösen oder Freunden auf die Schulter klopfen tun kann – Links spare ich mir, um den Quatsch nicht noch viraler zu machen.

Was tut also diese Geburtstagskalender-App so schlimmes? Zunächst einmal: Sie erfüllt keinerlei nützlichen Zweck! Facebook hat seit Menschengedenken eine Geburtstagserinnerungsfunktion eingebaut und synchronisiert alle eingetragenen Ehrentage bei Bedarf mit dem Smartphone oder Outlook. Wofür 2.200.000 Menschen monatlich (!) noch diese Facebook-App brauchen, bleibt schleierhaft!

Geburtstagskalender- App bei Facebook Genehmigungsanfrage nicht zulassenDafür ist sie ein Paradebeispiel für vollkommen zweckentbundenes und im funktionalen Sinne überflüssiges Datensammeln: Um seine Funktion zu erfüllen, bräuchte ein Geburtstagskalender bei Facebook genau zwei Profil-Freigaben: den Namen und das Geburtsdatum. Statt dessen grabbt diese App alle (!) verfügbaren Infos ab: Name, Profilbild, Geschlecht, Netzwerke, Nutzer-ID, Freundesliste, Wohnort, Heimatstadt, Familienmitglieder, Beziehungsstatus – und natürlich das Geburtsdatum. Darüber hinaus erlaubt man der Anwendung, die Nutzer direkt an ihre bei Facebook hinterlegte eMail-Adresse anzuschreiben, im eigenen Namen zu posten („Statusmeldungen, Notizen, Fotos und Videos“) und sogar auf die Daten zuzugreifen, wenn man die Anwendung nicht nutzt.

Immerhin bietet die App ausführliche Infos über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Link) und die Datenschutzbedingungen (Link). Toller Service, denkt man – bis man auf die Links klickt: read on Den Rest des Beitrags lesen »

Friedhof der Gruscheltiere: Die letzten Wochen der VZ-Netzwerke?

In medien on 22/01/2012 at 17:11

Wer die ersten Anzeichen einer akuten Social-Media-Sucht aufweist (Sätze sind nur noch 140 Zeichen lang / allen Substantiven wird ein # vorangestellt / skypen mit dem Mitbewohner quer durchs Wohnzimmer), sollte sich einmal wieder mit seinem StudiVZ-Account einloggen: Dort ist nämlich Entspannung pur angesagt. Garantiert keine Neuigkeiten, die zu langen Surf-Eskapaden verführen. Überhaupt keine Notwendigkeit, ständig die Timeline zu aktualisieren, um nichts zu verpassen. Keinerlei störende Impulse, die kommunikativen Aufwand provozieren. Einfach nur Stille…

Der Verfall der Nutzerzahlen ist dabei ungefähr so linear, wie die Zahl der verbleibenden Wochenenden in diesem Jahr. Anlass genug für Martin Vogel, das unglaubliche Geschehen mit Zahlen des IVW graphisch aufzubereiten und in den Berliner Headquarters der Holtzbrinck-Tochter neuerliche Schweißausbrüche hervorzurufen:

Nach aktuellen Zahlen (Dezember 2011) kamen die VZ-Netzwerke Ende letzten Jahres nur noch auf 77,35 Millionen Visits (bei 1,24 Milliarden Page Impressions). Das ist eine ganze Menge. Zumindest für eine örtliche Schlachterei oder eine Kleingärtnervereinigung! Für ein soziales Netzwerk dagegen, das sich in der Selbstbeschreibung immer noch stolz als „Marktführer“ mit „weiterhin großem Erfolg“ beschreibt und lange Zeit sogar als Facebook-Killer betrachtet hat, könnte die Ohrfeige nicht schallender sein.

