stenographique

downloading is not sexy – aus piraten werden räuber

In medien on 20/03/2010 at 12:03

im kampf gegen illegale kopien und die unrechtmäßige verbreitung von content legen die rechteinhaber jetzt nach. allerdings kein neues drm, keine neuen gesetze, keine technologische innovation. stattdessen wird die marketing- und kommunikationstrickkiste mal wieder geöffnet. der grund: die vermeintliche aggro-begrifflichkeit von piraten/piracy/piraterie hat leider jeden schrecken verloren (falls sie den mal hatte…).

die ursprüngliche idee, die kleine minderheit der download-piraten zu diskreditieren und in der breiten öffentlichkeit als bl0ße kriminelle darzustellen, hat johnny depp vereiltelt. warum? spätestens seit fluch der karibik sind piraten cool, verwegen, sexy. ich will sein wie johnny depp – warum also sollte mich sein cooles image zu der einsicht bringen, dass verstöße gegen urheberrechte eigentlich unfair, illegal und unethisch sind? folgendes zitat von agnete haaland (präsidentin der international actors‘ federation) wurde von der chamber of commerce von reuters festgehalten:

“we should change the word piracy,” she said at a press conference. “to me, piracy is something adventurous, it makes you think about johnny depp. we all want to be a bit like johnny depp. but we’re talking about a criminal act. we’re talking about making it impossible to make a living from what you do.”

nur konsequent also, dass man von der begrifflichkeit abrücken will. und was gibt’s stattdessen? man betont den illegalen, gesetzesbrecherischen aspekt des downloadens und rückt damit vom freiheitsliebenden und unabhängigen freibeuter ab. ergebnis: räuber und diebe. ars technica berichtete. auch international soll der begriff raubkopierer stärker verwendet werden. das wirft jedoch wiederum zwei probleme auf: klickstu

  1. ist das image eines räubers und diebes wirklich per se schlechter als das eines piraten? vielleicht habe ich zulange nicht mehr die oceans 11/12/13-filme gesehen, aber george clooney als gewiefter gangster-boss, dieb und räuber war definitiv nicht weniger cool und in seiner rolle beneidenswerter als oben erwähnter johnny depp.
  2. seit jahren versuchen „die rechteinhaber“, gesellschaftlich die einsicht zu verbreiten, dass eine kopie ein diebstahl ist. dann wäre der begriff eines diebes und räubers natürlich treffend. bist heute konnte leider niemand erläutern, warum jemand bestohlen werden kann, ohne dass später etwas fehlt. das alte dilemma… (zur stehlbarkeit von daten hat ja auch unsere regierung eine ganz spezielle meinung!)

es kann gemutmaßt werden: auch diese neue terminologie wird sich als vergänglich herausstellen. aber was kommt dann? terroristen? mörder? kindernschänder? der grat zwischen diskreditierung der bösen und lächerlichen vorwürfen ist definitiv ein schmaler…

und dazu als erheiterndes schluss-statement: the it-crowd – piracy warning…

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