stenographique

wie sparfüchse ihren allerwertesten riskieren

In marketing on 13/02/2010 at 21:16

oder die erklärung des „i can’t get no satisfaction“.

die situation hat schon etwas absurdes: ich sitze vor dem fernseher und surfe ein bisschen durchs netz. in der einen glotze läuft dsds, damit ich morgen das frühstücksfernsehen verstehe, auf der anderen flimmert ein artikel über produktfälschungen. das passt auf den ersten blick ganz gut zusammen. dennoch: man kann über clone-casting-shows denken, was man will – an die dreistigkeit der plagiate, die gestern mit einem einschlägigen negativ-award ausgezeichnet wurden, kommen sie nicht ran. egal, ob das „d“ des machers für detlef oder dieter steht.

frankfurt, gestern vormittag auf der konsumgütermesse „ambiente“: nach gefälschten tupper-eiswürfelformen, nachgemachtem mähdrescher-spielzeug und nicht ganz originalgetreuen soundsesseln wurden unter anderem auch liebeskugeln mit einem plagiarius ausgezeichnet. seit 1977 wird der vom design-prof. rido busse initiierte preis an die dreisteten produkt-piraten des jahres ergeben, um das öffentliche interesse auf diese problematik zu lenken. in all den jahren hat die jury eine menge gesehen, aber gefälschtes sexspielzeug war (zumindest nach meiner recherche) noch nicht dabei. das ändert sich dieses jahr. der schwarze zwerg mit der goldenen nase geht nach luxemburg an die dretschler sarl für dieses phänomenal kreative produkt, das vom original wahrlich kaum mehr zu unterscheiden sein dürfte. klickstu

anders als die meisten anderen „ausgezeichneten“ hersteller und händler, hat dretschler nicht kurz vor der preisvergabe eine unterlassungserklärung unterschrieben und die plagiate vom markt genommen. für schlappe 8,49 eur sind die liebeskugeln mit dem erwärmenden namen „perfect geisha“ weiterhin verfügbar. das original wird dagegen in bremen von der fun factory gmbh vertrieben, heißt „smartballs“ und kostet mit 21,50 eur knapp dreimal so viel. wer den praktischen vergleich machen will, sei aber vorher gewarnt: plagiate genießen oft keine qualitätskontrolle und seien für konsumenten nicht selten gesundheitsgefährdend, so das plagiarius-gremium.

an dieser stelle drängt sich eigentlich die frage auf, welche „anstrengungen“ wohl mit der „produkteinführung“ verbunden sind waren. damit keine missverständnisse aufkommen: gemeint ist natürlich die vermarktung der luxemburger handelskönige. und das fragt man sich natürlich auch nur, weil der markt für ein geklautes produkt schließlich schön geöffnet ist. ein schelm, wer anderes gedacht hat!

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