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Online Reputation – Norton verschenkt individuelle Google Ads

In marketing on 22/08/2012 at 14:31

Ein Foto vom Blankziehen beim letzten Absturz, ein zweideutiger Post auf der Seite der Ex-Freundin, ein frustrierter Blogeintrag über den Chef – die Liste potenzieller Rufmörder im Internet ist lang. Umso wichtiger, dass man ein Auge auf seinen guten Ruf im Internet hat, die sogenannte Online-Reputation. Dementsprechend schießen Anbieter, die unsere „weiße Weste“ im Netz schützen wollen, gerade wie Bubble-Tea-Filialen aus dem Boden und schüren die Angst vor unerwünschten Suchergebnissen, die beim googlen des eigenen Namens erscheinen könnten.

Die PC-Sicherheitsexperten von Norton haben das auch erkannt und darin ihre Kernkompetenz – die digitale Sicherheit – wiedergefunden. Kurzum hat man die Online-Reputation zum Gegenstand einer neuen Kampagne im Kampf gegen fallende Marktanteile und rückläufiges Kundeninteresse im B2C-Geschäft gemacht. Die Idee: Man ersinnt „Norton Top Search“ und verschenkt individualisierbare Google Adwords-Anzeigen – passend zum Claim „Protecting the stuff that matters“. Dazu kann sich der geneigte Internetnutzer unter der Kampagnen-Website http://nortontopsearch.com/ in 3 Schritten seine eigene Google-Anzeige erstellen, mit seinem Facebook-Konto verifizieren und sich wenig später ganz wunschgemäß und in perfekter-Schwiegersohn-Manier in der Google-Ergebnisseite präsentieren. Kosten für die Adwords-Anzeige fallen nicht an, den Marketing-Jungs von Norton sei Dank.

Leider dauert es nach der Erstellung der Anzeige „a couple of days“, bis man das Ergebnis auf Google bewundern kann. Ob es hierbei tatsächlich bei einer Marketing-Kampagne zur Unterstüptzung der Kernprodukte rund um die PC-Sicherheit bleibt, oder Norton mit „Top Search“ vielleicht den ersten Schritt in einen neuen Markt wagt, ist bislang offen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung spricht allerdings für letzteres: Auch Google hat mitllerweile ein eigenes Reputation-Management-Tool im reichhaltigen Programm.

Dank an die Kollegen vom Gefahrgut-Blog für den Hinweis! Siehe auch: Hype5JohnVantine

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wahnsinn oder marktlücke: der mouse-cursor wird zur werbefläche

In marketing on 19/08/2010 at 10:56

während alle welt sich den kopf darüber zerbricht, wie man seine werbung in bester guerilla-manier in die bilder von google street view bringen kann, ist gerade am anderen ende der welt eine neue trickkiste der online-werbung geöffnet worden: das unternehmen cosher aus hongkong hat den mauszeiger als werbefläche entdeckt.

mein erster impuls war: brilliante idee, schließlich bieten dienstleister wie e-tracker zur analyse des surfverhaltens extra ein mouse-tracking an, das in anlehnung an die aufzeichnung des blickverlaufs (eye-tracking) zeigen soll, welchen bereich einer website ein user gerade betrachtet. demnach wäre die werbung immer exakt dort platziert, wo der potentielle kunde seinen blick hinschweifen lässt…

mein zweiter impuls war: völlig absurde idee! auf einer testseite kann man erahnen, dass das cursor-logo immer einen teil des website-textes verdecken würde, miniaturistisch anmutet und durch das häufige wechseln (je nach mouseover-belegung) bestimmt schnell für entnervte flucht von der internetseite sorgen würde. außerdem darf der mousecursor gut und gerne als letztes privates refugium der online-werbefreiheit gelten – diese fläche zu vermarkten wäre, als würde h&m sein logo ungefragt auf alle jeans und sweatshirts nähen.

mein dritter impuls ist: und wenn schon… cosher behauptet, diese „innovative lösung“ mache „display-kampagnen im internet effektiver“. ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, wie mein bedürfnis nach einem kaffee durch das einblenden eines starbucks-logos auf einer website forciert werden könnte. markenpräsenz und produktbewusstsein hin oder her, die 30%ige umsatzsteigerung die cosher auf der website verspricht, klingen – gelinde gesagt – optimistisch…

ich verkneife mir übrigens das abschließende urteil in anlehnung an den namen des unternehmens… kein spruch à la: „die idee ist mir nicht ganz koscher…“ klickstu Den Rest des Beitrags lesen »

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