stenographique

the visualisation of zeitgeistiness

In medien on 07/02/2010 at 17:15

auf den ersten blick sieht es aus, wie die werbung einer bauklötzeherstellers. oder die internetpräsenz einer konstruktivistischen künstlervereinigung. auf den zweiten blick hat die britische tageszeitung „the guardian“ aber ein tool geschaffen, das die darstellung von inhalten im internet revolutionieren könnte.

gerade auf nachrichtenseiten mit millionen von artikeln leiden besucher in aller regel unter einem information overload (siehe auch artikel zur customer confusion hier oder hier). die bewegendsten geschichten, die spannendsten meldungen und die besten kommentare bleiben so häufig im verborgenen. hervorgehoben werden dagegen die artikel mit den meisten zugriffen. das sind aber häufig eben nicht die stories, mit denen sich ein nachrichtenmedium differenzieren kann. top-meldungen aus wirtschaft, politik und sport bieten schließlich alle – egal ob online/offline, täglich/wöchentlich, gratis/bezahlt.

genau an dieser stelle setzt „zeitgeist“ an. das guardian-experiment mit dem schönen deutschen namen bezieht in die ermittlung von top-artikeln, die als lese-empfehlung auf der seite hervorgehoben werden, alle möglichkeiten des neuen, wunderbaren mitmach-webs ein: verlinkungen, blogeinträge, tweeds, verweildauer, klickpfade und so weiter. damit werden die wahren multiplikatoren unserer zeit stärker berücksichtigt, artikel mit zugriffsheischender überschrift sind nicht mehr (alleine) verantwortlich für die topplatzierung eines texts. die ansicht wird also durch die nutzung und den (inter-)aktiven umgang mit den texten generiert. klickstu

die seite ist modular aufgebaut, kästchen in verschiedenen größen und farben stehen für die bedeutung von artikeln und deren zugehörtigkeit zu einer kategorie. so wird auf einen blick deutlich, welche meldungen die leser wirklich intensiv beschäftigen und ob die leserschaft aus fashion-addicts (kategorie life&style = dunkelrot) oder börsenkursen-fanatikern (kategorie money = violett) besteht. zum start hat das neue zeitgeist-tool gleich seine tauglichkeit bewiesen und eine spannenden story ans tageslicht gebracht, die sonst höchstens in regionalblättern in der kategorie klein/klein erwähnt worden wäre: ein bauer hatte sein haus ohne genehmigung im stil eines tudor-schlosses umgebaut und jahrelang mit meterhohen heuballen verborgen…

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