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Archiv für 2012|Jahresarchiv

Neues von Youtailor: Der Insolvenzverwalter schreibt, stenographique antwortet

In meinungen am 27/11/2012 um 16:04
Am 27.4.2012 beging ich einen fatalen Fehler: Ich gab meiner eitlen Neugierde nach und bestellte bei einem der seinerzeit angesagtesten E-Commerce-Wunderkinder, dem Online-Maßschneider “Youtailor“. Der erklärte mir “Individualität ist Ihr Style” und zeigte, wie easy alles ist: “You design, we tailor”. Also los: Hemd designt, Maße von meinem Lieblingsteil übernommen und bestellt. Dann begann das Warten…

 

In den 7 Monaten darauf folgten zwei Insolvenzen, eine Fehllieferung (rechter Arm 6cm länger als der Linke!) und zahllose verschwendete Gedanken (“Ach ja, da war noch was!”). Die Erinnerung verblasste, das bei Auftragserteilung bezahlte Geld war längst abgeschrieben, ich kehrte nach all der Aufregung zur Tagesordnung zurück. Vor einigen Tagen dann das jähe Erwachen beim schlaftrunkenen ersten Blick in die Mailbox: Post vom Insolvenzverwalter Ch. Graf Brockdorff, “Rechtsanwalt als vorläufiger Verwalter” (vollständiger Text der Mail am Ende dieses Artikels)! Graf Brockdorff bittet zunächst einmal um Entschuldigung und sucht das Verständnis der Kunden. Kurz bevor man ihm jedoch vor lauter Dankbarkeit für seine hingebungsvolle Mühe um den Hals fallen möchte, holt er die juristische Keule raus und macht unmissverständlich klar, dass ein Rechtsanspruch auf Lieferung der bezahlten Textilien nicht besteht. Diese Zuckerbrot-und-Peitsche-Nummer muss er aus einem ganz billigen Managementlehrbuch haben – Kapitel 19: “Weich zu den Menschen, hart in der Sache”.

Dann die Erleichterung, Zitat Brockdorff: “Nach wochenlangen Verhandlungen ist es mir nunmehr gelungen, mit einem Investor einen Vorvertrag zu unterzeichnen” – er ist also doch einer von den Guten! In diesem Vorvertrag soll sich der Investor bereiterklären, auch meine “Altbestellung” großzügigerweise zu übernehmen. Altbestellung? Dass meine April-Bestellung über 7 Monate alt wurde und bald im Kindergarten angemeldet werden könnte, ist doch nicht meine Schuld! Ob ich auch den ersten Schultag noch erleben darf, bleibt dagegen offen: Graf Brockdorff bittet nochmals um Geduld – wann die lästigen Bestellungen ausgeliefert werden, verrät er nicht.

Damit die fernöstlichen Schneider, die gerade mit Hochdruck an meinem Hemd basteln, nicht bei der Arbeit gestört werden, soll ich weiterhin davon absehen, mich per Mail oder Telefon an Youtailor zu richten. Diesen Wunsch respektiere ist natürlich und tue das öffentlich per Blogpost. Also, Youtailor: read on…
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Absurditäten des Supermarkts: Fundstücke einer verrückten Konsumwelt

In marketing, meinungen am 02/11/2012 um 15:43
Erst letzte Woche gingen die Bilder der geschälten und vakuumierten Bananen des Österreichischen “Billa”-Supermarkts wieder um die Welt. Supersturm “Sandy”, die Eurokrise und das Alkoholproblem von Jenny Elvers-Elbertzhagen waren schlagartig vergessen angesichts dieses zum Himmel schreienden Konsumwahnsinns. Zwar gab es auch durchaus positives Feedback auf die Produktinnovation aus der Kühltheke (z.B. “Toller Service, jetzt müssen Blondinen endlich die Schale nicht mehr mitessen!”), die überwiegende Mehrheit der Kunden zeigte sich aber bestürzt, so dass sich Billa zu einem Statement auf der eigenen Facebookseite gezwungen sah.

