stenographique

roamingopfer diekmann versucht’s mit satire…

In medien, meinungen on 24/06/2010 at 19:21

nachdem bild-chef kai diekmann aus seinem urlaub in marokko einige filmchen für seinen mittlerweile glücklicherweise leider eingestellten blog (www.kaidiekmann.de) gedreht und nach deutschland verschickt hatte, flatterte wenig später eine rechnung der telekom ins haus der diekmanns. ganz unten, am ende des sicherlich beachtlichen einzelverbindungsnachweises, stand die summe von rund 42.000 euro. ne menge geld, findet auch diekmann (k.d.) und ruft seinen kumpel an – telekom-boss rené obermann (r.o.). hier der wortlaut des dialogs, wie er wirklich war:

k.d.: „grüß dich, rené alte felge! der kai hier…“

r.o.: „kai, du schmieriger paparazzo… lange nix gehört!“

k.d.: „pass auf, jung. was soll das hier: 42.000 euro für ein paar minuten videoschnipsel… total unbrauchbares material, hab ich auch selbst gedreht. aber macht ja nix, war eh nur für meinen blog! *kicher*…“

r.o.: „ich versteh‘ kein wort! worum geht’s?“

k.d.: „meine handyrechnung. ich schulde euch über 40 tausend euro roaming-gebühren…“

r.o.: „und wegen solcher peanuts rufst du mich an??“

k.d.: „warte… ich hab ne idee, wie wir das richtig groß ausschlachten. mit viel medialer präsenz für deine pinken sabbelstrippen und ’nem dicken sympathie-schub für mich!“

r.o.: „klingt gut, lass hören…“

nachdem die beiden ausführlich an dem schlachtplan gefeilt haben, sind sie sich sicher, eine win-win-win-situation geschaffen zu haben. herausgekommen ist ein video das quer durch die humor-republik (gemeint ist deutschland) für zwerchfellkrämpfe und tränenlachen sorgt: klickstu

unter dem alibi „KaiDausB“ stellt der bild-chef ein video bei youtube ein, das die mafiösen methoden der roaming-mafia anprangert. der „angestellte aus brandenburg“ lässt sich dabei mit lidl-tüten und schwarzem balken über den augen filmen und traut sich unter dem deckmantel der „anonymität“, den telekommunikationsriesen „offen“ anzugehen.

das netz überschlägt sich vor lobhudelei! alle sind sich einig: diekmann, du teufelskerl… was ist dir da wieder für ein coup gelungen! humor bewiesen, satire gemacht (sowieso die paradedisziplin der bild-zeitung), stoff für das aufziehende sommerloch produziert. eine win-win-win-situation eben.

in meinen augen ist diese bewertung nur eingeschränkt zutreffend, und das aus mehreren gründen. vornehm ausgedrückt. es geht schon mit dem prädikat „humor“ los: wer diekmann aufgrund dieses videos selbigen attestiert, muss davon mindestens genausoviel haben – und verdient einen preis für die beste satire, den eigentlich diekmann selbst haben wollte! ernst meinen kann man so eine aussage auf jeden fall nicht!

weiter: in zeiten fristlos ausgesprochener kündigungen, die auf einen pfandbon über 1,32 eur zurückgehen, hat es einen faden beigeschmack, wenn ein journalist mit 7-stelligem jahresgehalt im urlaub durch private handynutzung kosten in höhe von über 40.000 eur verursacht und diese ohne schlechtes gewissen auf seinen arbeitgeber abwälzt. ein paar hierarchiebenen darunter wäre das ein grund für eine saftige abmahnung. herr döpfner?

unter dem strich bleibt festzustellen: diekmann mag als zeitungsmanager und (es fällt mir schwer, das zu schreiben…) als journalist von brauchbarer qualität sein – vor der kamera versagt er kläglich. mit witz und satire hat dieses video absolut nichts zu tun!

p.s.: alle mario-barth-fans sind aufgerufen, in den kommentaren lautstark zu protestieren…

p.p.s.: herr obermann ärgert sich übrigens massiv, dass er sich mit diekmann auf diesen deal eingelassen hat! sein unternehmen hat wider einwarten keine imagepunkte hinzugewonnen, was nicht daran lag, dass man sich schon am oberen ende der skala bewegt hätte.

p.p.p.s.: ihr wollt gute satire? ist zwar offtopic, aber google home view ist auf jeden fall einen klick wert!

  1. menschenverachtende ungerechtigkeiten! diese roaming-mafia.
    haha, ich musste lachen.
    diekmann ist sich für nichts zu schade.

  2. Bist Du sicher, dass die telefoniert haben, bei so hoehen Rückstanden wird das doch bestimmt gesperrt.

  3. Es heißt SATIRE, verdammt. Ein völlig humorfreies Filmchen, aber noch schlimmer ist, dass der Verlag das bezahlt. Weit mehr. als ich in einem Jahr verdiene.

    • Satire (lat. satira; von satura lanx: „mit Früchten gefüllte Schale“, im übertragenen Sinne: „bunt gemischtes Allerlei“;

      guter hinweise – danke!
      ist korrigiert…

  4. Ich habs heute morgen auch gesehen… ich finds lustig^^

  5. also ich finde das video lustig^^

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