stenographique

wahnsinn: augmented reality in social networks

In marketing, medien on 25/04/2010 at 20:23

der titel dieses eintrags brüllt mir gerade entgegen, dass man sich dringend mal gedanken über die ausufernde verwendung von anglizismen machen müsste! immerhin sprechen wir noch von „einträgen“ statt „posts“, von „titeln“ statt „headlines“ und von „ausufernder verwendung“ statt von „overuse“…

worum geht’s? in der aktuellen w&v bin ich gerade auf einen spannenden artikel gestoßen, der mich an einen ansatz erinnert hat, der auf facebook heute realität (wie ich neulich lernen durfte: RL) und virtualität (analog: VL) verschmilzen lässt. genauer gesagt hat die agentur h2omedia für kia motors europe eine facebookapplikation entwickelt, mit der probefahrten von zuhause aus in 3d möglich sind. frei nach dem motto: lenkrad ausdrucken und gas geben! was verrückt klingt und nicht einmal der gurtpflicht unterliegt, ist ein vorzeigeprojekt der sog. augmented reality in social networks. was das heißt, dazu später mehr…

das ganze funktioniert wie folgt: der user lädt sich auf der facebook-fanpage von kia ein pdf herunter und druckt es aus. der drucker spuckt dann ein schmuckes sportlenkrad aus, in dem tracking-marker integriert sind. während man diese in die kamera hält, werden die koordinaten des lenkrads im raum erkannt und an die flash-applikation weitergegeben. neben rechts- und linkskurven lässt sich der wagen sogar beschleunigen (papier näher an die kamera halten) und abbremsen (papier weiter weg). die rückseite des papiers zeigt das lenkrad des kia venga, den sich der benutzer im anschluss bitte kaufen soll… klickstu

der test-ergab: die grafik und das direkte handling sind zwar noch nicht ganz mit need for speed nitro vergleichbar. eine probefahrt im neuen kia ist es eigentlich auch nicht, außer vielleicht in einer leeren und endlos großen fabrikhalle mit weiß-gelbem fussboden. dafür überzeugt die innovative bedienung, die in ein paar jahren vielleicht jegliche pc-peripherie wie joysticks oder lenkräder überflüssig macht. außerdem ist der „fahrspaß“ gut in die werbebotschaft integriert und der nutzer wird dezent über die features des neuen fahrzeugs informiert.

was schön gewesen wäre: eine integration des bildes des benutzers in die flash-anwendung, der z.b. hinter das steuer des wagens montiert hätte werden können. außerdem eine halbwegs realistische umgebung, die den begriff probefahrt rechtfertigen würde. ein paar bäume, straßen und blauer himmel würden schon wunder bewirken. und letztlich – dann ist auch schluss mit der konstruktiven meckerei – eine anbindung an die „sieben ist mehr als drei„-kampagne. der nutzer könnte bspw. auf der strecke hindernissen (dreien) ausweichen und ziele (siebenen) ansteuern…

bleibt zu klären, was sich unter dem begriff augmented reality verbirgt. als kleines beispiel soll die iphone-app eines ubahn-führers dienen, wie dieses video in ein paar sekunden vorführt:

unter augemted reality oder erweiterter realität versteht man also nichts weiter als das anreichern der realität durch texte, bilder, videos. dabei entsteht eine interaktion zwischen virtuellen objekten und reellen aktionen. ein haustier auf dem bildschirm freut sich über eine kuscheleinheit oder die handykamera verrät uns höhe, bewuchs und geschichte eines berges, den die linse einfängt. eine vorstufe dazu ist übrigens das einblenden von entfernungen und kreisen bei freistößen in fussballübertragungen. das hat potenzial…

  1. Schöner Beitrag!

    Gruß Lars

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