 

Aller Aufregung zum Trotz: Billa ist bei Weitem nicht der einzige Händler mit dummen Ideen. Im Laufe des Jahres sind uns eine ganze Menge Absurditäten des Supermarkts untergekommen, hier nun nach langer Wartezeit das Best-Of. Geplant ist dieser Artikel als Fortsetzungsroman und soll stetig erweitert werden – wer von euch frischen Input hat (und wenn es nur ein verwackeltes Handybild ist), wird mit natürlich einer lobenden Erwähnung und einem dreifachen HipHipHurra im Blog erwähnt!


Platz 10: Party-Suppen von BUSS

Wer sagt denn, dass es immer nur Champignon-Creme, Tomate oder Linsengulasch sein muss – Suppe kann doch viel mehr. Hersteller BUSS versucht sich daher an vielversprechenden Varianten mit Pizza und Lasagne. Da kommt Freude beim Feinschmecker auf! Und Feierlaune gleich mit: Nachdem genussvollen Verzehr steht Disco-Dancing nichts mehr im Weg, wie uns das charmant gewählte Hintergrundbild suggeriert.

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Platz 9: Italo-Döner-Pizza von HASA

Wir bleiben kulinarisch: Pizza-Produzent HASA hat sich eine Teig-Kreation einfallen lassen, die bei großstädtischen Lieferservices gar nicht mehr unbedingt exotisch ist. In der Kombination mit dem wohlklingenden Markennamen “Italissimo” (zu deutsch: der Italienischste) wirkt der urtürkische Döner als Pizzabelag allerdings nicht unbedingt optimal gewählt. Weitere Vorschläge für die nächste Innovationswelle: “Baklava di Venezia”, “Crema di Ayran” oder “Pasta al Falafel”… read on Den Rest des Beitrags lesen »

Mister Spex goes Multi-Channel: 9 Fragen an Mitbegründer Björn Sykora

In marketing am 13/09/2012 um 16:36
Im Laufe dieses Jahres hat Mister Spex den deutschen Brillen-Markt mit einem Multi-Channel-Vertriebssystem aufgemischt, das bisher seinesgleichen sucht:  über 200 stationäre Optiker haben sich bereits dem Partnerschaftsmodell von Mister Spex angeschlossen und für den Online Pure-Player Serviceleistungen wie Sehtests oder Brillenanpassungen an. Ein Modell, das Schule machen kann? stenographique hat den Mitbegründer und Leiter des Business Developments Björn Sykora dazu befragt.*

 

Stenographique (S): Etwas ketzerisch gefragt: Was bringt Kunden in Zeiten von Augmented Reality und Virtual-Try-On eigentlich noch dazu, im stationären Handel nach Brillen zu suchen?

Björn Sykora (BS): Eine sehr interessante Frage! Eigentlich ist die Antwort relativ einfach: Die Brille ist und bleibt ein sehr beratungsintensives Produkt. Sehtests und Anpassungen können wir im Online-Handel zum heutigen Stand der Technik leider nicht anbieten. Durch das Partnerprogramm soll so unsere Marktreichweite erhöht werden. Zurzeit werden etwa 10% des Optik-Markts durch Online-Verkäufe abgedeckt. Mit Hilfe unseres Konzepts können wir eine noch größere Zielgruppe ansprechen.

S: Wie können wir uns den Aufbau des Partnernetzwerks vorstellen? Wenn Sie bei einem stationären Optiker anrufen und fragen, ob dieser für einen Online-Wettbewerber Serviceleistungen anbieten möchte: Fühlt sich der Schulterschluss mit einem aufstrebenden Online-Händler aus Sicht eines traditionellen Händlers nicht im ersten Moment wie ein „Pakt mit dem Teufel“ an? Welche Resonanzen haben Sie bekommen?

