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50% Einschaltquote aber keine Werbekunden: Warum das „Dschungelcamp“ ein Vermarktungsproblem hat

In marketing, medien on 27/01/2011 at 19:01

Seit zwei Wochen läuft mittlerweile die fünfte Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ auf RTL. Wie schon im Jahr 2009 konnte die Ekel- und Angst-Show auch dieses Mal die Erwartungen übertreffen und hinsichtlich der Einschaltquoten noch einmal zulegen: Bis zu 8 Millionen Zuschauer pro Folge wollten sich krokodilpenisessende und in Kakerlaken badende C-Prominenz bereits ansehen – in der sogenannten werberelevanten Zielgruppe (14-49 Jahre) waren das in der Spitze rund 50%. Dennoch: Die Werbeblöcke bleiben mitunter so leer, wie der Magen von Katy „Walter“ Karrenbauer oder das Hirn von Modelaspirantin Sarah Dingsbums. Was die Zuschauer freut, enttäuscht die Macher der Show. Warum will niemand im Dschungelcamp werben?

Erbsensuppe beim Exorzisten

Eine zentrale Rolle spielt das Werbeumfeld. Die Leitmotive des Showkonzepts lauten Ekel und Angst. Das schränkt die Wahl der potentiellen Werbekunden schon einmal erheblich ein. Ein Beispiel: In den Siebzigerjahren sorgte „Der Exorzist“ zunächst in den Kinosälen, später auch in den Fernsehsesseln, für kalte Schauer. Die dürften auch den Mediaverantwortlichen bei Erasco über den Rücken gelaufen sein. Der Suppenhersteller bewarb sein Flagship-Produkt unmittelbar nach einer Szene, in der grüne Galle die Hauptrolle spielte:

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, dennoch dürfte nur den wenigsten Suppenliebhabern bei diesem Anblick das Wasser im Munde zusammengelaufen sein. Die Lehre, die Erasco (und andere) daraus zogen, lautete: Prüfe das Umfeld, in dem du wirbst. Zu groß die Gefahr eines Image-Transfers zwischen dem laufenden Film oder der laufenden Show auf die beworbene Marke (Stichwort: Spill-Over-Effekte). „Erasco? Ach ja, die mit dem Exorzisten…“ Fakt ist: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ist ein extrem polarisierendes Werbeumfeld, das anscheinend immer noch für Unbehagen bei den Mediaagenturen und Werbekunden sorgt. Mit dem Verzehr von Kotzfrucht, Fischaugen und Krokodilpenis in der ersten Show dürften beispielsweise alle Lebensmittel- und Getränkehersteller ihre Werbeanfragen zurückgezogen haben. Gleiches gilt vermutlich für Anbieter aus den Bereichen Beauty und Kosmetik. Dass sich gerade hierdurch die Möglichkeit eines kreativ gestalteten und platzierten Spots in einem konkurrenzfreien Umfeld ergibt, sei hier nur am Rande erwähnt. Eindampfen lässt sich die Einstellung der Werbekunden also anscheinend auf ein simples: „Klasse statt Masse“, bzw. „Reichweiten sind nicht alles“. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

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Pizza backen nach chinesischem Horoskop

In marketing on 25/01/2011 at 00:52

Das frisch begonnene Jahr 2011 ist im chinesischen Kalender bekanntermaßen das Jahr des Hasen. Menschen, die in diesem Jahr geboren sind, gelten gemeinhin als talentiert und ehrgeizig. Nach chinesischer Auffassung stehen sie gerne im Mittelpunkt, sind gesellschaftlich akzeptiert und beliebt.

Davon hat auch der Pizza-Lieferservice „Blizzeria“ gehört und sich munter daran gemacht, die italienische Nationalspeise mit Spezialbelag als „Pizza Shanghai“ anzubieten. Kalendergerecht schwimmen im Jahr des Hasen zwischen Tomatensauce und Käse… richtig: Hasenrückenfilets.

Das Ganze garniert mit Sojasprossen und einem aus einer Schulmädchenphantasie entsprungenen Manga-Girl. Ein echter Kracher im Sortiment der Pizzeria, ein Alleinstellungsmerkmal vom Feinsten – zu Schade, dass mein Heim nicht im Liefergebiet des Lieferdienstes liegt.

