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„Experientell“ startet als innovatives Web-Magazin – stenographique ist dabei

In marketing on 07/07/2011 at 11:27

Nach langer Entwicklungszeit und intensiver Vorbereitung geht heute EXPERIENTELL an den Start. Das Web-Magazin bündelt Beiträge aus Kunst, Design und Marketing und bietet Kreativen eine einzigartige Inspirationsquelle. Die zweisprachige Seite stellt außerdem „einzigartige, erlebnisbetonte Projekte aus verschiedenen Disziplinen“ und deren Macher vor.

Stenographique freut sich, mit von der Partie sein zu dürfen und hat das Marketing-Exposé „Crowdsourcing und die Trolle“ beigesteuert. Der Beitrag behandelt Chancen und Risiken der Auslagerung von Produktentwicklungsaufgaben an die Social Media Gemeinde anhand des Beispiels eines Pril-Designwettbewerbs – der eine oder andere hat sicher davon gelesen – und ist der bislang einzige Artikel von Stenographique, der ins Englische übersetzt wurde. Außerdem freuen wir uns über die tollen Illustrationen zum Text von Carina Zanner:

Ein Freizeit-Transvestit als Covergirl einer Facebook-Fanpage, sexistische Videos zur Markteinführung eines Kleinwagens oder ein Traditionsbrotaufstrich mit Namen „iSnack 2.0“. Was klingt wie der ultimative Albtraum eines Marketingmanagers, haben die Verantwortlichen von Otto, Toyota und Kraft Foods bereits am eigenen Leib erlitten. Der Weg in diese scheinbar undenkbaren Situationen war ein Experiment, bei dem Unternehmen große Teile Ihrer Entscheidungsgewalt in die Hände der Community legen – Crowdsourcing.

Artikel auf Experientell weiterlesen!

  1. Irgendwie konnte ich auf „experientell“ nicht kommentieren, daher also hier mein Kommentar zum Artikel:

    So wie ich Crowdsourcing im Zusammenhang mit Social Media Marketing verstehe ist doch eher „der Weg das Ziel“. Soll heissen, dass die Pril-Kampagne niemals wirklich das Ziel hatte, eine besonders schöne (und verkaufsfördernde?) Flasche zu designen, sondern über die Aktion die, wie Sie so schön sagen „viralen Kraft solch partizipativer Dynamiken“ zu nutzen. Also: In sozialem Medien im Gespräch sein, erwähnt, verlinkt, getwittert und geliked werden. Sobald man den Prozess des Crowdsourcing öffentlich macht, also Ergebnisse ungefiltert publik macht, benötigt man neben starken Nerven auch eine gehörige Portion Selbstironie und Humor, denn wer denkt, dass nun nur hilfreiche und zielgerichtete Beiträge folgen, der irrt. Genau diesen Humor liess Henkel vermissen, und das erregte die Empörung. Diejenigen, die mit Kreativität und Einfallsreichtum die Marketingkampagne nicht ganz ernst nahmen, nun als Trolle zu verunglimpfen halte ich für zu hart. Denn damit wird ihnen eine zumindest unlautere, wenn nicht gar böse Absicht unterstellt. Unter einem Troll verstehe ich vielmehr Störer und „virtuelle Randalierer“ in Blogs und Foren, die – selbstverständlich stets unter einem Pseudonym – Diskussionen lähmen und einfach nur auf ärgerliche Weise Aufmerksamkeit erlangen wollen.

    • Danke für deine Meinung und den „Umweg“ von experientell hierher zurück!
      Der Weg ist definitiv das Ziel bei solchen Kampagnen – absolute Zustimmung. Würde man streng dem Beispiel der (mittlerweile recht vielfältigen) erfolgreichen Croundsourcing-Kampagnen folgen, käme sicherlich auch keine ohne die von dir beschriebene „Portion Selbstironie“ aus. Dies scheitert aber häufig an den ästhetischen Ansprüchen einiger weniger Entscheider. Das können z.B. Produktmanager im Unternehmen oder Social-Media-Berater in Agenturen sein, die Ihrem Kunden keine absurden Top-Scorer erklären wollen.
      Diese Unternehmensperspektive auch nimmt der Artikel ein. Wenn man sich in die Situation der Kampagnenmanager hineinversetzt, sind solche Trolle einfach der blanke Albtraum – einige Beispiele finden sich im Anfang des Textes. Daher halte ich den Begriff schon für geeignet (siehe dazu auch Lobos Vortrag auf der Re:publica zur Trollforschung). Unser Konsumentenauge ist natürlich von Hähnchen-Pril amüsiert und stört sich natürlich nicht an diesen humoristischen Ideen. Deswegen würden wir beide in diesem Kontext auf der Straße auch nie über „Trolle“ diskutieren.

      • ui, das ging ja fix mit der Antwort…. Prompt folgt aber noch ein Argument: Eigentlch war doch die „Hähnchen-Flasche“ ein Geschenk des viralen Marketing-Gotts, denn die – seien wir ehrlich recht müde – Kampagne war nun auf einmal in aller Munde, und wurde bis zu dem Zeitpunkt, als Henkel steuernd eingreifen musste, stets wohlwollend, aber natürlich auch ein klein bisschen hämisch kommentiert. Die Erwähnungen und Verlinkungen der Kampagne waren doch zeitweise zahllos, was sicherlich dann im Endeffekt auch zu der Verselbständigung beigetragen hat. Aber wie gesagt: Ich als Werber hätte mich klammeimlich beim Hähnchen-Troll bedankt.

      • Wer weiß – vllt. sitzt der Troll ja an einem Schreibtisch bei TBWA…
        Die Denke bei Henkel ist auch bei Social-Media-Aktionen aber immer eher langfristig und global: Man rechnet anscheinend damit, dass die Kontaktzahl der Flasche mit Freak-Design am PoS deutlich größer ist als die Zahl der Online-Leser. Vor allem in der Kernzielgruppe der haushaltsführenden Personen (Frauen ü40) kann man zurecht annehmen, dass mehr Kunden vor einem Griff zum Hähnchen-Pril im Regal zurückschrecken als dass sie sich aufgrund der Online-Berichterstattung von einem Kauf abhalten lassen.

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