Richtig deutlich wird der Verfall erst beim direkten Vergleich mit den Vorjahreszahlen, anschnallen bitte: Im Dezember 2010 könnten die Berliner Gruschelanten noch satte 347,49 Millionen Visits (bei 8,57 Milliarden Page Impressions) verzeichnen. Auch ohne Adam Ries erkennt jeder, dass der Sand in der Lebensuhr der VZ-Netzwerke fast vollständig durchgerieselt ist. A propos Lebensuhr: unter wannstirbtstudivz.com wird das ganze wunderbar anschaulich zusammengefasst. Danach bleiben Holtzbrinck noch ca. 7 Wochen, 4 Tage, 0 Stunden und 16 Minuten für den finalen Turnaround, am 15. März wäre dann Schluss. Für das digitale Ei des Kolumbus. Für die soziale Erleuchtung. Bislang sieht es danach aus, als würde das „VZ“ vor dem „Netzwerke“ auch langfristig für „Verlustzone“ stehen. Das klingt immer noch freundlicher als „100-Millionen-Euro-Grab“! read on Den Rest des Beitrags lesen »

Vodafone und die 500 iPhones – Tausend verwirrte Liebeserklärungen

In meinungen on 13/01/2012 at 12:36

Dieser Blogpost geht an alle Realitätsnihilisten. An alle, die ihre Wunschzettel an den Weihnachtsmann adressieren und sich Abends das Märchen vom Sterntaler vorlesen lassen. An alle chronischen Strohhalmklammerer und Stoßgebetesender. Lest dies und merkt euch: VODAFONE VERSCHENKT KEINE 500 IPHONES 4S! Nicht heute, nicht morgen, und vermutlich auch nicht in den nächsten 3-4 Erdzeitaltern!

Seit Tagen wird bei vielen Social Media Nutzern die eigene Timeline bei Twitter, Facebook und Co. mit selbsterniedrigenden „Danke, Vodafone“-Postings und Likes von billigst-gemachsten Phishingseiten zugespamt – und dieses Strohfeuer scheint, anders als andere, überhaupt kein Ende zu nehmen! Zeit für einen Faktencheck:

  • Dass Mobilfunkprovider wie Vodafone Gewinnspiele durchführen und hin und wieder das eine oder andere Gadget verlosen, ist in der Tat kein außergewöhnlicher Vorgang. Man darf jedoch unterstellen, dass dies wegen einer gewissen multiplikativen Außenwirkung und der damit einhergehenden viralen Effekte getan wird. Ist es da nicht merkwürdig, dass weder ein Impressum, noch ein Link zur Unternehmensseite, noch ein paar rechtliche Hinweise zur Abwicklung des 500-iphones-Gewinnspiels auf der verseuchten Landing-Page untergebracht werden konnten?
  • A propos Landingpage: Der großzügige Technik-Mäzen heißt immer noch Vodafone und nicht „voda2011“, „voda500“, „voda-special“ oder „vdfn“, oder? Klingelt’s langsam?
  • Immer noch nicht? Kann die Tatsache daran etwas ändern, dass das iPhone-Kontingent sich auf wundersame und füllhorneske Weise immer wieder erneuert, wenn man die Seite neu lädt?
  • Vielleicht kann das eine Meldung der offiziellen Vodafone-Deutschland-Facebookseite helfen, die folgenden Wortlaut beinhaltet: „ACHTUNG! Aus gegebenem Anlass noch einmal ein Hinweis in eigener Sache: Vodafone verschenkt keine iPhones oder Guthaben. Angebote in diese Richtung sind gefaked und dahinter verbirgt sich ein Abo-Falle und womöglich sogar Schadsoftware.“ (siehe Screenshot unten)

Aber Trost ist nicht fern: Allein über die Seite „https://s3.amazonaws.com/vdfn/voda.html“ haben bisher über 1.500 Apple-Jünger demütig und in freudiger Erwartung einer baldigen Paketsendung aus Düsseldorf das Haupt gesenkt und „Danke Vodafone“ ist die Tasten gehämmert – an anderen Stellen sogar über 6.000! read on Den Rest des Beitrags lesen »

Volltreffer: Schmutziges Live-Gaming mit dem „Ariel Fashion Shoot“

In marketing on 13/09/2011 at 13:24

Ende August tat sich erstaunliches auf dem Stockholmer Hauptbahnhof. Nach tagelangen Bauarbeiten enthüllte man einen seltsamen Glaskasten – darin: Ein schmutz-spritzender Industrieroboter aus der PKW-Fertigung, eine umlaufendes Seil im Stile einer Berggondel und jede Menge vorbeifliegende weiße Wäsche. Initiator der Aktion war der Homecare-Riese Procter&Gamble, der seine Marke Ariel mit einem Schlag ins 21. Jahrhundert hievte. Klementines Tage scheinen gezählt…

