stenographique

deine stimme für deinen verein

In miscellaneous on 31/01/2010 at 19:52

und noch ein artikel, über ein spannendes populärwissenschaftliches experiment aus der psychologie, das uns lehrt, dass bauch und kopf sich manchmal näher sind, als man denkt…

samstag nachmittag, 15.30 uhr: das handy ausgestellt, der puls nähert sich der 180er-marke, mutter und freundin wissen bescheid, dass es jetzt nichts zu besprechen gibt. der samstag nachmittag gehört dem fussball! uneingeschränkt. und voller emotionen – ob freudes- oder frustrationstränen. wer kann fährt seinem club hinterher und besucht ein ums andere mal die spiele, um sich im block kollektiv mit anderen bierseligen genossen die seele aus dem hals zu schreien. aber warum eigentlich? viele würden behaupten, es seien die emotionen, die sich ein ventil suchten. andere sind sich sicher, dass ihr team ohne die lautstarke unterstützung sowieso keine chance gegen den angstgegner aus der provinz hätte. und tatsächlich: diese experten liegen nicht einmal falsch…

an der university of wolverhampton, genauer gesagt am institute of sport performance wurde geklärt warum. hier forscht und lehrt prof. alan nevill. in seiner durchaus beeindruckenden publikationsliste finden sich u.a. auch beiträge, die den einfluss von lärm auf die entscheidungsfindung untersuchen. der erste von 1999, der aktuellste von 2002. und das schönste: das paper ist von elsevier in der wissenschaftlichen fachzeitschrift „psychology of sport and excercise“ herausgebracht worden, wo es kostenlos heruntergeladen werden kann (link). wer sich nicht durch das ganze paper wühlen will (titel: „the influence of crowd noise and experience upon refereeing decisions in football“), kann hier mit einer zusammenfassung vorlieb nehmen. klickstu

prof. nevill ist aufgefallen, wie oft über den heimvorteil eines fussballclubs debattiert wurde und sah dringenden handlungsbedarf, diese frage basierend auf einer quantitativen studie abschließend zu klären. er führte also ausgebildeten schiedsrichtern der britischen premier league einige strittige szenen vor, die fouls oder härteres tackling zeigten. die hälfte der probanden sah die szenen mit ton, die andere ohne. mit einer logistischen binären regression (einem logit-modell) untersuchte er die daten und postulierte folgendes ergebnis: die anwesenheit von stadionlärm hat einen dramatischen einfluss auf die entscheidungsfindung von schiedsrichtern. diejenigen, die die szenen mit ton sahen, waren sich ihrer entscheidungen weitaus unsicherer und „pfiffen“ signifikant 15,5% weniger fouls gegen die heimmannschaft. der tonlosen kontroll-gruppe fiel eine korrekte bewertung umso leichter und der heimvorteil wurde eliminiert.

ganz gleich für welchen club, es lohnt sich also erwiesenermaßen, im stadion alles für sein team zu geben und gerade in schweren zeiten mit dem verein treu durch alle tiefen zu gehen. alles geben. jeden samstag. je lauter, desto besser. dann klappts auch sportlich bald wieder…

  1. […] der bundesliga und den valentinstag unter einen und denselben hut, ohne mein team zu verraten (denn es braucht mich) oder meine frau vor den kopf zu stoßen? puma hat die stoßgebete der fans erhört und die lösung […]

  2. […] oder -identität etabliert. nun steht die wm in südafrika vor der tür (siehe hier, hier und hier) und die großen sportkonzerne wie nike und adidas damit im rampenlicht. zeit also, […]

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