Übrigens: Verfolgt man diese originelle und authentische Produkteinführungsstrategie mal logisch weiter, können wir uns schon auf das kommende Jahr freuen, dass steht dann im Zeichen des Drachen und könnte für Nachschubprobleme bei „Blizzard“ führen. Feinschmecker können sich außerdem schon auf das Jahr 2018 freuen, wenn der Teigfladen mit Hundehüfte belegt wird. Der erste Gourmet-Stern dürfte den Pizzabäckern dann spätestens 2020 sicher sein, im Jahr der Ratte

Tablets: Netto verhökert i-Pad-Kopie mit Android 1.6

In miscellaneous on 17/01/2011 at 15:43

Bevor die Schwemme an Tablet-PCs mit innovativem Android 3.0 auf dem Consumer-Electronics-Markt landet, versucht sich der „Netto Marken-Discount“ seit heute daran, noch unentschlossene Kunden von einem Billig-Tablet im wahrsten Sinne des Wortes zu überzeugen. Sagenhafte 99 EUR kostet das Gerät, das vom iPad auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden ist:

Rechts das Original von Apple, links die Fälschung von Jay-Tech, die Ende letzten Jahres für 139 EUR schonmal bei Rossmann und für 149 EUR bei real,- über die Theke ging. Auf den ersten Blick scheint das Gerät ein echter Preis-Leistungs-Kracher zu sein. Schließlich sieht das iPad genauso aus und kostet rund 7x so viel. Auch die im Prospekt angegebenen Spezifikationen klingen zwar alles andere als revolutionär, jedoch zunächst solide und ausreichend für einen Light-User. Ein Blick hinter die Kulisse lohnt sich aber:

  • DISPLAY: Angespriesen wird ein „berührungsempfindliches Display“. Mit einem TouchScreen, wie man ihn vom iPad oder aktuellen Android-Handys gewohnt ist, hat das aber wenig zu tun: Es handelt sich um ein resistives Display, bei dem man gehörigen Druck auf den Bildschirm ausüben muss. Leichtes Berühren reicht nicht, ebenso unterstützt es kein Multitouch.
  • BETRIEBSSYSTEM: Als ausgewiesener Android-Freund muss man sich schon wundern – da traut sich Netto mit einem Gerät auf den Markt, das technisch absolut überholt ist und: Android 1.6 ist von Google nicht einmal für Tablets freigegeben! Immerhin: Bei Rossmann wurde das gleiche Gerät damals noch mit Android 1.9 verkauft – ein System, das es nie gegeben hat.
  • PROZESSOR: 300 MHz haben zwar vor Jahrzehnten noch locker für die Mondlandung gereicht, heute lässt sich damit nicht einmal mehr ein kleines Handy-Game wie „Angry Birds“ flüssig darstellen. Allenfalls zum Seitenaufruf im Internet oder Anzeigen von Bildern reicht das noch aus.
  • ARBEITSSPEICHER: 128 MB gönnt uns der Hersteller Jay-Tech. Hier gilt dasselbe wie bei dem Prozessor – nett, aber einfach 5 Jahre zu spät am Markt.

Statt ewig so weiterzumachen (Anschlüsse, Akku, Größe…), soll meine Kritik eher konstruktiv ausfallen: Wofür kann man so einen Tablet-PC verwenden? Vielfältig einsetzbar ist das Gerät nämlich auf jeden Fall: Als Topfuntersetzer, Fliegenklatsche, Katzenklappe oder Eiskratzer… Wer noch mit gezückter Geldbörse bei Netto im Laden steht, sollte für die 99 EUR lieber 20 KG Schweinegulasch kaufen – das ist auch im Angebot und hat vermutlich eine deutlich größere Halbwertszeit.

Diebstahl: Adidas gibt seinen Kunden Rätsel auf

In marketing on 10/01/2011 at 19:06

Ein geheimnisvoller viraler Spot kursiert seit neuestem im Netz und verwirrt Markenfans von Adidas. Darin bricht ein Dieb (oder eine Diebin?) in die Firmenzentrale in Herzogenaurach ein und entwendet – begleitet von hektischer Kopfkamera im Blairwitch-Style – die Adizero-Schuhe internationaler Topstars wie Lionel Messi, Jo-Wilfried Tsonga oder Derrick Rose:

Nur eine Minute später folgt die Aufforderung: „Find them fast!“ Cut, aus, vorbei. Kein Logo, keine Website, keine Hinweise. Seit heute lanciert Adidas jedoch im Internet erste Hinweise über den Verbleib der heiligen Treter. Neben den Marken und Kampagnenkanälen bei Youtube, Twitter und Facebook nutzt der Sportartikelhersteller dafür auch die nationalen und globalen Medienpartner Goal.com, Herald Sun und Athletics Weekly.