Die Ausgangssituation: Das Homecare- oder auch WPR-Segment (Waschen, Putzen, Reinigen) kämpft traditionell mit einem Konsumenten-Involvement knapp oberhalb des Gefrierpunkts. Wäsche waschen ist für viele Erdenbürger kaum aufregender als Nase-bohren oder Eisangeln. Gleichzeitig sind die Positionierungen und Standpunkte der etablierten Hersteller nur schwer auseinanderzuhalten. Weiße Dame, Klementine und Meister Propper lassen sich zwar noch ihren Muttermarken zuordnen, verkörpern aber mehr und mehr dasselbe simple Produktverbrechen: Blütenweiße Reinheit. Ausdruck dessen sind die Ariel Fashion Shootimmergleichen TV-Spots der Hersteller in den letzten 10 Jahren. Neben der eroierenden USP („unique selling proposition“) tun sich die Traditionshersteller mitunter schwer, ihre Zielgruppe zu verstehen und angemessen anzusprechen. Das Social Web wurde dementsprechend auch solange argwöhnisch beäugt, bis man sich gar nicht mehr dagegen wehren konnte und beschloss, selbst in die unaufhaltsame Diskussion einzusteigen.

Die Idee: Die Kreativ-Champions von Saatchi&Saatchi Schweden haben das erkannt und es sich zum Ziel gesetzt, der Marke eine Kampagne auf den Leib zum schneidern, die Ariel mit Eigenschaften verbindet, die sonst bestenfalls in den feuchten Träumen eines Ariel-Produktmanagers vorkamen: interaktiv! aufregend! modern! innovativ! Das Ergebnis der Anstrengungen ist ein Live-Video-Game, das ein virtuelles Erlebnis im echten Leben erlebbar macht und umgekehrt: Der Ariel Fashion Shoot! Die Dynamik ist dabei so neu wie genial: read on Den Rest des Beitrags lesen »

Der 1.4.2011: Ein Tag voller Sensationen

In miscellaneous on 01/04/2011 at 07:39

Der heutige Tag ist noch jung, in den meisten Büros ging erst vor wenigen Minuten das Licht an. Doch in manchen Agenturen und Redaktionen haben fleißige Buchstabendreher Nachtschichten eingeschoben, um der Bedeutung des heutigen Tags Ausdruck zu verleihen und die eigenen Leser am Morgen des 01.04.2011 mit einer Krachermeldung zu beeindrucken.

Wir wollen diese investigative und aufopfernde Leistung würdigen und den Tag mit einem Review der (bis 9 Uhr eingetroffenen) spektakulärsten Meldungen begrüßen:

Traditionell betreffen viele der heutigen Meldungen spektakuläre Personalia. So scheint Konstantin Neven DuMont sich erstaunlich schnell rehabilitiert zu haben: Vor wenigen Monaten wandelte der Verlegerspross durch ein tiefes Tal der Social-Media-Tränen, kommentierte unter falschen Identitäten und wurde von Stefan Niggemeier peinlich bloßgestellt. Heute macht DuMont aus der Not eine Tugend und beschäftigt sich endlich auch hauptberuflich mit dem Web2.0! Ein wahrer Kunstgriff seines neuen Arbeitgebers Axel Springer. Mehr

Weitere heiß diskutierte Themen im Social Web sind der Datenschutz und das Recht am eigenen Bild. Der Europäische Gerichtshof hat die Gültigkeit seiner Gesetzgebung nun endlich auch auf unsere tierischen Freunde erweitert, die nur allzugerne von sensationslüsternen Herrchen und Frauchen im Internet bloßgestellt werden – oft gar ohne Vollmacht und schriftliche Erlaubnis! Erfolgreich geklagt hatte übrigens die Tierschutzorganisation „Angry Birds“, die bisher vermutlich nur eingefleischten Smartphonenutzern geläufig war. Mehr

