stenographique

der butter-beweis

In marketing on 28/11/2009 at 19:33

cornflakes für wachstum, butter gegen bluthochdruck, fischöl gegen herzinfarkt…

functional food hat sich mittlerweile zu einem echten renner entwickelt. jeder findet’s toll: die ernährungsbewussten healthy-living-fanatiker ebenso wie junkfood-freunde, die sich einreden mit ein paar extravitaminen den triplewhopper vom morgen wieder ausgleichen zu können. nach den marketing-experten und produkmanagern der großen lebensmittelkonzerne hat jetzt auch die europäische behörde für lebensmittelsicherheit (efsa) das potential gezielt chemisch veränderter lebensmittel erkannt und sich für den verbraucherschutz eingeschaltet. die efsa fodert von den lebensmittelherstellern, ihre behauptungen über gesundsheitsfördernde wirkung ihrer produkte mit wissenschaftlichen studien zu untermauern (nachzulesen zum beispiel in dieser broschüre). die behörde sieht beispielsweise nicht ausreichend beweise gegeben, dass diet coke wirklich beim abnehmen hilft und fordert wissenschaftliche belege. was völlig logisch und sinnvoll erscheint, hat jetzt aber zu einem empörten aufschrei in der branche geführt. angeblich würden die auflagen für die verwendung einschlägiger slogans viel zu eng geschnürt. vorbild für die geforderten studien sollen z.b. untersuchungen sein, die eindeutig und wissenschaftlich korrekt belegen konnten, dass margarine mit phytosterol-estern bei regelmäßigen verzehr den cholesterinspiegel senken kann. klickstu

seinen ursprung hat functional food übrigens in japan, über die usa kam es dann allmählich zu uns nach europa. hier wissen mittlerweile nur noch die wenigsten über die herkunft der zusätze bescheid. vielleicht ist das auch besser so, denn die große anziehungskraft solcher produkte wäre mit sicherheit dahin, wenn man wüsste, dass omega-3-fettsäuren aus fischöl gewonnen wird, probiotische joghurts darmbazillen enthalten oder cholesterinsenkende phytosterole ein produkt aus baumrinde sind.
trotzdem ergab eine studie der uni kiel eine grundsätzlich positive einstellung von konsumenten gegenüber der gezielten anreicherung und modifizierung von lebensmitteln. da es sich bei functional food allerdings um eine kategorie zwischen lebensmitteln und medikamenten handelt, bei denen negative langfristfolgen bislang noch nicht ausgeschlossen werden konnten, wird deutlich, wie wichtig die intervention der efsa eigentlich ist. gefahr lauert allerdings vermutlich eher in der psyche der verbraucher, die sich einreden, dass functional food die „klassische aufnahme“ von vitaminen oder aber auch medikamenten ersetzen kann.

generell muss man sagen: es ist zu begrüßen, dass sich unternehmen (egal, ob aus humanitärem oder finanziellem antrieb heraus) damit beschäftigen, ihre produkte nahrhafter und gesünder zu gestalten. auf der anderen seite dürfen verbraucher natürlich nicht getäuscht und ein kostenaufschlag mit vorteilen gerechtfertigt werden, die gar nicht existieren. logo. wäre ja noch schöner.

interessant ist hierbei übrigens auch der artikel auf S. 15/16 im economist vom 31.10.09!

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