stenographique

suchmaschine, iphone-killer, stromanbieter

In marketing on 09/01/2010 at 19:44

vergleicht man distributionswege im handel im hinblick auf ihre co2-bilanz, wird beispielsweise beim online-shopping häufig ein nicht unerheblicher faktor vergessen: das internet. tja, dass das internet verbraucht eben nicht nur bei uns zuhause strom durch die hardware auf dem schreibtisch. viel schwerer fallen die gigantischen server-hallen ins gewicht. allein ebay deutschland betreibt angeblich rund 100.000 rechner mit dem stromverbrauch einer kleinstadt. auch wenn second life nicht mehr ganz so hip ist, wie vor 1-2 jahren, ein anderes prägnantes beispiel: wer eine virtuelle identität auf der plattform rumlaufen lässt, verbraucht dafür genausoviel strom, wie ein durchschnittlicher brasilianer (ist das ne politisch korrekte bezeichnung?!)! und zum schluss: eine google-suche verbraucht ca. 4w, eine energiesparlampe in einer ganzen stunde auch nicht mehr. wahnsinn.

google erkennt jetzt das potential der diskussion und wappnet sich vor vorwürfen, bevor diese die massenblätter der republik erobern. greenwashing à la hopenhagen also. aber der ansatz ist patent: um den riesigen bedarf der eigenen server sicherer und vor allem günstiger zu decken, hat die super-suche jetzt eine zulassung als energiegroßhändler bei der federal energy regulatory comission (ferc) beantragt (gelesen bei marketwatch). klickstuals händler bekommt google eine marktmacht, die den zugang zu ökostrom ermöglicht. ein wichtiger schritt auf dem weg zum angestrebten klimaneutralen betrieb der server. und zum grünen image. passend dazu: die eigene stiftung google.org hat den fokus mittlerweile auf die förderung von solar-, wind- und erdwärmeenergie gesetzt.

zwar ist bislang nicht geplant, auch privatkunden zu beliefern, allerdings… allerdings bastelt google schon seit längerem an einem tool mit dem namen powermeter, das sich derzeit in der beta-testphase befindet. das powermeter zeigt in echtzeit den stromverbrauch aller geräte im haushalt an und soll damit gezielt einsparungen ermöglichen. aber was google anzeigt und weiß, speichert es auch. das heißt, dass google als potentieller energieanbieter eine brutale marktkenntnis hätte und richtig bewegung in den markt der großen vier bringen könnte.

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