Eine wahrhaftige Sensation der intuitiven Softwaresteuerung und einen Meilenstein in der Mensch-Maschine-Kommunikation stellt Google heute vor: die Beta-Version von „Google Motion“. Durch die Nutzung der eingebauten Kamera und die Verwendung standardisierter Gesten, die mit Experten verschiedenster Fachrichtungen entwickelt wurden, ist es seit heute – dem als historisch einzuordnenden 1.4.2011 – möglich, seinen Gmail-Account mit einfach erlernbaren und intuitiven Gesten zu steuern. Die Zeitersparnis und der Wow-Faktor unter den Kollegen können sicher kaum überschätzt werden. Google erläutert das Ganze folgerichtig auch in einem Demo-Video (bisher noch ein Geheimtipp mit nur 300 Views). Mehr

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Guttenbergs Facebook-Fake und der Tipping Point

In medien, meinungen on 08/03/2011 at 08:54

Noch einmal KTG: Nachdem in den vergangenen Tagen nur wenige Hundert Fans ihre guttiphile Meinung auf den Unterstützer-Demos in Berlin und Hamburg geäußert hatten, steigt die Verwunderung über knapp 600.000 Anhänger, die die beiden großen Pro-Guttenberg Gruppen („Wir wollen Guttenberg zurück“ und „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg„) vereinen. Im Stundentakt werden neue Mutmaßungen und Interpretationen aus den Kommentarspalten der Blogs und Newsportale gezaubert: Sind die Facebook-Fans am Ende gar nichts wert? Ist die Hoffnung auf eine politischere Jugend völlig unbegründet? Ist die Fanpage gar ein Machwerk gewiefter PR- und Social-Web-Agenturen?

Um sich nicht im Geflecht aus Gerüchten und Meinungen zu verlieren, konzentrieren wir uns auf den letzten Aspekt. Eine kurze Chronik: Zunächst meldete sich Medienstratege Peter Berger zu Wort, wühlte in seinem Erfahrungsschatz und bekundete, dass Guttenberg im unpolitischen Deutschland in drei Tagen niemals mehr Fans rekrutieren könne als DSDS in 9 Jahren. Die vage, aber plakative Vermutung untermauert er mit ausgewählten Indizien, die darauf hindeuten könnten, dass ein Teil der Unterstützung aus dem Netz elektronisch erzeugt worden sein könnte (Fans ohne Freunde und Interessen / kopierte Kommentare, sog. Sockenpuppen / unbekannter Betreiber der Fanpage / etc.). Auf den konstanten Zuwachs von Fans – auch zu nächtlicher Stunde – fokussiert weiterhin der (mir gänzlich unbekannte) Derivatehändler Kristjan Schmidt, der hierin einen klaren Hinweis auf einen künstlich erzeugten Unterstützerstrom sieht. Wenig später hat sich auch Netzaktivist Sascha Lobo in die Diskussion eingeschaltet und die „Facebook Fake Finding Force“ gegründet, die durch die Beteiligung der Netzcommunity weitere Indizien für eine gezielte Manipulation liefern soll. Die Diskussion endete relativ abrupt mit dem exklusiven Einblick von Rhein-Zeitungs-Blogger Marcus Schwarze in die internen Statistiken der Facebook-Fanpage. Klares Ergebnis: Es gibt keine Indizien für gezielte Manipulation. Das muss nicht heißen, dass es keine gegeben hat bzw. gibt – Schwarze bezeichnet sich selbst als „kein Experte“ auf dem Gebiet – aber es hat erheblich zur Beruhigung der Debatte beigetragen. Womit wir zum eigentlichen Thema kommen…

Denn was hier vermutet wurde, ist gelebter Alltag in der Auftragsakquise von Social-Media-Agenturen: Fans werden den werbetreibenden Kunden als schlichtes „Klickvieh“ angeboten und im Zehntausenderpaket meistbietend verschachert. Im Zuge einer performanceabhängigen Entlohnung der Agenturen greifen sie nicht selten zu Prinzipien und Technologien, um ein Thema aktiv zu befeuern – sei es mit Fans, mit Seitenaufrufen oder mit Kommentaren. Der Experte spricht dann von Astroturfing, einem Ansatz, der eine basisdemokratische und spontane Graswurzelbewegung vortäuschen soll. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