Björn Sykora, Leiter Business Development und Mitbegründer von Mister Spex

Björn Sykora, Leiter Business Development und Mitbegründer von Mister Spex

BS: Natürlich gibt es immer unterschiedliche Resonanzen zu solch einem Konzept. Wir haben allerdings hauptsächlich sehr gute Erfahrungen machen können. Viele Optiker haben sich aktiv beworben, vor allem weil sie hinter dem Konzept stehen und auch an den Erfolg glauben.

S: Was waren also die schlagkräftigsten Argumente, mit denen Ihr Team die Optiker zu einer Partnerschaft bewegen konnte? read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Folien-Virtuosen aufgepasst: CHARTEO verschenkt professionelle PPT-Vorlagen im Wert von 10 EUR

In miscellaneous am 07/09/2012 um 12:45
In dieser Situation waren wir alle schon einmal: Der Chef fordert eine „sauber verchartete Storyline“ – und zwar „asapissimo“! So potent die weltweit führende Präsentationssoftware auch sein mag, in solchen Fällen stoßen selbst wahrhaftige Powerpoint-Meister an ihre Grenzen. Wer es schnell und effizient mag, ohne auf klare Bildsprache und professionelle Gestaltung zu verzichten, wird sich für Angebote wie das von Charteo begeistern können.

 

Der weltweit erste PowerPoint Einzelfolien-Shop bietet unter www.charteo.de über 15.000 PowerPoint Vorlagen zur Auswahl, aus denen sich der Nutzer eine individuelle Präsentation zusammenstellen kann. Neben thematisch gruppierten Folien-Sets, können auch einzelne PPT-Charts in den Warenkorb gelegt werden – bei 1 Euro geht’s los.

Große Auswahl an Themen für PowerPoint

Ein fertig gelayouteter Projektplan, die perfekte Visualisierung des „House of Quality“ oder eine kreative Darstellung des Marketing-Mix – für nahezu jeden Anlass finden sich bei Charteo Grafiken, Diagramme, Tabellen, Checklisten, Kalender, Landkarten oder Metaphern zur Vorlage. Platzhaltertexte mit Inhalten füllen, fertig ist die professionelle Präsentation. Chef zufrieden.

Benutzerfreundliche Website

Der Shop zeichnet sich weiterhin durch seine benutzerfreundliche Bedienung aus: So kann der Nutzer kann die gewählten Folien einfach per Drag und Drop Verfahren in den Warenkorb ziehen. Über die Farbpalette lassen sich die Folien sogar den Corporate Design-Anforderungen des Unternehmens anpassen. read on… (und weiter zum Promo-Code) Den Rest des Beitrags lesen »

Dein digitales “Ich” in Zahlen – WolframAlpha analysiert Facebook-Accounts

In miscellaneous am 04/09/2012 um 10:24
Welche Informationen stecken eigentlich in meinem Facebook-Konto? Was wissen gewiefte Vermarkter über mich? Und welchen Nutzungsmustern folge ich eigentlich? Antworten auf diese Fragen können wir uns jetzt selbst geben: Mit der semantischen Suchmaschine WolframAlpha. Völlig kostenlos. Stenographique zeigt, wie es geht…

 

Jahrelang rankten die Legenden wie wild um den potenten Suchalgorithmus von WolframAlpha, der vollständig formulierte Fragen verstehen und verabeiten kann – der Durchbruch ließ jedoch lange auf sich warten. Seit Apple die semantische Suchmaschine für die Spracherkennung “Siri” verwendet, trauen ihr mehr und mehr Nutzer den großen Coup zu. Jetzt hat WolframAlpha ein neues Feature zu seinem Such- und Analyseservice hinzugefügt, das äußerst aufschlussreiche Informationen über unser digitales “Ich” zu Tage fördert. Um seine Facebook-Profil-Daten auswerten zu lassen, reicht eine Suche nach “Facebook Report” bei WolframAlpha. Darüber hinaus müssen logischerweise die Profildaten (nur Leserechte!) von Facebook freigegeben werden und ein kostenloses WolframAlpha-Konto eingerichtet werden – Zeitaufwand 10 Sekunden, fast alle Daten wurden bereits von Facebook übernommen.