User, die den Hinweisen erfolgreich folgen und die Schuhe an ihrem virtuellen Versteck als erste ausfindig machen, können Sie den Sportlern persönlich zurückgeben – das ist der Clou der Geschichte: Im Rahmen internationaler PR-Events in Barcelona, London, Melbourne (u.a.) verschwindet die Grenze zwischen digitaler und realer Schatzsuche und schafft unmittelbare Interaktion. Im Ergebnis erscheinen virtuelle Marketing-Akzente aus Herzogenaurach anziehender und erzeugen ein stärkeres Involvement. Um der Kurzfristigkeit und Schnelllebigkeit des Mediums Rechnung zu tragen, sollen die Meetings mit den Stars noch im Verlauf dieser Woche stattfinden.

Die Kampagne baut auf der aktiven und unmittelbaren Beteiligung der User und Sportler auf: Durch jeden Re-Tweet, durch jedes Klicken auf den Like-Button und jede versendete Mail machen sich die Teilnehmer zum Teil der Kampagne und verleihen ihr den viralen Charakter, der der wirkungslosen Verpuffung der Bemühungen vorbeugt.

Damit folgt Adidas stringent der zur WM2010 eingesetzten Strategie, die Zielgruppenansprache vollends auf das Medium Internet zu konzentrieren und sich aus dem TV-Werbegeschäft weitestgehend zurückzuziehen. Die kommunikative Kernzielgruppe wird damit nochmal verjüngt und liegt damit laut Markenchef Erich Stamminger bei gerade einmal 14-19 Jahren.

Marketing-Manager des Jahres 2010: Thilo Sarazzin

In marketing, medien on 04/01/2011 at 20:04

Wann ziehen von Kanzlerin bis Zentralrat, von Grün bis Schwarz, von Links bis Rechts alle an einem Strang? Selten, sehr selten. Im vergangenen Jahr 2010 war dies jedoch einmal der Fall: Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ befanden Politiker aller Couleurs als „bemerkenswert“. Während manche ihm einen Eintritt in die NPD nahelegten, oder ihn (wie Cem Ödzdemir) als „Stammesfürsten nach dem Geschmack von Bin Laden“ bezeichneten, echauffierten sich andere über die geheuchelte Aufregung und dankten Sarrazin für die Aussprache „unangenehmer Wahrheiten“. Auch die Kanzlerin als Nachlassverwalterin einer ehemaligen Volkspartei zeigte sich „not amused“.

Die Politik hat damit eine Diskussion angestoßen, bzw. folgt der weitläufigen Meinung, die Äußerungen unseres ehemals obersten Bankers seien durchaus diskutabel. Deutlich wird das – neben den Leserkommentarspalten der einschlägigen Klatschblätter – insbesondere an den Verkaufslisten des deutschen Buchhandels. Mit über 1,2mio verkauften Exemplaren und nunmehr 16 Auflagen steht „Deutschland schafft sich ab“ unangefochten auf Platz eins. Das erfolgreichste Buch 2010 ist zugleich das erfolgreichste Sachbuch aller Zeiten. Der Weg zu diesem Ziel ist zugleich der Grund, warum sich Stenographique der Causa Thilo annimmt: Es ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte ausgebuffter PR-Arbeit.

Spätestens seit Eva Herrmann ist bei den deutschen Leitmedien angekommen, dass provokante Thesen – umgarnt von seichter Distanzierung – Quote bringen. So kam es, dass die Springer-Blätter „Bild“ und „Spiegel“ vorab seitenweise Auszüge aus einem Buch druckten, von dessen Thesen sie stets inhaltlich abrückten. Mal mehr (Spiegel), mal weniger (Bild). Ein kluger Schachzug der Marketing-Experten von Sarrazins Verlag DVA: Ein halbexklusiver Vorabdruck gegen die monatewährende kostenlose und subtile Buchung der besten Werbeplätze in den reichweitenstärksten Print- und Onlinemedien der Republik.