Diebstahl: Adidas gibt seinen Kunden Rätsel auf

In marketing on 10/01/2011 at 19:06

Ein geheimnisvoller viraler Spot kursiert seit neuestem im Netz und verwirrt Markenfans von Adidas. Darin bricht ein Dieb (oder eine Diebin?) in die Firmenzentrale in Herzogenaurach ein und entwendet – begleitet von hektischer Kopfkamera im Blairwitch-Style – die Adizero-Schuhe internationaler Topstars wie Lionel Messi, Jo-Wilfried Tsonga oder Derrick Rose:

Nur eine Minute später folgt die Aufforderung: „Find them fast!“ Cut, aus, vorbei. Kein Logo, keine Website, keine Hinweise. Seit heute lanciert Adidas jedoch im Internet erste Hinweise über den Verbleib der heiligen Treter. Neben den Marken und Kampagnenkanälen bei Youtube, Twitter und Facebook nutzt der Sportartikelhersteller dafür auch die nationalen und globalen Medienpartner Goal.com, Herald Sun und Athletics Weekly.

User, die den Hinweisen erfolgreich folgen und die Schuhe an ihrem virtuellen Versteck als erste ausfindig machen, können Sie den Sportlern persönlich zurückgeben – das ist der Clou der Geschichte: Im Rahmen internationaler PR-Events in Barcelona, London, Melbourne (u.a.) verschwindet die Grenze zwischen digitaler und realer Schatzsuche und schafft unmittelbare Interaktion. Im Ergebnis erscheinen virtuelle Marketing-Akzente aus Herzogenaurach anziehender und erzeugen ein stärkeres Involvement. Um der Kurzfristigkeit und Schnelllebigkeit des Mediums Rechnung zu tragen, sollen die Meetings mit den Stars noch im Verlauf dieser Woche stattfinden.

Die Kampagne baut auf der aktiven und unmittelbaren Beteiligung der User und Sportler auf: Durch jeden Re-Tweet, durch jedes Klicken auf den Like-Button und jede versendete Mail machen sich die Teilnehmer zum Teil der Kampagne und verleihen ihr den viralen Charakter, der der wirkungslosen Verpuffung der Bemühungen vorbeugt.

Damit folgt Adidas stringent der zur WM2010 eingesetzten Strategie, die Zielgruppenansprache vollends auf das Medium Internet zu konzentrieren und sich aus dem TV-Werbegeschäft weitestgehend zurückzuziehen. Die kommunikative Kernzielgruppe wird damit nochmal verjüngt und liegt damit laut Markenchef Erich Stamminger bei gerade einmal 14-19 Jahren.

weihnachtsgeschichte reloaded – joseph und maria im web 2.0

In marketing on 19/12/2010 at 20:16

gerade erst ein paar tage online und schon hat sich die neuinterpretation der biblischen weihnachtsgeschichte zu DEM video der vorweihnachtszeit gemausert. zeit also, auch hier ein bisschen besinnlichkeit und besinnung einkehren zu lassen – ganz web-zwo-nullig, versteht sich.

es ist schon ein kleines meisterwerk, was die portugiesische agentur „excentric“ da mit dem clip „the story of nativity“ gezaubert hat: modern, charmant, geradezu herzerweichend wird die geschichte von jesu geburt erzählt – und bleibt dabei knallhart an den biblischen fakten. die ressourcen der modernen informationsbeschaffung von maria und joseph lesen sich dabei wie das state-of-the-art-book des web 2.0: twitter, youtube, facebook, google maps, fourqsuare – alles dabei.

ebenso die heiligen drei könige, die sich gegenseitig per mail beim brainstormen unterstützen und dann bei amazon einkaufen, was man einem neugeborenen so schenkt: kamele, gold, weihrauch und den anderen kram, von dem die bibel berichtet.

fazit: die agentur hat sich damit das bestmögliche bewerbungsschreiben für neugeschäft im kommenden jahr selbst ausgestellt – modern, herzlich, klar in der aussage. obendrein macht die website, die auf der lissaboner kulisse im jahr 2060 basiert, auch noch einiges her und ist definitiv einen klick wert!

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