Einen Wimpernschlag später spuckt die Suchmaschine ansehnliche Balken-, Kreis- und Punktediagramme aus, analysiert das Post-Verhalten und die Reaktionen von Freunden sowie die Struktur des eigenen Netzwerks. Konkret lassen sich folgende Auswertungen durchführen (Auswahl):

  • Persönliche Informationen (inkl. der Antwort auf die Frage, wie oft man noch bis zum nächsten Geburtstag schlafen muss)
  • gepostete Links, Statusmeldungen und Fotos im Zeitverlauf und direkten Vergleich
  • Reaktionen (Likes, Kommentare) auf eigene Statusmeldungen und deren Struktur (Länge, Keywords)
  • Top-Posts und Top-Kommentatoren (bzw. Sharer der eigenen Mitteilungen)
  • weltweite Übersicht eigener Check-Ins
  • Nutzung von Facebook-Apps im Zeitverlauf
  • Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus der eigenen Freunde sowie die kartographische Darstellung ihrer Heimatorte
  • gängigste Vor- und Nachnamen im eigenen Netzwerk
  • soziale Netzwerkanalyse (“Wer-kennt-wen-über-wen”)

Und das schönste daran: WolframAlpha will auf die Mannigfaltigkeit des eigenen Datenschatzes hinweisen und dessen Wert visualisieren – es will diesen Schatz nicht behalten, alle importierten Facebook-Daten werden daher nach eigenen Angaben nach einer Stunde gelöscht. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Online Reputation – Norton verschenkt individuelle Google Ads

In marketing am 22/08/2012 um 14:31

Ein Foto vom Blankziehen beim letzten Absturz, ein zweideutiger Post auf der Seite der Ex-Freundin, ein frustrierter Blogeintrag über den Chef – die Liste potenzieller Rufmörder im Internet ist lang. Umso wichtiger, dass man ein Auge auf seinen guten Ruf im Internet hat, die sogenannte Online-Reputation. Dementsprechend schießen Anbieter, die unsere “weiße Weste” im Netz schützen wollen, gerade wie Bubble-Tea-Filialen aus dem Boden und schüren die Angst vor unerwünschten Suchergebnissen, die beim googlen des eigenen Namens erscheinen könnten.

Die PC-Sicherheitsexperten von Norton haben das auch erkannt und darin ihre Kernkompetenz – die digitale Sicherheit – wiedergefunden. Kurzum hat man die Online-Reputation zum Gegenstand einer neuen Kampagne im Kampf gegen fallende Marktanteile und rückläufiges Kundeninteresse im B2C-Geschäft gemacht. Die Idee: Man ersinnt “Norton Top Search” und verschenkt individualisierbare Google Adwords-Anzeigen – passend zum Claim “Protecting the stuff that matters”. Dazu kann sich der geneigte Internetnutzer unter der Kampagnen-Website http://nortontopsearch.com/ in 3 Schritten seine eigene Google-Anzeige erstellen, mit seinem Facebook-Konto verifizieren und sich wenig später ganz wunschgemäß und in perfekter-Schwiegersohn-Manier in der Google-Ergebnisseite präsentieren. Kosten für die Adwords-Anzeige fallen nicht an, den Marketing-Jungs von Norton sei Dank.

Leider dauert es nach der Erstellung der Anzeige “a couple of days”, bis man das Ergebnis auf Google bewundern kann. Ob es hierbei tatsächlich bei einer Marketing-Kampagne zur Unterstüptzung der Kernprodukte rund um die PC-Sicherheit bleibt, oder Norton mit “Top Search” vielleicht den ersten Schritt in einen neuen Markt wagt, ist bislang offen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung spricht allerdings für letzteres: Auch Google hat mitllerweile ein eigenes Reputation-Management-Tool im reichhaltigen Programm.

