stenographique

streit um c-klasse schlägt aufs markenimage

In meinungen, miscellaneous on 06/12/2009 at 17:36

die proteste der belegschaft, gewerkschaft und politik haben letztendlich nichts geholfen – mercedes-benz entscheidet am 2.12., die produktion der c-klasse von sindelfingen nach bremen/tuscaloosa zu verlegen. dass sindelfingen von bremen den sl bekommt, ist da mit blick auf die jährlichen stückzahlen nur ein schwacher trost.

der protest hat also nichts geholfen – aber hat er auch nichts verändert? falsch! denn der seit dem 27.11. immer noch anhaltende streit hat zumindest kurzfristig gravierende auswirkungen auf das markenimage von mercedes. w&v berichtete vorgestern, dass in der imagedimension „allgemeiner eindruck“ (bzw. impression) die marke von rund +67 auf +20 punkte abgestürzt ist. herausgefunden hat das die yougovpsychonomics ag in köln mit dem brandindex-tool, das täglich mit einem großangelegten panel eine vielzahl von marken in 7 imagedimensionen bewertet. wie lassen sich diese zahlen nun inhaltlich interpretieren? klickstu

zum einen scheint es deutlich, dass sich die panelisten mit der belegschaft in sindelfingen solidarisiert und mercedes-benz in eine reihe stellt mit nokia oder general motors. sicherlich liegen die gewerkschaften mit ihrer befürchtung auch nicht völlig falsch, dass der abzug der c-klasse-produktion in baden-würtemberg einen ganzen rattenschwanz von problemen in form von einstellungsstops, kurzarbeit und werksschließungen bei der zulieferindustrie hinter sich herziehen könnte.

anscheinend kann auch die defacto erteilte jobgarantie für das werk in bremen über die enttäuschung nicht hinwegtrösten. das könnte auch mit einem subtil mitschwingenden anti-amerikanismus zu tun haben… wer weiß? auf jeden fall zeigten sich die befragten geschockt, dass die traditionsmarke nun ihr seit 1915 betriebenes und gleichzeitig größtes werk in so einem maße schwächt und aus wirtschaftlichen gründen in die usa verlegt. neben üppigen subventionen ist die momentane schwäche des dollar für diesen schritt vermutlich ein starkes argument, die mercedes-cars in den usa fast unerschwinglich macht. dass wechselkurse aber eine sehr volatile und leicht manipulierbare größe darstellen, ist sicherlich auch beim mercedes-management bekannt… nun denn: mercedes gibt einen teil seiner tradition auf, und das obwohl das unternehmen momentan stärker als je zuvor dieses thema in seiner kommunikationspolitik spielt. beispiele sind der neue sl-flügeltürer oder die kampagne für die neue s-klasse.

was w&v übrigens nicht schreibt, ist dass sich der imageverlust seit der endgültigen bekanntmachung der verlagerung der c-klasse-produktion verlangamt hat. anscheinend war es in erster linie die unsicherheit und die langsame entscheidungsfindung von mercedes, die die marke – zumindest kurzfristig – beschädigt haben.

mehr informationen zum yougov-brandindex gibts hier.

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