Um einmal eine Vorstellung zu vermitteln: Eine (nur eine einzige!) Seite im Spiegel kostet im Durchschnitt… nicht 10.000, nicht 20.000 sondern 58.973 EUR (hier die aktuelle Preisliste zum Download). Der Spiegel hat davon rund 20 ausschließlich mit den vorab veröffentlichten Auszügen gefüllt – entspricht einem Mediawert von 1.179.460 EUR. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

autos, käse, binden: best-of der wikileaks-werbung

In marketing on 20/12/2010 at 15:52

während die welt über die politischen konsequenzen des wikileaks-dramas rund um julian assange diskutiert, sind einige kreative werber längst einen schritt weiter und reagieren. in jedem fall schnell, in vielen fällen gut und in keinem fall konservativ.

stenographique hat sich auf die suche gemacht, die einschlägigen blogs durchforstet und ein best-of-wikileaks-werbung zusammengestellt, in dem die nominerten allesamt durch schnelle reaktion, humor und mut hervorstechen:

auf platz 3: SIXT

von sixt ist man schnelle und provokante werbung gewohnt – nicht erst seit den guerilla-aktionen beim castor-transport oder der mietwagen-affäre um ulla schmidt. im zusammenhang mit wikileaks zeigt der autovermieter wieder einmal, dass er dem ruf als schamloser profiteur medienpräsenter ereignisse alle ehre macht. dabei muss man sagen: eigentlich sind wir von sixt etwas mehr gewohnt. besonders kreativ ist die anzeige nicht, die verbindung zwischen ereignis und produkt auch eher an den haaren herbeigezogen und das verwendete vokabular durchaus abgedroschen – einzige ausnahme: der kleine seitenhieb beim BMW x3 auf angela „teflon“ merkel. dennoch: als schnellster unter den wikileaks-werbungen immerhin platz 3 für den orangenen vermieter und seine agentur jung von matt.

auf platz 2: APPENZELLER

deutlich mehr bindung zum produkt hat dagegen die wikileaks-werbung von appenzeller. die käse kollegen aus der schweiz fokussieren seit jeher auf das wohlgehütete geheimnis der speziellen rezeptur und reifeprozesse ihres gelben stolzes. in der aktuellen tv-werbung versucht uwe ochsenknecht sich das geheimnis durch preisgabe seines nordhessischen stopf-wurst-rezepts zu erkaufen – natürlich ohne chance. klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

saubere aktion: streetbranding in göttingen

In marketing on 26/11/2010 at 18:25

unsere beschauliche wahlheimat steht nicht gerade im verdacht, tummelplatz der top-kreativen oder versuchslabor für werbeagenturen zu sein. dennoch: die internationalen guerilla- und branding-trends gehen auch an göttingen nicht spurlos vorbei. in letzter zeit konnten vermehrt beispiele sog. „streetbrandings“ bzw. „reverse grafittis“ beoachtet werden. jüngster fall: die bäckerei thiele in der göttinger innenstadt.

doch was bedeutet eigentlich „streetbranding“? was wird überhaupt bei „reverse grafitti“ umgekehrt? wir nähern uns mal der thematik am beispiel der göttinger bäckerei und versuchen, die wichtigsten fragen zu beantworten.

worum geht es? reverse grafitti ist vor wenigen jahren in den USA aus der illegalisierung klassischer grafitti heraus entstanden und damit per se erst einmal eine kunstform, die ungefragt und frei zur verfügung gestellt wird. dabei wird das prinzip des grafitti umgekehrt und flächen nicht besprüht, sondern selektiv gereinigt. doch menschen wie der street-artist paul curtis machen mehr, als „putz mich“ in eine verdreckte autoscheibe zu malen. sie stellen als protestbewegung gegen die (verständlicherweise) restriktive gesetzgebung die anti-grafitti-politik der städte auf den kopf. zur juristischen lage später mehr…

wie geht es? das prinzip ist so einfach wie genial: mit schwamm und bürste in der einen und einer schablone in der anderen hand machen sich die künstler ans werk. im gegensatz zu sprayern verschmutzen sie flächen jedoch nicht, sondern reinigen systematisch teile davon. die botschaft ist dieselbe – und der effekt maximal. aus der naturgegebenen vergänglichkeit der bilder und der beschränkung auf die ursprüngliche farbe des untergrunds entstehen neue, minimalistische ausdrucksformen.

ist es erlaubt? streetbrandings dieser art stoßen in eine juristische lücke des §303 StGB (sachbeschädigung). demnach begeht jemand eine sachbeschädigung, der rechtswidrig eine fremde sache beschädigt oder zerstört. dieser tatbestand ist i.d.r. bei klassischen grafitti gegeben – nicht aber bei reverse grafitti. ihnen verhilft mutter natur zur legalität: klickstu

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grobi aus der sesamstraße reanimiert den old-spice-man