Dank an die Kollegen vom Gefahrgut-Blog für den Hinweis! Siehe auch: Hype5JohnVantine

iPad Fake Ad – Kreative Werbung auf mobilen Endgeräten

In marketing am 17/08/2012 um 15:05

Facebook tut sich schwer in diesen Tagen: Nicht nur, dass der Aktienkurs nach der Schwemme frisch handelbarer Anteile den Klickzahlen von StudiVZ nacheifert, auch die jüngsten Quartalszahlen waren alles andere als rosig. Neben Steuernachzahlungen und die Mitarbeiterentlohnung mit Aktien gibt es dafür vor allem einen Grund: Die Nutzung von Facebook über mobile Endgeräte nimmt rasant zu – und damit der Anteil der Sessions, die von Anzeigen kaum erreicht werden können.

Genau diese kontextsensitiven Anzeigen in den Profilen der Nutzer steuern jedoch den Löwenanteil zum Umsatz des weltgrößten sozialen Netzwerks bei. Lösungen für die Integration von Werbung in die mobilen Dienste sind daher für Facebook absolut erfolgskritisch und überlebensnotwendig. Bislang wird mobile Werbung in Facebook überwiegend als Abbinder bzw. Banderole eingesteuert – und hat damit ungefähr den Charme früher Display-Ads im Internet der 90er Jahre.

In Brasilien hat man etwas dagegen! Konkret: Der BBDO-Ableger aus São Paulo. Für die KFZ-Versicherung Bradesco Seguros wurde eine Werbeform für mobile Endgeräte entwickelt, die der Nutzer nicht umgehen kann und die er dennoch lieben wird:

Während der Nutzer durch die iPad-Ausgabe einer Autozeitschrift blättert, wird zwischendurch eine Anzeige eingeblendet, die er – wie gewohnt – mit einem Fingerwisch überblättern will. Was dann passiert trifft ihn völlig unvorbereitet: Nicht die Seite schlägt um, sondern das Auto im Mittelpunkt der Anzeige nimmt Fahrt auf. Und fährt direkt in eine Mauer! Totalschaden. Aus dem Nichts.

Damit deckt sich die Darstellung zu 100% mit der Botschaft der Werbung: Unerwartete Dinge passieren ohne Vorwarnung („Unexpected events happen without warning“). Es wird also dringend Zeit für eine Autoversicherung („Make a Bradesco car insurance plan“). Die Idee und die Umsetzung sind so gut, dass wir sicherlich nicht lange auf Nachahmer warten müssen – bleibt zu hoffen, dass dieser charmante Ansatz nicht mit billigen Hau-Ruck-Kopien der werbetreibenden Industrie entzaubert wird.

Gastbeitrag: Die Macht eines einzelnen Tweets

In meinungen am 19/06/2012 um 17:12

stenographique freut sich, euch nach langer Zeit endlich wieder einen Gastbeitrag präsentieren zu können! Dieses Mal in den Startlöchern: Christian Faller, seines Zeichens Digital Strategist, Online Marketer und Blogger-Kollegen beim Gefahrgut Blog. Gefahrgut setzt sich kritisch und humorvoll mit digitalen Trends und Social Media Marketing auseinander, z.B. mit den größten Shitstorms oder der Frage warum tumblr super ist. Aber genug des Vorworts – viel Spaß mit dem Artikel von Christian!

Eigentlich hatte ich ja geplant, diesen Artikel “Die Facebook Fan Farce” zu nennen und mich darüber zu amüsieren, wie sich große Unternehmen sinnlos über ihre Facebook Fan Zahlen freuen, ohne zu verstehen was sie davon haben und wie sie diese Fans benutzen. Aber ich habe mich mit viel Überwindung dazu bringen können einen konstruktiven Post daraus zu machen und statt dem Negativbeispiel auch einige Positivbeispiele anzuführen.

