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nachtrag 2 zu: henry entwaffnet!

In marketing, miscellaneous on 13/12/2009 at 19:57

nachtrag 2 zu: henry entwaffnet! und nachtrag zu: henry entwaffnet!

der skandal um „schniedel-woods“ (o-ton bildzeitung) scheint sich tatsächlich in eine neverending story auszuwachsen. gut ist das für die flagschiffe der informationsfront wie bild, blick, sun & co. erstere fühlt sich dem gestolperten star sogar so sehr verbunden, dass sie versucht, seine offensichtliche sexsucht in einer eigenen therapiesparte zu kurieren. einen namen hat das neue volksproblem auch schon: das „tiger-woods-syndrom„…
schlecht ist das nicht nur für das image und den geldbeutel des tigers und seine frau, sondern in besonderen maße auch für die unternehmen, die mit ihm werbung treiben. als da wären: gilette (über die ich schon mehrfach hier berichtet habe), pepsi/gatorade, accenture oder tagheuer. diese partner haben mehrere dinge gemeinsam:

  • sie sind extrem imageabhängig,
  • alles playboyeske passt nicht zum markenimage,
  • sie haben sich (zumindest auf raten) von ihrem testimonial getrennt.

halt-stop. liest man die pressemitteilungen der unternehmen, findet man heraus, dass die hastige distanzierung von woods gar nichts mit dessen fleischeslust zu tun hat! klickstu

gatorade nimmt den „gatorade tiger focus“ energydrink von markt (wie bbc berichtet), weil der schon seit monaten schlecht laufe – keine verbindung mit dem tagesaktuellen geschehen. tagheuer hängt in australien plakaten ab (weiß der sydney morning herald), um platz für eine neue kampagne zu machen – keine verbindung mit dem tagesaktuellen geschehen. gilette sendet keine werbespots mehr mit woods, weil ebenfalls andere kampagnen gezeigt werden sollten – keine verbindung mit dem tagesaktuellen geschehen. o-ton eines gilette-sprechers in der new york times: man wolle die rolle von golf-superstar tiger woods in der werbung einschränken und damit seinem wunsch nach mehr privatsphäre entsprechen. accenture hat bereits vorgestern das bild des golfers von seiner website genomme – bislang aber ohne kommentar. at&t prüft noch die weiteren beziehungen…

mit dem verlust von pepsi, gilette, tagheuer und accenture reagieren die unterstützenden konzerne ungewohnt rasch und hart auf die eskapaden, z.t. aber aus vorgeschobenen gründen. dieser schritt soll vermutlich dazu dienen, die lage des sportlers nicht weiter zu verschlechtern, nicht noch mehr wind in die segel des skandals zu blasen und somit auch das eigene image möglichst wenig zu belasten. ein kleiner lichtblick bleiben da immerhin ea sports und nike, die angekündigt haben, uneingeschränkt weiter mit woods werben zu wollen. das ist ein kluger schritt, denn mit dem einbrechenden marktwert lässt sich jetzt ein richtiges schnäppchen schlagen. außerdem können es sich diese marken durchaus eher leisten, einen rockstar im portfolio zu haben, als uhrenspezialist tagheuer oder telekommunikationsriese at&t.

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