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saubere aktion: streetbranding in göttingen

In marketing on 26/11/2010 at 18:25

unsere beschauliche wahlheimat steht nicht gerade im verdacht, tummelplatz der top-kreativen oder versuchslabor für werbeagenturen zu sein. dennoch: die internationalen guerilla- und branding-trends gehen auch an göttingen nicht spurlos vorbei. in letzter zeit konnten vermehrt beispiele sog. „streetbrandings“ bzw. „reverse grafittis“ beoachtet werden. jüngster fall: die bäckerei thiele in der göttinger innenstadt.

doch was bedeutet eigentlich „streetbranding“? was wird überhaupt bei „reverse grafitti“ umgekehrt? wir nähern uns mal der thematik am beispiel der göttinger bäckerei und versuchen, die wichtigsten fragen zu beantworten.

worum geht es? reverse grafitti ist vor wenigen jahren in den USA aus der illegalisierung klassischer grafitti heraus entstanden und damit per se erst einmal eine kunstform, die ungefragt und frei zur verfügung gestellt wird. dabei wird das prinzip des grafitti umgekehrt und flächen nicht besprüht, sondern selektiv gereinigt. doch menschen wie der street-artist paul curtis machen mehr, als „putz mich“ in eine verdreckte autoscheibe zu malen. sie stellen als protestbewegung gegen die (verständlicherweise) restriktive gesetzgebung die anti-grafitti-politik der städte auf den kopf. zur juristischen lage später mehr…

wie geht es? das prinzip ist so einfach wie genial: mit schwamm und bürste in der einen und einer schablone in der anderen hand machen sich die künstler ans werk. im gegensatz zu sprayern verschmutzen sie flächen jedoch nicht, sondern reinigen systematisch teile davon. die botschaft ist dieselbe – und der effekt maximal. aus der naturgegebenen vergänglichkeit der bilder und der beschränkung auf die ursprüngliche farbe des untergrunds entstehen neue, minimalistische ausdrucksformen.

ist es erlaubt? streetbrandings dieser art stoßen in eine juristische lücke des §303 StGB (sachbeschädigung). demnach begeht jemand eine sachbeschädigung, der rechtswidrig eine fremde sache beschädigt oder zerstört. dieser tatbestand ist i.d.r. bei klassischen grafitti gegeben – nicht aber bei reverse grafitti. ihnen verhilft mutter natur zur legalität: klickstu

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