Die Facebook Fan Farce ist für mich Sinnbild dessen, dass Social Media nicht immer ganz verstanden wird… Ich korrigiere: Selten überhaupt verstanden wird. Denn, was will man denn über Social Media Marketing erreichen? Was sind die Ziele von Social Media?

  • Neue Kunden gewinnen?
  • Bestehende Kunden zufriedenstellen?
  • Unzufriedene Kunden beraten?

Welches Ziel man auch immer wählt, es geht im Grunde immer um das Wohl des Kunden. Oder das sollte es zumindest. Dass sich Social Media dafür hervorragend eignet, ist heute klar. Das liegt hauptsächlich daran, dass der wirklich wichtige Unterschied der sozialen Medien zu den klassischen der ist, dass wir nicht mehr One-to-Many kommunizieren sondern One-to-One oder immerhin Many-to-Many. Kurzum: Wir schleudern nicht mehr Nachrichten an tausende von Leuten heraus, ohne uns um die zu scheren.

Social Media falsch genutzt

Erstaunlicherweise haben es aber sehr viele Marken geschafft, immer noch genau dies zu tun. Meistens läuft das dann so: Durch ein Gewinnspiel oder ein Loyalty Programm oder ganz simples “Einkaufen” irgendwo in China, werden Fans auf die Seite gebracht. Und an die gehen dann die Botschaften raus, egal ob da echte Menschen sitzen und egal ob jemand zuhört oder nicht. Immerhin macht aber nicht jede Markte macht dann plumpe Werbung. Manche schreiben durchaus relevante Dinge, die vielleicht auch lustig zu lesen sind. Aber es ist eben immer noch One-to-Many.

Social Media hat aber genau dort seine große Qualität, wo es persönlich wird. In seinem Buch “The Thank You Economy” predigte Gary Vaynerchuck das schon vor vielen Monaten. Und seine Position vertrete ich heute mehr als je zuvor. Wer wirklich Social Media versteht, der nutzt es wie ein Telefon. read on… Den Rest des Beitrags lesen »

Weltpremiere: Ungarischer Präsident setzt Blindenschrift auf seiner Website ein

In miscellaneous am 08/06/2012 um 12:57

Social Media und zwonullige Webservices sind neuerdings auch unter Politikern der letzte Schrei: Selbst analoge Schwergewichte wie Sigmar Gabriel machen es mittlerweile dem frischgebackenen Umweltminister und digitalen Parlamentsklassensprecher Peter Altmaier nach und bemühen sich, in 140 Zeichen rhetorisch zu brillieren – grundsätzlich sicher eine sehr sinnvolle Übung für viele Politiker. Einen Schritt weiter geht Ungarns erster Mann im Staate und neuer Präsident János Áder: Er setzt sich für die barrierefreie Nutzung seiner Internetangebote für Wähler mit reduzierter Sehstärke ein. Da Bildschirmlupe und automatischer Vorleseservice eines Digital Political Natives kaum mehr würdig zu sein scheinen, führt Áder nun die Blindenschrift Braille auf seiner Website ein.

Für die meisten Menschen ist Braille eine völlig unverständliche Anordnung erhabener Punkte, die für Blinde aber eine unschätzbare schriftliche Orientierungsform bietet: Sie ertasten die Reihenfolge und Platzierung der Buchstabensubstitute und lesen den Text. Richtig: Sie tasten. Auf einer Website. Am Bildschirm. Hier ein Original-Screenshot (Klick zum Vergrößern, Hervorhebung von stenographique):

Damit hat Áder entweder

  1. furchtbar schlechte Berater, die körperlich Benachteiligte Bürger als potenzielle Wählergruppe umgarnen wollen,
  2. heimlich eine strukturverändernde Innovation in der digitalen Visualisierungstechnologie im ungarischen Bergland zur Marktreife gebracht,
  3. Webdesigner, die zu viel Zeit in nerdigen Foren verbracht und sich ohne sein Wissen einen ganz speziellen Humor angeeignet haben oder
  4. sich gedacht, die Blinden können’s ja sowieso nicht lesen und zwischen zwei Pils einen Blinden-Witz in Braille verfasst.

