stenographique

nochmal adidas: die mär vom 1euro-sportschuh

In marketing on 16/11/2009 at 10:20

nach dem 100 dollar-laptop des media-lab-begründers nicholas negroponte vom MIT, der bereits vor ziemlich genau vier jahren mit seinem non-profit-projekt OLPC („one laptop per child“) für aufregung gesorgt hatte, startet jetzt adidas eine social-business-kampagne, die „arme länder“ mit sportschuhen zum jedermann-preis versorgen soll. das berichtet die frankfurter allgemeine sonntagszeitung in ihrer aktuellen ausgabe. das projekt stecke zwar noch in seiner anfangsphase, ziel sei es aber, den schuh für einen euro anzubieten. das wirft natürlich ein paar fragen auf… klickstu

zum einen fragt sich der mündige europäische sportschuh-fan, warum er regelmäßig mit dreistelligen beträgen zur kasse gebeten wird. schon klar, der 1euro-schuh wird nicht vollständig europäischen standards und ansprüchen entsprechen, dennoch kann adidas aus imagerelevanten gründen natürlich auch keine ramschqualität anbieten, egal wo. damit drängt sich frage zwei auf: wie kann adidas also einen sportschuh mit annehmbarer qualität herstellen, ohne gefahr zu laufen, mit kinderarbeit oder verseuchten rohstoffen in verbindung gebracht zu werden?

das wäre allerdings eine bedauernswerte entwicklung, weil adidas mit dem friedens nobelpreisträger muhammad yunus (der „bänker der dritten welt„) einen äußerst glaubwürdigen und gebildeten fürsprecher und partner gefunden hat, der mit den mikrokrediten seiner grameen-bank die finanzielle situation der menschen in vielen ländern erheblich verbessern und perspektiven aufzeigen konnte.

zu vermuten ist, dass der avisierte preis von 1euro (hoffentlich) eher eine unterstreichung der grundaussage („äußerst günstig“) sein soll und ähnlich wie vergleichbare projekte (tata nano, olpc-laptop) auf ein für alle seiten verträgliches niveau angehoben werden wird. bleibt zu hoffen, dass adidas mit dieser gut angelegten und glaubwürdigen social-business-kampagne nicht anderswo die zahlungsbereitschaft der kunden untergräbt. gegensteuern könnte adidas beispielweise mit der etablierung einer tochtermarke, die nicht die drei streifen trägt.

unter dem strich bleiben zwei positive entwicklungen so oder so zu erwarten: 1. durch die geplante produktion im verkaufsland werden arbeitsplätze vor ort geschaffen. und 2. der ostasiatischen produktpiraterie wird mit einem solchen kampfpreis ein kleines bisschen der nährboden entzogen!

  1. […] dem vielbeachteten projekt vom 1-euro-sportschuh unter dem markendach von reebok unterwegs (den wir hier schon einmal untersucht haben) und hat jüngst ein pilotprojekt in bangladesh mit 5.000 exemplaren […]

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