In marketing on 13/10/2010 at 13:08

die wirkung, die der virale old-spice-clip in der werbelandschaft hinterlassen hat, kann wohl kaum überschätzt werden. nachdem der clip mit dem ehemaligen football-profi isaiah mustafa in der pause des super-cup seine vielbeachtete premiere feierte, wurde zunächst spekuliert: wahrheit oder fiktion? kamera oder computer? one-shot oder trick-shot? seht selbst:

als diese frage mit dem making-of gelöst wurde, kamen die nachahmer. hunderte normalos und promis drehten eigene videos als antwort auf die online verbreiteten clips mit isaiah mustafa. sogar ashton kutcher stieg mit in die diskussion ein… es entwicklelte sich ein reger austausch mit social-media-größen, an dem mehrere hundert millionen teilhatten.

auch ein halbes jahr nach dem start der kampagne – in internetjahren gemessen also diverse eiszeiten später – hat old spice mit isaiah mustafa noch soviel strahlkraft, dass immer noch weitere werbetreibende auf den fahrenden zug aufspringen. zum beispiel bibiotheken (sehr sehenswert übrigens).

jetzt ist wieder einer dazugekommen. ein echtes schwergewicht mit millionen zuschauern und den potenten kunden von morgen: die rede ist von der sesamstraße. und ich muss sagen: grobi gefällt mir als protagonist mindestens genauso gut wie das original – seht selbst: klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

beim „westen“ schreiben die pressesprecher ihre hohelieder selbst!

In medien, meinungen on 08/09/2010 at 10:42

„mega-erfolg“, „unglaublicher ansturm“, „riesen-erfolg“, „mehr als voll…

der autor des artikels „rock am stock ein mega-erfolg“ meinte es offensichtlich gut mit den veranstaltern einer ü60-party in isernlohn und lobte die organisatoren (campus symposium) und das ergebnis ihrer bemühungen sprichwörtlich über den klee. doch was auf den ersten blick wie eine harmlose lokal-meldung auf der nachrichtenseite „der westen“ aussieht, wurde in den kommentaren von user frank nur wenige stunden nach der einstellung des textes als krasse verquirlung von unabhängigem journalismus und der vertretung unternehmerischer unterdessen entlarvt…

der autor david lucas, seines zeichens schreiberling von 171 artikeln auf „der westen“, hat noch einen nebenjob. er ist pressesprecher des campus symposiums, also des veranstalters der „rock am stock“-party. das kann man sich in 10 sekunden zusammengooglen. in dieser funktion ist es schon weniger überraschend, dass sich seine kritik an den veranstaltern in sehr überschaubaren grenzen hält.

nun hört man ja oft genug, dass der lokal-journalismus unter mittelkürzungen leidet und das tagesgeschäft praktisch nur noch mit freien mitarbeitern abwickeln muss. dennoch, lieber westen: ein bisschen mehr fingerspitzengefühl bei der auswahl der beiträge bzw. deren autoren wäre wünschenswert – zumindest um den anschein seriösen und unabhängigen journalismus zu wahren. dem autor selbst muss man seinen kleinen moralischen irrweg vielleicht nachsehen. sein abi-zeugnis, das er in sein xing-profil (nur für mitglieder sichtbar) geladen hat, lässt anhand seines alters vermuten, dass herr lucas noch nicht über jahrzehntelange erfahrung im journalismus verfügt. also: alles halb so wild? mag für den autor gelten, für die zeitung mit sicherheit nicht.

twallfahrer, ergo plagiat, glücks-eis, sky-GEZ

In marketing, medien on 30/08/2010 at 07:55

was bisher geschah… nun ja: in der letzten woche zumindest – findet ihr als short-stories hier:

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die kirche setzt auf’s social web und bietet gefallenen engeln und suchenden schäfchen eine neue, interaktive möglichkeit, am gottesdienst teilzunehmen: als twallfahrer. ein mix aus twitter und wallfahrer. vorreiter des neuen klerikalen coups: martin werlen, bei twitter @abtmartin. hier ein video von der sf-tagesschau:

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weiter gehts mit dem vielgelobten und heiß diskutierten neuen auftritt der ergo versicherungen, die sich nach jahrelanger zuschauerqual endlich dazu durchgerungen haben, die verspießten versicherungskaufleute in den presenterspots der sportschau („der sport wird ihnen präsentiert… von ihren experten der ergo-versicherungsgruppe“) gegen einen etwas zeitgemäßeren werbeauftritt zu tauschen. deren agentur aimaq-stolle hat ganze arbeit geleistet – dachte man, bis folgendes video auftauchte und die damit verbundenen plagiatsvorwürfe: via

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