Es darf mitgeraten und abgestimmt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, ein Telefonjoker ebenfalls. Zu gewinnen gibt es Ruhm und Ehre und einen Braille-Kurs mit János Áder – Interesse des ungarischen Präsidenten vorausgesetzt. Für weitere Erklärungen und Lösungsvorschläge steht das Kommentarfeld wie gewohnt zur Verfügung.

Die gute Nachricht: Wer verzweifelt versucht hat, mit geschlossenen Augen das aktuelle politische Pamphlet auf der Homepage von János Áder zu lesen und trotz profunder Ungarisch-Kenntnisse gescheitert ist, dem sei gesagt: Es liegt nicht an dir. Áder ist offensichtlich ein Mann mit Visionen – einen haptischen 3D-Bildschirm kann er aus deinem alten Röhrenmonitor aber auch nicht zaubern.

via 10minutesaperdre / spiegeloffline

Not amused: ESPRIT reagiert stark auf Ramsch-Aktion bei KiK

In marketing am 17/05/2012 um 10:40

Das Social-Media-Team von Esprit hatte in den letzten beiden Tagen alle Hände voll zu tun. Ausnahmsweise musste man sich nicht mit teilweise abstrusen Vorwürfen von Tierversuchen, Kinderarbeit oder Dunpingpreisen beim Rohstoffeinkauf auseinandersetzen, sondern das eigene Markenimage retten. Hintergrund: Am 15.5. gab der Textil-Diskont KiK ganz im Stile seines aktuellen Claims (“Besser als wie man denkt!”) über die Bild-Zeitung bekannt, dass man nun auch Kleidung großer Marken verkaufen möchte. Um den Link dorthin zu sparen, hier ein Zitat aus der Textilwirtschaft:

Kik hat seine Sortiments-Strategie geändert und bietet als Sonderposten ab sofort auch Markenware an. Der Textil-Discounter beginnt mit Ware von Esprit, die am Mittwoch bundesweit in die Läden kommen wird. [...] Angeboten werden unter anderem Jeans, Cargo-Hosen, Blusen, Hemden, Tops und T-Shirts zum Preis ab 7,99 Euro.

Eineinhalb Tage ließ man in Ratingen die entsetzten Kunden und Markenfans allein, die wilde Verschwörungstheorien und Schlachtgesänge anstimmten. “also heute dachte ich wir fallen vom glauben ab, das ist doch wohl der oooooberhammer….esprit gibt es bei kik, das ist net zufassen”, war noch eines der harmloseren Statements. Andere gingen weiter und beschworen kurzum das Ende herauf: “esprit wird untergehen.” Gestern abend dann endlich eine Stellungnahme auf der Facebook-Seite von Esprit:

Die jüngste Aktion von KiK hat bei euch vielleicht schon für Irritation gesorgt. Hinter den Esprit Produkten, die bei dem Textil-Diskont ab sofort angeboten werden, können wir nicht zu 100% mit unserem Namen stehen.

Davon abgesehen, dass “vielleicht” und “Irritation” angesichts der erbosten Kommentare unverschämt tief gestapelte Einschätzungen sind, trug der erste Teil der Meldung leider nicht vollends zur Beruhigung bei. Wenn ein Hersteller nicht mehr 100%ig hinter seinen Produkten stehen kann, weckt das nicht unbedingt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als Textilexperte. Die Textilwirtschaft hatte zur Herkunft der Ware auch bereits eine Vermutung:

Woher die Ware stammt, hat Kik nicht preisgegeben. Mit Esprit in Ratingen habe man jedenfalls nicht verhandelt. Für mögliche juristische Schritte von Esprit hat Kik sich eigenen Angaben zufolge gewappnet.

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